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Präsident Dölf Früh, Jeff Saibene und Sportchef Christian Stübi an der Medienkonferenz in der AFG-Arena. Bild: freshfocus

Richtungswandel à la GC? Der nächste FCSG-Coach muss endlich wieder einmal einen Barnetta herausbringen

Jeff Saibene hatte seit dem Wiederaufstieg mit seiner Mannschaft nie etwas mit dem Abstieg zu tun. Das ist bemerkenswert, aber nicht alles. Sein Nachfolger als neuer Trainer des FC St.Gallen muss sich vermehrt um die Integration junger Spieler kümmern.

01.09.15, 13:25

«Bereits gestern Abend, nachdem uns Jeff Saibene über die Trennung in Kenntnis gesetzt hatte, sind wir zusammen gesessen und haben eine erste grobe Skizze des neuen Trainerprofils gemacht.» Christian Stübi, Sportchef des FC St.Gallen, zeigte sich an der Pressekonferenz heute Vormittag in der AFG-Arena ebenso überrascht vom Entscheid Saibenes, zurückzutreten, wie Klub-Präsident Dölf Früh.

Die Suche nach dem Nachfolger des abtretenden Trainers Jeff Saibene steckt denn auch noch in den Anfängen. «Wir wollen sicherlich keinen Schnellschuss machen. Der gesamte Vorstand muss von der neuen Lösung überzeugt sein, das braucht seine Zeit», so Christian Stübi. Auch wenn Früh und Stübi sehr darauf bedacht sind, Saibenes wertvolle Arbeit zu loben, lassen sie durchblicken, dass der neue Coach keine Kopie des Luxemburgers sein muss.

Saibene und Stübi trennen sich im Guten. Bild: KEYSTONE

Die Grasshoppers machen es vor

Dölf Früh schwebt gar ein kleiner Richtungswechsel vor, wie er zuletzt beim St.Galler Erzrivalen GC stattgefunden hat. «Man sollte sich überlegen, mehr Geld für einige wichtige Teamstützen auszugeben, die dem Team eine feste Grundstruktur geben.» Wahrscheinlich spielt der FCSG-Präsident damit auf Spieler wie Kim Källström oder Munas Dabbur an. «Hat man einmal solche Leaderfiguren im Team, fällt es auch einfacher, junge Spieler zu integrieren.»

Wie Jeff Saibene zurecht festhält, hatte der FCSG seit dem Wiederaufstieg 2012 «nie etwas mit dem Abstieg zu tun». So weit, so gut. Doch die Integration junger Spieler fiel dem Luxemburger schwer. Abgesehen vom 20-jährigen Roy Gelmi hat es während der Super-League-Zeit von Jeff Saibene kein Nachwuchsspieler geschafft, sich einen Stammplatz in der 1. Mannschaft zu ergattern.

Pierluigi Tami baut bei GC erfolgreich Nachwuchsspieler wie Florian Kamberi ein.  Bild: freshfocus

«Das liegt aber nicht an Jeff Saibene, sondern an uns allen. Wir haben da immer eng zusammengearbeitet», nimmt Dölf Früh den abtretenden Coach in Schutz. Es sei halt kein Spieler mit der nötigen Qualität vorhanden gewesen, um ihn in der Super League einzusetzen.

Doch das wird sich gemäss Früh bald ändern. Das neue Ausbildungsprogramm, welches der FC St.Gallen seit einigen Jahren am laufen hat, werde seine Früchte tragen, ist Früh überzeugt. «Bereits im Winter, oder spätestens im Sommer werden wir weitere Nachwuchsspieler in die 1. Mannschaft integrieren.»

SGSDNB – oder St.Gallen sucht den nächsten Barnetta

Vorerst übernimmt Assistenz-Trainer Daniel Tarone die Leitung der Super-League-Mannschaft. Der Zeitpunkt für den Trainerwechsel ist insofern günstig gelegen, als dass nun die Nationalmannschaftspause bevorsteht. Die Klubleitung hat nun Zeit «ein, zwei Nächte darüber zu schlafen, das Trainerprofil zu konkretisieren und im In- und Ausland den Markt zu sondieren», wie Sportchef Stübi festhält. 

Seit Tranquillo Barnetta hat der FC St.Gallen keine wirkliche Fussball-Grösse mehr herausgebracht.  Bild: KEYSTONE

Einen «Saibene-Klon» wollen Früh und Stübi, wie sie mehrfach betonten, also nicht. Vorschweben dürfte den FCSG-Bossen wohl jemand in der Art von GC-Coach Pierluigi Tami, der es versteht junge Spieler aus der Region zu fördern. Denn bei allem Respekt vor den Leistungen Jeff Saibenes: Wonach die FCSG-Fans wirklich lechzen, ist, endlich wieder einmal einen Spieler vom Kaliber eines Tranquillo Barnetta herauszubringen.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Auf Ablenkung 01.09.2015 22:07
    Highlight Danke Jeff!
    6 1 Melden

Ich studiere am Undenkbaren herum: Braucht der Fussball auch Playoffs?

Nie hätte ich einen Gedanken an diese absurde Möglichkeit verschwendet. Aber beim langweiligen Bayern-Kantersieg gegen Dortmund durchfährt mich ein Geistesblitz: Was, wenn es im Fussball auch Playoffs gäbe?

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Aber was, wenn so viele Ligen keine spannende Schlussphase mehr kennen? Wenn die Meister schon mit dem Blühen der Osterglocken bekannt sind? Muss man da nicht etwas ändern, um die Attraktivität zu steigern? Soll der Fairness-Gedanken der Belohnung für den besten Klub einer ganzen Saison zugunsten von mehr Spannung geopfert werden? …

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