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Layvin Kurzawa salutiert vor dem Schweden John Guidetti. Eine Geste, welche die Gegner nach dem Spiel genüsslich kopierten. Bild: AFP

Respektlose Skorer

15 Torjubel, die mindestens so provozierend sind wie derjenige des salutierenden Franzosen

16.10.14, 16:27 17.10.14, 10:17

Frankreichs U21-Nationalspieler Layvin Kurzawa hat sich mit seinem Jubel gegen Schweden zum Gespött gemacht. Er provoziert den Gegner im festen Glauben, soeben das entscheidende Tor geschossen zu haben. Blöd für Kurzawa: Die Schweden treffen eine Minute später ebenfalls. Sie qualifizieren sich für die EM, Frankreich scheitert. Und Kurzawa wird verhöhnt, denn nun sind es die Schweden, die fröhlich salutieren.

Bild: Twitter

Der französische «Agent Provocateur» Kurzawa befindet sich mit seinem «Fauxpas» in bester Gesellschaft. Das zeigt diese Liste mit 15 Torjubel, bei denen weniger die Freude über ein Erfolgserlebnis im Mittelpunkt steht, sondern die Verachtung für den Gegner, dessen Fans oder beides.

Auf ein bisschen Jubel folgt ganz viel Trubel

Robbie Fowler, FC Liverpool (1999)

Der kontroverse Stürmer löst im Derby gegen Everton einen Skandal aus, als er nach seinem verwandelten Penalty die Torlinie schnupft, als wäre sie aus Kokain. Fowler wird für sechs Spiele gesperrt. Video: Youtube/20Mar1boro's channel

Paul Gascoigne, Glasgow Rangers (1998)

Die englische Skandalnudel bejubelt ein Tor im schottischen Derby gegen Celtic, indem er das Spielen auf einer Flöte imitiert. Für die katholischen Fans von Celtic Glasgow ein Affront, denn auf den Flöten blasen jeweils die Oranier auf ihren Märschen – also Protestanten, wie es die Glasgow Rangers sind. «Gazza» erhält Todesdrohungen, aber es wird kein Katholik sein, der ihn ins Grab bringen wird, sondern wohl leider seine Alkoholsucht. Bild: getty

Ruud van Nistelrooy, Holland (2005)

Er war einer der besten Stürmer seiner Zeit, aber diese Aktion ist mehr als armselig. Als Ruud van Nistelrooy gegen die Habenichtse aus Andorra zum 4:0 trifft, stellt er sich zwei Zentimeter vor seinem Gegenspieler hin und reckt triumphierend die Arme in die Luft – weil der ihn zuvor nach einem verschossenen Penalty ausgelacht hat. Video: Youtube/GillsMan7

Luis Suarez, FC Liverpool (2012)

Vor dem Spiel beschuldigt Everton-Manager David Moyes den «Beisser», er sei ein Schwalbenkönig. Suarez antwortet auf der Höhe der Trainerbank auf seine Weise darauf. Video: Youtube/LFCBenH

Benedikt Pliquett, St.Pauli (2011)

Einen 1:0-Sieg im Derby gegen HSV feiert der Goalie des Underdogs, indem er Mladen Petric aufzieht. Er geht zum Kroaten hin und äfft dessen damals übliche Jubelgeste nach, das Abfeuern eines Pfeils. «Wenn ein Spieler seinen Torjubel zum Markenzeichen gemacht hat, dann kann es schon Mal passieren, dass er bei einer Niederlage mit ein bisschen Spott leben muss», sagt Pliquett anschliessend. Video: Youtube/Zapfen94

Pascal Nouma, Besiktas (2003)

Auch wenn Besiktas-Stürmer Pascal Nouma den Siegtreffer im Istanbuler Derby gegen Fenerbahce schiesst, wird sein Vertrag aufgelöst. Denn dass er sein Trikot auszieht und sich die Hand in die Hose schiebt, ist ein Verstoss gegen jegliche Sitten am Bosporus. Der Franzose muss gehen. Video: Youtube/perumaperuma

Cristiano Lucarelli, Livorno (2004)

Eine Provokation allererster Güte im stockkatholischen Italien: Livornos Cristiano Lucarelli zieht nach dem Tor zum 3:0 gegen Piacenza sein Trikot aus und zeigt seine Zuneigung zum Klub, indem er mit dem Stück Stoff kopuliert. Gerüchten zufolge entstanden neun Monate später kleine Trikots für die F-Junioren des Vereins. Video: Youtube/Simon Kay

Deniz Naki, St.Pauli (2009)

Der Torschütze zum 2:0-Siegtreffer bei Hansa Rostock bejubelt seinen Treffer, indem er das Durchtrennen der Kehle symbolisiert. Und beklagt sich anschliessend über einen Wurfgegenstand aus dem Rostocker Block… Der DFB sperrt Naki für drei Spiele. Video: Youtube/Rene8002

Emmanuel Adebayor, Manchester City (2009)

Nach einem Tor gegen seinen Ex-Klub Arsenal sprintet der Togolese über den ganzen Platz und feiert den Treffer vor den Arsenal-Fans. Die stehen der Aktion Adebayors eher kritisch gegenüber. Video: Youtube/InStyleNews

Paolo Di Canio, Lazio Rom (2005)

Der Italiener bezeichnet sich selber als Faschist und rechtsradikal und so jubelt er auch bisweilen mit dem Hitler-Gruss. Wobei Di Canio ihn als römischen Gruss bezeichnete, der Benito Mussolini gelte. Wer im Geschichtsunterricht geschlafen hat: Das war der italienische Verbündete Adolf Hitlers. Video: Youtube/ale-vidal

Mark van Bommel, Bayern München (2007)

Der knüppelharte Holländer schiesst Real Madrid ab und wird danach für zwei Spiele gesperrt. Van Bommel ruft mit seiner Geste die Real-Fans dazu auf, sich an sich selber zu vergehen. «Freut euch!», kommt seinen Gedanken in diesem Moment wohl recht nahe. Video: Youtube/Markii99

Nicolas Anelka, West Bromwich (2013)

Der Quenelle-Gruss wird als anti-jüdisch betrachtet und ist entsprechend umstritten. Als Nicolas Anelka ihn 2013 zeigt, wird er suspendiert, wenig später vom Verein entlassen. Video: Youtube/pipolitique niouz

Rubin Okotie, Sturm Graz (2012)

Die Strafe für die Provokation folgt auf dem Fuss. Als Rubin Okotie lässig vor den gegnerischen Fans jubelt, weiss er noch nicht, dass ihm nach dem Match einer der grün-weissen Rapidler ins Gesicht schlägt. Schon vorher gibt's Gelb vom Schiedsrichter. Video: Youtube/AustriaHD

Graeme Souness, Galatasaray (1996)

Den Sieg im türkischen Cup feiert der schottische Trainer Graeme Souness, indem er eine Galatasaray-Fahne in den Mittelpunkt steckt. Das wäre unproblematisch, hätte der Cupfinal im eigenen Stadion stattgefunden. Weil er aber im Stadion des grossen Rivalen Fenerbahce ausgetragen wurde und dieser im Final von Gala besiegt wurde, kam die Aktion nicht ganz so gut an. Video: Youtube/YouTubeTR

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Der dämlichste Torjubel aller Zeiten (2014)

Der italienische Amateur Jacopo Violani von Riolo Terme zertrümmert nach einem Tor gegen Ponticelli mit dem Kopf die Ersatzbank – und wird dafür vom Platz gestellt. Video: Youtube/TheBeanyman62



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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Just Andrea 16.10.2014 23:43
    Highlight den letzten finde ich am lustigsten lol
    1 0 Melden
  • upton1971 16.10.2014 20:51
    Highlight Fowlers Torjubel war - sofern ich mich richtig erinnere - im ersten Spiel nach einer längeren Sperre wegen Kokainmissbrauchs. Darum diese Geste....
    4 0 Melden

Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

Als sich Xherdan Shaqiri nach seinem 2:1 in der 90. Minute gegen Serbien dazu entschied, seine Hände zum Doppeladler zu formen, da wurde er innert Sekunden vom Helden zum Deppen. 

Zumindest für ganz viele Schweizer Fans. Die Freude über den Sieg wurde schnell gedämpft. Dürfen sich Schweizer da überhaupt noch freuen? Das war doch Hochverrat!

Zum Glück, so muss man fast sagen, haben Shaqiri und Xhaka mit dem Doppeladler für einen kleinen Skandal gesorgt. Sonst, man stelle sich vor, hätten …

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