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Steht sprich- und wortwörtlich im Regen: Claudio Bravo. Bild: Carl Recine/REUTERS

JEDER Schuss ein Treffer: Guardiolas Wunschtransfer entpuppt sich als Flop

Manchester City will mit Pep Guardiola an der Seitenlinie unbedingt Meister werden. Dieses Unterfangen wird aber zunehmend schwieriger, weil die Resultate nicht stimmen. Der grosse Sündenbock: ausgerechnet Goalie Claudio Bravo, der Wunschtransfer des Trainers.

23.01.17, 16:07 23.01.17, 18:19
Donat Roduner
Donat Roduner

Manchester City und die Goalies, das ist eine ziemlich schwierige Angelegenheit. Vergangenen Sommer wollte Pep Guardiola zu seinem Amtsbeginn bei den «Citizens» unbedingt Claudio Bravo verpflichtet haben. Dieser Wunsch wurde ihm gewährt, der Rückhalt während seiner Zeit bei Barcelona wurde für 17 Millionen Pfund nach England gelotst. Dafür musste die bisherige Nummer 1 weichen. Fanliebling Joe Hart fand beim FC Torino in Italien Unterschlupf.

Vor allem mit dem Ball am Fuss schwächer als Bravo: Joe Hart. Bild: Antonio Calanni/AP/KEYSTONE

Die Beziehung zwischen City und Bravo lief anfangs ganz gut. Der Erfolg war da, die «Himmelblauen» lange Leader. Nun aber, angesichts der Baisse, die das Team durchlebt, prasselt massig Kritik auf den 33-jährigen Chilenen ein. Und das nicht zu Unrecht, wie Statistiken knallhart belegen.

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Sowohl beim 0:4 auswärts gegen Everton wie auch beim 2:2 zuhause im Spitzenspiel gegen Tottenham gelang Bravo nicht eine einzige entscheidende Parade. Alles andere als schmeichelhaft für einen Goalie.

Zugegeben, beim 1:2 der Spurs durch Dele Alli war wenig bis gar nichts zu machen. Video: streamable

Hulls temporärer Rückhalt Eldin Jakupovic. Bild: Lee Smith/REUTERS

Claudio Bravo ist also zweifelsohne mitschuldig an Citys «Minikrise» in der Liga mit nur vier Punkten aus den letzten vier Spielen. Aber auch wenn sich bereits Transfergerüchte ranken – beispielsweise fällt immer wieder der Name von Atletico-Keeper Jan Oblak –, ist klar, dass Pep Guardiola seinem Stammgoalie nicht so schnell in den Rücken fallen wird. 

Zur harschen Kritik an Bravo äusserte sich der spanische Taktikfuchs recht kryptisch: «Wir müssen das akzeptieren, das ist Teil unseres Jobs – des Jobs des Managers, des Jobs des Spielers, also akzeptieren wir das.» Guardiola nimmt dafür auch sich und die weiteren Spieler auf dem Platz in die Verantwortung, was durchaus seine Gründe hat. City wirkt in der Defensive anfälliger als auch schon und der Trainer ist offensichtlich noch auf der Suche nach der idealen Formation. In der Abwehrreihe hat er bereits 13 verschiedene Kombinationen aufgestellt, was der Stabilität und dem Selbstvertrauen nicht zugute kommt.

Bravo selbst hat sich nicht zu den zwei Spielen ohne Parade geäussert. Er sah sich aber schon im Dezember ausgeprägter Kritik ausgesetzt und meinte da, dass ihn das nicht sonderlich berühre: «Das ist ein kollektiver Effort. Wenn es mal nicht so gut läuft, dann ist das jedermanns Verantwortung und wenn die Resultate gut sind, dann ist es genau das Gleiche. Wir werden am Ende der Saison sehen, ob sich die Arbeit ausgezahlt hat.»

Beim Aufwärmen kann es Bravo ja: Bälle halten. Bild: Darren Staples/REUTERS

Der Chilene weiss, wie das Torhüterbusiness läuft. Genauso schnell, wie er auf der Ersatzbank landen kann, kann er auch wieder der gefeierte Held sein. Dafür braucht er bloss wieder Bälle zu halten.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bluetooth 23.01.2017 19:13
    Highlight Es geht ja in erster Linie nicht um Bravo, sondern viel mehr um Joe Hart! Er war die treue Seele von ManCity, der Publikumsliebling, die vorprogrammierte Vereinslegende.
    Was ein Terry in Chelsea, ein Rooney in ManUtd ist, und ein Gerrard in Liverpool war, hätte Hart in City werden sollen.
    Doch dann kam Diva Pep und sortierte einfach mal die Grundpfeiler der Mannschaft aus, um seine Position als Chef zu festigen. Selber Schuld! Touré hat er bereits zurückgeholt, das gleiche sollte er mit Hart tun, wenn es ihm nicht zu sehr am Ego kratzt.
    20 1 Melden
  • LubiM 23.01.2017 18:29
    Highlight Vielleicht wird der Welt bewusst, dass Pep masslos gehypt ist?
    Bei Bayern hat er ein intaktes Team übernommen und hatte Erfolg - bei ManC muss er eines Aufbauen und siehe da... heisse Luft!
    65 13 Melden
    • Amboss 23.01.2017 19:39
      Highlight Natürlich wird er masslos gehyped.
      Seine Zeit bei den Bayern würde ich jetzt aber nicht als Erfolg bezeichnen. Europäisch hat er da nix gerissen und das ist es, was zählt. Die Meisterschaft ist eh fix mit so einem Team, das er übernommen hat, dies hätte jeder Trainer geschafft.

      Wobei: Die Aufgabe in England ist ungleich schwieriger. Da ist City eins von Ca sechs Spitzenteams und auch der Rest ist stark. In D und SP waren es vielleicht drei Spitzenteans, ein paar starke, die zweite Tabellenhälfte sind aber chancenlose Sparringpartner...
      4 0 Melden
    • vierundzwanzigsieben 23.01.2017 20:35
      Highlight Naja, wenn er Erfolg mit ManCity gehabt hätte, hätte die ganze Welt gesagt:"er hat auch ein intaktes Team übernommen".
      Macht sicherlich nicht alles richtig aber das Pep-gebashe scheint gerade sehr angesagt zu sein.
      3 5 Melden
    • wischimoppi 23.01.2017 23:16
      Highlight Mal schauen wie in einem Jahr über Guardiola geschrieben wird, nachdem er genügend Zeit hatte ein Team aufzubauen, das in der Lage ist seine Idee von Fussball umzusetzen.
      Ich hoffe zwar, dass das nicht geschehen wird, aber man sollte nicht zu früh urteilen.
      0 3 Melden
    • Mia_san_mia 23.01.2017 23:36
      Highlight Ich hoffe, dass die Leute es endlich einsehen... Zum Glúck ist er weg von Bayern.
      5 1 Melden
    • Amboss 24.01.2017 08:11
      Highlight Ja Pep und die Bayern, das hat nie wirklich gepasst.

      Bei Ancelotti hat man das Gefühl, es harmoniert. Aber es muss sich zeigen, dass diese Hinrunde noch unter dem Titel "Eingewöhnen" lief.
      Und vor allem muss Ancelotti zeigen, dass es ihm gelingt, eine Mannschaft wie die Bayern umzubauen. Eine ganz delikate Aufgabe
      1 0 Melden
  • xlt 23.01.2017 18:25
    Highlight "Dieser Wunsch wurde ihm gewährt, der Rückhalt während seiner Zeit bei Barcelona wurde für 17 Millionen Pfund nach England gelotst."
    Bravo wechselte 2014 zu Barcelona, da war Guardiola aber schon in München.
    60 1 Melden
  • Luca Brasi 23.01.2017 17:09
    Highlight Und trotzdem holte Chile mit diesem Torhüter seine einzigen beiden Copa America-Titel 2015 und 2016.

    Im Gegensatz zu Argentinien oder Brasilien...

    😉
    44 4 Melden
    • Raembe 23.01.2017 17:42
      Highlight Ich als United Fan finde es eine Schande das er Hart einfach so abgesägt hat. Hoffentlich wird der Pep entlassen. Dann sehen die Bosse von City vlt endlich ein, das Pellegrino der bessere für sie wäre.

      Versteht mich nich falsch, ich kann City nicht ausstehen. Was ich aber noch weniger ausstehen kann, ist unfairer Umgang mit treuen Spielern.
      61 7 Melden
    • Mia_san_mia 23.01.2017 17:57
      Highlight Ich hoffe Pep wird bald entlassen...
      35 5 Melden
    • dave1771 23.01.2017 22:01
      Highlight Niemand kann City ausstehen.
      6 1 Melden

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