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Zwischen Bayern München (Thomas Müller, l.) und Borussia Dortmund (Marc Bartra) geht es nicht nur auf dem Platz umkämpft zu und her. Bild: KAI PFAFFENBACH/REUTERS

Dank Uli Hoeness: Der Pfeffer ist zurück im Duell Bayern gegen BVB

Auf und neben dem Terrain bewegt in Deutschland primär ein Duell: Bayern vs. Dortmund, der Bundesliga-Clasico. In dieser Saison wird es dem BVB nicht gelingen, den fünften Münchner Titelgewinn in Serie zu verhindern. Entspannt ist trotzdem nichts.

20.01.17, 09:18 20.01.17, 21:39

Im März 2014 legte er seine Münchner Ämter nieder. Nun ist er zurück, der Patron, der unüberhörbare Frei- und Querdenker, der Mann mit der unerschütterlichen Bayern-Aura: Uli Hoeness, 65, sendet wieder auf allen Kanälen. Er redet offen über seine Zeit in der Justizvollzugsanstalt von Landsberg und die soziale Rehabilitierung nach der Steuerhinterziehung in zweistelliger Millionenhöhe. Vor knapp zwei Monaten inthronisierten 97,7 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder den ehemaligen Präsidenten ein zweites Mal.

Er ist zurück: Uli Hoeness. Bild: MICHAELA REHLE/REUTERS

Mit Hoeness an der Spitze wirkt der Rekordmeister noch angriffiger als üblich. Der Klubchef hält nichts von einer Strategie der souveränen Zurückhaltung. Er versteht sich wie in guten alten Bayern-Zeiten als oberste Instanz der Themensetzung. Seinen Sinn für Provokationen und frontale Attacken hat er im Gefängnis nicht verloren.

Anfang Januar platzierte er in einem Sky-Interview eine Grussbotschaft an die Adresse der sportlich angezählten Dortmunder. Der BVB habe fälschlicherweise gemeint, dem FC Bayern auf die Pelle rücken zu können: «Und was ist passiert? Ich habe an Weihnachten auf die Tabelle geschaut und festgestellt: Es sind wieder zwölf Punkte.»

Seine Ansage korrespondiert so gar nicht mit dem Kurs von Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstandschef proklamierte im vergangenen Jahr eher ein Verhältnis der Entspannung zum Rivalen aus dem Ruhrgebiet. Hoeness steht offenbar für eine andere Agenda – auch in der Kooperation mit der Nummer 2 beim FCB: «Ich bin überzeugt, dass wir Auseinandersetzungen haben werden. Das tut der Sache gut.»

Dortmunder Irritationen

Die Replik aus Dortmund war in der «Welt am Sonntag» nachlesbar. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke unterstellte seinem Münchner Gegenspieler «eine Wahrnehmungsstörung». Angesichts ihres personellen Umbaus im letzten Sommer habe niemand im Verein auch nur einen Satz gesagt, «der auf diese höhnische Art hätte interpretiert werden können», so Watzke in einem ausführlichen Interview.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Bild: EPA/DPA

Watzke relativiert die suboptimale Vorrunde. Coach Thomas Tuchel habe praktisch eine neue Mannschaft formieren müssen. «Wir haben 13 Transfers abgewickelt. Vieles war ähnlich wie in Jürgen Klopps Anfangsphase. Der Unterschied allerdings ist: Er hatte damals drei Jahre Zeit.» Entsprechend wenig könne er zynische Bemerkungen aus Süddeutschland nachvollziehen.

Überbewerten mochte er Hoeness' Anwürfe indes nicht, im Prinzip sei ja Rummenigge sein Ansprechpartner: «Er ist einer der einflussreichsten Menschen im europäischen Fussball. Mit ihm habe ich mittlerweile eine vertrauliche Arbeitsbeziehung aufgebaut», liess er sich im Gespräch mit der «Welt am Sonntag» zitieren.

Watzkes Ansprechpartner Karl-Heinz Rummenigge. Bild: POOL/REUTERS

Dass er den Namen Rummenigge erwähnte, ist kein Zufall. Im Prinzip herrscht bei den übergeordneten Themen TV-Rechte, Verteilung der Fernseh-Millionen oder Auslandsvermarktung bei den Bundesliga-Schwergewichten ein Konsens. Die wichtigsten Kräfte des deutschen Klubfussballs sind durchaus daran interessiert, in der Money League hinter England Position 2 zu festigen. Das Geschäft floriert, am 26. Januar wird die Deutsche Fussball Liga einen Rekordumsatz von über drei Milliarden veröffentlichen. (sda/drd)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Amboss 20.01.2017 10:58
    Highlight So sehr sich die Bayern auch darum bemühen, Pfeffer in die Angelegenheit zu bringen - die Verzweiflung ist unüberhörbar.

    Die Verzweiflung über die Situation, die auf höherem Niveau ähnlich ist wie beim FC Basel: National haushoch überlegen, in der Champions League ziemlich chancenlos auf den Titel...
    4 21 Melden
    • greeZH 20.01.2017 11:28
      Highlight Bayern ist also international ähnlich chancenlos wie Basel? Aber sonst geht's gut?
      15 4 Melden
    • Oberon 20.01.2017 12:56
      Highlight Hier Basel ins spiel zu bringen ist sowas von unqualifiziert. Der FC Basel ist mindestens 1 Klasse schlechter und kann sicher nicht mit einem TopTen Klub wie FC Bayern, weltweit, verglichen werden.
      Dazu kommt das die Qualität unserer Fussball-Ligen unterdurchschnittlich im vergleich sind. Dies hat nicht nur mit dem System zu tun sondern auch der Förderung.
      10 1 Melden
    • Amboss 20.01.2017 13:11
      Highlight Nein, das hab ich so nicht gemeint (auch wenn ichs so geschrieben habe, sorry).

      Ich hab gemeint: chancenlos, den Anspruch, den man hat, zu erreichen.
      Und der Anspruch ist beim FC Bayern: der Titel.
      Beim FC Basel natürlich nicht de Titel, sondern die Achtelfinal-Quali.

      Und haben die Bayern in den letzten Jahren teils deutlich erfahren müssen, dass die Spanier stärker sind.
      Wie der FCB, der zuletzt mit der Achtelfinal-Quali wirklich nix zu tun hatte
      6 4 Melden
    • greeZH 20.01.2017 13:28
      Highlight Ja war brutal deutlich letztes Jahr.
      1 3 Melden
    • Oberon 20.01.2017 15:22
      Highlight Das liegt sicher auch daran das der FC Basel keinen gleichwertigen Sparringspartner in der Liga findet. Was ich auch seit der Einführung extrem irritierend finde ist das System wo man in einer Saison vier mal gegeneinander spielt. Dieser Spielplan hilft eigentlich nur den dominanten Klubs und gibt falsche anreize.
      2 0 Melden
    • Amboss 20.01.2017 15:45
      Highlight Ich denke nicht, dass es mit dem Modus zusammenhängt. Wobei dieser wirklich hinterfragt werden muss. Die Super League ist zu klein.

      Nein, der FC Basel hat einfach zur rechten Zeit viel investiert und sehr gut gearbeitet. Dadurch ergab sich einen Vorteil, welch kein Club wettmachen konnte.
      Die Folge war dann die regelmässige CL-Qualifikation, welche es auch für gute Spieler attraktiv machte, in Basel zu spielen.

      Aber mit CL ist es für den FCB ab 2018 wohl mal vorbei. Mal sehen, wie es sich dann entwickelt.
      0 0 Melden
  • Haiopai 20.01.2017 09:52
    Highlight Hoeneß redet halt Quatsch. In Dortmund war immer von einer Ubruchssaison die Rede und niemand ist davon ausgegangen den Bayern auf die Pelle zu rücken. Man könnte auch sagen: Er lügt.
    9 11 Melden
    • Amboss 20.01.2017 10:40
      Highlight Extrem spannend wird es, ob und wie dem FC Bayern der Umbruch gelingt. So in zwei, drei Jahren wird es aber echt spannend.

      Die haben jetzt schon ziemlich eine Oldietruppe beisammen und so Umbaukonzept nicht so richtig ersichtlich.
      Aber eben: Es sind die Bayern, denen sind solche Dinge bisher immer gelungen.
      3 6 Melden
    • Haiopai 20.01.2017 13:35
      Highlight Ribery und Robben sind bei den heutigen Preisen noch nicht mal für den FCB vernünftig zu ersetzen. Und die machen bei den Bayern nach wie vor den Unterschied. Für die Bundesliga wird es natürlich weiterhin reichen, international wird die Luft aber dünner und mehr und mehr Scheichclubs werden in ihre Sphären aufsteigen.
      1 1 Melden
    • xlt 20.01.2017 13:55
      Highlight Kein Konzept ersichtlich? Sanches, Kimmich und Costa stehen bereit die kommenden Lücken zu schliesslech. Dazu ab nächster Saison auch Süle und Rudy, wobei Rudy wohl eher Ergänzungsspieler sein wird. Also für mich ist da durchaus ein Konzept ersichtlich.
      2 1 Melden
    • Haiopai 20.01.2017 14:36
      Highlight Sanches und Kimmich spielen nicht auf den Flügeln. Und Costa wird niemals die Qualität von RibRob erreichen. Der ist eine Notlösung.
      1 1 Melden
    • Amboss 20.01.2017 14:42
      Highlight @xlt: Für mich hat keiner dieser Spieler das Format eines Robben, Ribery oder Lahm. Da muss noch einiges kommen...

      Haiopai: Sehe ich ähnlich. Für die Bundesliga stellt sich je länger die Frage: Clubbesitzer wie Scheichs zulassen (50+1 Regel abschaffen) oder international den Anschluss zu verlieren. Denn ausser den Bayern, manchmal auch dem BVB sind alle Teams weit, weit weg von der Spitze. Ändern könnte sich dies einzig durch Clubbesitzer
      0 0 Melden
    • Haiopai 20.01.2017 16:38
      Highlight Es gibt bereits 4 Vereine in der BL bei denen die 50+1-Regel nicht gilt (Leverkusen und Wolfsburg offiziell, Hoffenheim und RB inoffiziell). Nächstes Jahr kommt mit Hannover noch ein verein hinzu wp das ebenfalls nicht der Fall sein wird. Und keiner von denen reißt International irgend etwas (bei RB wird man abwarten müssen). Sowas funktioniert auch nur wenn die Besitzer bereit sind hunderte Millionen in ihr Hobby zu versenken. Und keinerlei gewinne machen wollen.
      Da verliere ich lieber international den Anschluss...
      0 0 Melden

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