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Der Letzte rollt die Fahne ein – wohin geht die Reise des letzten Bundesliga-Dinos? bild: twitter/nitro

Der letzte Dino auf dem Sterbebett – so dramatisch ist die Lage des HSV

Noch tickt die ewige Bundesliga-Uhr: Seit 54 Jahren 193 Tagen 18 Stunden 37 Minuten 41 Sekunden (Stand Montag, 5.3., kurz vor 12 Uhr) läuft sie im Hamburger Stadion und auf der Homepage des Fussballklubs. Doch ihr Ende rückt näher. So dramatisch ist die Situation um den Traditionsverein.

05.03.18, 15:12 05.03.18, 17:09

Seit seiner Gründung 1919 spielt der HSV in der höchsten deutschen Fussball-Liga. Zudem sind die «Rothosen» der einzige Verein, der seit ihrer Gründung im Jahr 1963 ohne Unterbruch in der Bundesliga spielt. Dabei wurde der HSV sechsmal Meister, dreimal Pokalsieger, gewann den Meistercup 1983 (CL-Vorgänger) und den Pokal der Pokalsieger (1977).

Jetzt droht der Fall in die Zweitklassigkeit – mal wieder. Doch in dieser Saison steht es nochmals deutlich schlimmer um den HSV als in den letzten, auch sehr schwierigen Jahren.

Das waren noch Zeiten: Horst Hrubesch gewinnt 1983 mit dem HSV den letzten von bisher sechs Meistertiteln und im gleichen Jahr den CL-Vorgänger gegen Juventus Turin. Bild: AP NY

Das «Spiel der letzten Chance» peinlich vergeben

Gegen Mainz hätte am Samstag der Befreiungsschlag gelingen sollen. Man kann den Spielern nicht vorwerfen, dass sie es nicht versucht hätten. Aber gegen den aktuell wohl schwächsten Bundesliga-Gegner ist ein 0:0 einfach zu wenig. Die Fakten zum Spiel:

Bild: EPA/EPA

Die Angst vor den Fans

Vor einer Woche gegen Werder Bremen kam es zu Pyrovorfällen. Darum deklarierte man den zweiten Abstiegskracher gegen Mainz zum Hochrisikospiel. Die Massnahmen liessen sich sehen, man erwartete wohl das Schlimmste:

Und was geschah?

Nichts.

Oder fast nichts. Die Ultras schlugen den Verantwortlichen ein Schnippchen und besetzten (mit ihren Kurventickets) Sitzplätze im oberen Rang.

Die HSV-Ultras besetzen den oberen Rang.

Dort blieben sie einigermassen friedlich. Sie enthüllten zwar Spruchbänder wie «Fussball-Zerstörer», «Danke für nichts – ihr Söldner» oder «Zäune hoch – Gehälter runter». Dazu gab es «Absteiger! Absteiger!»-Sprechchöre.

Keine Liebe mehr. Bild: EPA/EPA

Die aktuelle Lage

Der HSV liegt neun Runden vor Schluss sieben Punkte hinter dem Barrage-Platz. Nächste Woche geht es nach München zu den Bayern.

Der Tabellenkeller der Bundesliga. screenshot: srf

Die trostlosen Fakten

Toreschiessen: Nicht die Stärke von Filip Kostic und seinen HSV-Teamkollegen. Bild: EPA/EPA

Der Trainer

Ob Bernd Hollerbach der richtige Feuerwehrmann ist? Erst am 22. Januar kam der 48-Jährige als Hoffnungsträger. Noch bleibt er im Amt. Aber seine Bilanz ist desaströs:

Weiss er noch weiter? Bernd Hollerbach wartet seit 23 Spielen (!) auf einen Sieg. Bild: EPA/EPA

Der Niedergang

Mäzen Klaus-Michael Kühne butterte in den letzten Jahren unzählige Millionen in den Verein. Diese wurden allerdings regelrecht verpulvert. Im September 2017 erklärte der Unternehmer dann, dass er in Zukunft dem HSV nicht mehr finanziell unter die Arme greifen werde. Keine gute Aussichten. Doch auch mit dem Kühne-Geld ging es in den letzten 10 Jahren – auch dank grossem Dilettantismus – stetig abwärts.

Das waren noch Zeiten: Der HSV beim Rückspiel in Fulham mit : Petric, Demel, Aogo, van Nistelrooy, Mathijsen, Rost, Jerome Boateng, Jarolim, Tesche, Ze Roberto, Pitroipa. Bild: AP

Das 1:1 von Diaz 2015. Video: YouTube/TheFricolix

Der Spott

Die Hoffnung

27 Punkte sind noch zu vergeben. Darum ist die Bezeichnung «Spiel der letzten Chance» gegen Mainz etwas fies. Aber sicher ist: Leichter wird's nicht mehr. Die Bild hat schon mal zehn Gründe gesucht, warum es doch noch für den Klassenerhalt reichen könnte. 

Allerdings sind da Dinge drin wie: «Mit Diekmeier, Hahn und Arp hat der HSV gleich drei Hardcore-Fans im Profi-Kader! Volle Identifikation.» Ob das wirklich noch klappen kann?

Beim Torjubel verletzt: Nicolai Müller 15 Minuten nach dem Saisonstart. Video: YouTube/Joniplayer 97

Was aber sicherlich ein Argument für den HSV ist, ist die sich abzeichnende Rückkehr von Nicolai Müller. Der Knipser erzielte am 1. Spieltag nach 15 Minuten gegen Augsburg das siegbringende 1:0, verletzte sich aber dann beim Torjubel am Kreuzband. Vor wenigen Tagen stieg er wieder ins Mannschaftstraining ein. Spätestens nach der Nati-Pause im April dürfte er wieder bereit sein.

Was kostet der Abstieg?

Es gibt immer mehr Fans, die sagen, dass ein Abstieg dem HSV gut tun würde. Die ewige Uhr ist ihnen egal. Aber würde der Traditionsklub tatsächlich «gesunden» und bald zurückkehren?

Präsident Bernd Hoffmann hat schon mal angekündigt, dass er im Fall der Fälle ausmisten würde. Neben Trainer Bernd Hollerbach dürfte dies auch Sportchef Jens Todt betreffen. Aber auch Mitglieder der Geschäftsführung wären nicht mehr sicher.

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Finanziell müsste das Budget von rund 55 Millionen Euro auf ca. 33 Millionen herunter geschraubt werden. Auf dem Verein lasten Schulden von 115 Millionen Euro. Zuschauereinnahmen, Sponsoringbeiträge und TV-Gelder würden kleiner werden. 

Auch wenn das Potential in der Region eigentlich riesig ist: Vielleicht gelänge eine schnelle Rückkehr, wie zuletzt dem VfB Stuttgart. Vielleicht endet es aber auch gleich wie mit Kaiserslautern, Bochum oder dem KSC.

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Brikne, 20.7.2017
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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jonas Schärer 05.03.2018 21:56
    Highlight Ist das beim Hrubesch Foto im Hintergrund tatsächlich Felix aka Quälix Magath?
    5 0 Melden
  • R10 05.03.2018 19:32
    Highlight Jaja, 08/09, das UEFA-Pokal Halbfinale gegen Bremen als Anfang vom Ende...
    Wie eine Papierkugel einen ganzen Verein in den Abgrund stürtzen kann...
    11 1 Melden
  • Mia_san_mia 05.03.2018 19:07
    Highlight Es wird wirklich Zeit, dass der HSV absteigt. Nach den letzten Jahren ist das verdient. Aber ich hoffe, dass der Verein dann bald wieder nach oben kommt, weil er eigantlich in die Bundesliga gehört.
    11 2 Melden
  • Scaros_2 05.03.2018 17:27
    Highlight Genau diese Tafel zeigt was der Verein ist. Ein Verein der seit 54 Jahren, 193 Tagen und einigen Stunden zurück Blickt und sich in Erinnerungen wiederfindet jedoch mit keiner Sekunde seine Perspektive nach vorne richtet. Man lebt stets nur von dieser Tafel und was sie bedeutet. Nämlich genau nichts im heutigen Business. Damit kann man sich nichts kaufen.
    26 4 Melden
  • NWO Schwanzus Longus 05.03.2018 16:19
    Highlight Ja der HSV muss absteigen. Man spielt mit Spielern die sich verlieren gewohnt sind. Klar das die dann kaum die Mannschaft tragen können in schwierigen Situationen. Dazu holt man einen Trainer der seit längerem auf einem Sieg wartet. Klar das man weiterhin im Keller bleibt. Dazu werden Fehltransfers getätigt...

    Man hat keine Philosophie, hauptsache nicht Absteigen, aber diese Saison wirds wohl passieren, dafür gibts dann wieder ein Derby gegen St,Pauli. Da sie Schulden haben können sie die Uhr gleich an Schalke verkaufen. Gibt sicher einiges her.
    33 7 Melden
  • Teamo 05.03.2018 15:36
    Highlight Abtieg wäre völlig verdient. Kein erkennbares Spielsystem trotz einigen talentierten Spielern und diverse schwerwiegende Fehler der Teppichetage. Dieses Jahr ist das Glück aufgebraucht...
    104 7 Melden
  • Sloping 05.03.2018 15:27
    Highlight Soviel Inkompetenz in der sportlichen Führung gehört einfach bestraft. Der HSV hat das Glück in den vergangenen Jahren masslos überstrapaziert. Wenn man sieht wie viele Mio. von Kühne durch Fehltransfers und Fehlbesetzungen in den zentralen Führungspositionen in den Sand gesetzt wurden, ist der Abstieg nur die logische Folge. Es ist für die treuen Fans zu hoffen, dass nach dem Abstieg massiv ausgemistet und ein kompletter Neustart in Angriff genommen wird. Nur so hat der Verein eine nachhaltige Zukunft in der ersten Liga.
    59 3 Melden

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