Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05277858 A handout photograph - evidence number SYP000151090021 – made available by the Hillsborough Inquest on 26 April 2016 showing a photograph, shown in open court as part of the inquests’ proceedings, of the Leppings Lane terrace at the Hillsborough Stadium, Sheffield, England, on 15 April 1989.  A human crush caused the deaths of 96 people and injured 766 others, at a FA Cup semi final soccer match between Liverpool and Nottingham Forest at Hillsborough Stadium, Sheffield, England, on 15 April 1989.  EPA/HILLSBOROUGH INQUEST / HANDOUT MADATORY CREDIT: The Hillsborough Inquests – www.hillsboroughinquests.independent.gov.uk“ HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES/NO ARCHIVES

Die schrecklichen Bilder von Hillsborough gehen keinem Beteiligten mehr aus dem Kopf.
Bild: EPA/HILLSBOROUGH INQUEST

Urteil nach 27 Jahren: Polizei ist schuld an der Hillsborough-Tragödie, nicht die Fans

Vor 27 Jahren starben in England 96 Fussballfans bei der Katastrophe im Hillsborough-Stadion. Darüber, wer die Schuld an der Tragödie trägt, wurde lange gestritten. Bis jetzt.

26.04.16, 13:54 26.04.16, 15:27


Ein Artikel von

Eine polizeiliche Fehleinschätzung und nicht das Fehlverhalten der Zuschauer hat die Katastrophe im Hillsborough-Stadion von Sheffield ausgelöst. Dies ist das Ergebnis einer langjährigen juristischen Untersuchung, die im britischen Warrington präsentiert wurde. Das Gericht teilte mit, die 96 Fussballfans seien ohne eigenes Verschulden getötet worden.

Im Hillsborough-Stadion war es am 15. April 1989 zum Unglück gekommen, als bei einem FA-Cup-Spiel zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest etwa 2000 Menschen in einen schon überfüllten Fanblock eingelassen wurden. Zahlreiche Fans wurden gegen die Umzäunung gedrückt, andere stürzten und wurden zu Tode getrampelt. 96 Menschen starben, darunter viele Kinder, Hunderte wurden verletzt.

Die Hillsborough-Katastrophe

Lange war die Katastrophe hauptsächlich als Unfall dargestellt worden. Eine erste Untersuchung hatte 1991 ergeben, dass für die Tragödie im Fussballstadion von Sheffield niemand verantwortlich zu machen war. 2012 hatte ein Gericht das Urteil aufgehoben und eine neue Untersuchung angeordnet.

Die ersten Minuten des Spiels: Das Ausmass der Katastrophe ist vielen zunächst nicht klar. YouTube/killianm2

«Fehler in der polizeilichen Planung»

2014 wurde der Fall dann neu verhandelt, nachdem eine Untersuchung die bei der Katastrophe eingesetzten Polizei- und Rettungskräfte schwer belastete. Dem folgte nun das Gericht in Warrington, das als Ursache für die Tragödie «Fehler in der polizeilichen Planung» nannte. Zwei Jahre lang hatte die Jury dafür Hunderte von Zeugenaussagen, Bilder und Videos der Katastrophe ausgewertet.

Im vergangenen Jahr hatte der damals verantwortliche Polizist David Duckenfield zugegeben, über die Gründe, die zu der Katastrophe geführt hatten, gelogen zu haben. Duckenfield hatte seinerzeit dem englischen Verband (FA) fälschlicherweise erklärt, dass Liverpool-Fans selbst die Tore zur Tribüne geöffnet hätten. Durch diese Massnahme waren immer mehr Menschen in den Tribünenblock gelangt.

Dortmund and Liverpool teams line up as the supporters remember the 96 victims of the 1989 Hillsborough stadium disaster before the Europa League quarterfinal second leg soccer match between Liverpool  FC and Borussia Dortmund in Liverpool, England, Thursday, April 14, 2016 . (AP Photo/Jon Super)

Vor dem Europa-League-Viertelfinal gegen Dortmund gedenken die Fans an der Anfield Road der 96 Opfer.
Bild: Jon Super/AP/KEYSTONE

Grossbritanniens Premierminister David Cameron begrüsste die Entscheidung des Gerichts. Bei Twitter schrieb er von einem «Meilenstein» und der «längst überfälligen Gerechtigkeit für die 96 Liverpool-Fans, die bei diesem Desaster gestorben sind». (pre/mon/bka/sid)

Gänsehaut-Moment: Angehörige singen beim Verlassen des Gerichtsgebäudes «You'll Never Walk Alone». guardian

Die schlimmsten Stadion-Katastrophen

Unvergessene Fussball-Geschichten aus Grossbritannien

12.02.2011: Wayne Rooneys perfekter Fallrückzieher gegen ManCity lässt sogar Sir Alex schwärmen

09.10.1996: Schottland spielt in Estland gegen sich selber und wird von der «Tartan Army» lautstark gefeiert

25.01.1995: King Cantona flippt aus – er setzt zum legendärsten Kick der Fussball-Geschichte an

14.04.1999: Ryan Giggs schiesst ein Wahnsinns-Tor und entblösst sein Brusthaar. Arsène Wenger hat davon noch immer Alpträume

11.11.2011: Der estnische Ersatzspieler, der hier den Ball weitergereicht hat, ist in Wahrheit ein cleverer irischer Fussballfan

09.11.1997: Der Windarsch kassiert in einem einzigen Fussball-Spiel gleich drei Rote Karten – und ist auch sonst ein liebenswerter Rüpel

15.05.1974: Im Suff stecken schottische Natifussballer ihren Star in ein Boot – das sofort von der Strömung weggetrieben wird

12.05.2013: Der Wahnsinn von Watford: «Ja, Sie haben gerade die dramatischste Schlussminute aller Zeiten gesehen!»

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

26.12.1963: 10 Spiele, 66 Tore – ein Hattrick in dreieinhalb Minuten krönt die unfassbare Torflut am Boxing Day

01.03.1980: Everton trauert um Dixie Dean – die Klublegende war so gut, dass ihm ein hässiger Verteidiger einen Hoden zerstörte

02.01.1998: Paul Gascoigne erhält Morddrohungen, weil er einen Flötenspieler imitiert

23.12.2006: Paul Scholes zimmert das Leder mit einer Volley-Rakete unter die Latte – und Ferguson fordert danach eine Entschuldigung von Mourinho

14.10.2006: Petr Cech bangt nach einem üblen Zusammenprall um sein Leben und wird danach nie mehr ohne Helm im Tor stehen

13.05.2012: Zu früh gefreut! City schnappt United den Titel im grössten Herzschlag-Finale der englischen Geschichte weg

23.08.2003: Nach dem Traumtor von Blackpools Neil Danns jubelt der Schiedsrichter kräftig mit – oder etwa doch nicht?

25.11.1964: Dank Bill Shanklys Geistesblitz wird aus dem FC Liverpool ein für alle Mal die Reds

28.04.1923: Ein weisses Pferd (das gar nicht weiss war) rettet die chaotische Wembley-Eröffnung – und ist dann angeblich auch noch Schuld am Resultat

04.02.1997: Goalie Peter Schmeichel erzielt ein Fallrückzieher-Tor – aber es endet im Drama

01.01.2007: Schöner als beim Neujahrsspringen fliegen sie nur noch in der Premier League

05.05.1956: «Traut the Kraut» spielt den FA-Cup-Final trotz Genickbruch zu Ende und wird vom Kriegsgefangenen zum besten City-Torhüter aller Zeiten

28.09.2004: «Der Messias kam nach Manchester» – Wayne Rooney skort in seinem ersten Spiel für die United gleich einen Hattrick

16.03.2002: Ein Knochenbrecher-Foul macht aus einem fast gewöhnlichen Fussballspiel die «Battle of Bramall Lane» 

21.04.2001: Die späte Rache des Roy Keane – «Schitzo» begeht das böswilligste Foul der Fussball-Geschichte

22.04.2006: Newcastle-Legende Alan Shearer muss abtreten – ausgerechnet wegen Erzrivale Sunderland

22.12.2007: Arsenal-Bad-Boy Nicklas Bendtner schiesst 1,8 Sekunden nach seiner Einwechslung das schnellste Joker-Tor aller Zeiten

23.03.2009: José «The Special One» Mourinho wird Doktor – und überrascht mit seiner Dankesrede die Fussballwelt

Das berühmteste Mannschaftsfoto der Welt oder der Tag, an dem die Geschichte des Mannes mit den grössten Eiern beginnt

Singen statt streiten – wie dieses magische Lied ein ganzes Stadion vereinte

Als der «Prinz des Dribblings» den allerersten Cupwettbewerb entschied 

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

16
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • insomniac 26.04.2016 17:01
    Highlight Weil sich ja Menschen immer so regelkonform verhalten.. vor allem Fussballfans. Aber kommt natürlich nicht so gut zu sagen dass man vielleicht einfach weniger drängeln sollte..
    6 50 Melden
    • Mänu Renfer 26.04.2016 18:35
      Highlight was für ein selbstgerechter,ahnungsloser
      sch....kommentar!
      18 4 Melden
    • Yelina 26.04.2016 18:42
      Highlight Sie waren wohl noch nie in einer richtig grossen Menschenmenge, in der Panik ausbricht... da wirken solche Kräfte auf die Menge ein, da hilft alles nichts. "Weniger drängeln" 😐
      17 1 Melden
    • Heinz Nacht 26.04.2016 18:55
      Highlight Genau. Und weil sich manche Fussballfans nicht zu benehmen wissen, darf man vor Untersuchungsbehörden und Gerichten lügen und Geschichten erfinden und auch später noch auf das Andenken der Opfer pissen. Du hast die gleiche sch... Attitüde wie David Duckenfield und Kelvin McKenzie! Wenn du wo hin gehst und der Polizist sagt dir, "geh da rein", dann gehst du da rein. Und ganz hinten merkt man vielleicht noch nicht soviel vom Gedränge... Abgesehen davon gabs ja solches sonst noch nirgends, nicht an der Loveparade, nicht am Hadj in Mekka und auch sonst noch nie irgendwo. Nur beim Fussball.
      16 0 Melden
    • 's all good, man! 26.04.2016 18:58
      Highlight Du bist mir vielleicht ein lustiger...

      Wenn doch nun eindeutig eine falsche Einschätzung der Polizei als für die Katastrophe ursächlich festgestellt wird, was musst du dann noch das Verhalten der Fans anzweifeln?

      Schreib das am besten gleich noch in ein Liverpool-Forum... 🙄
      13 2 Melden
    • Jarl Ivan 26.04.2016 19:43
      Highlight Wette am laufen wer am meisten Blitze sammelt oder woher stammt dieses Schubladen denken
      6 0 Melden
    • insomniac 26.04.2016 21:27
      Highlight FYI: Ich war mitten in der letzten Love Parade. Es muss niemand meiner Meinung sein, aber bitte unterstellt mir nicht Dinge, die ihr gar nicht wissen könnt.
      2 7 Melden
  • maxi 26.04.2016 16:44
    Highlight die ist ja nicht wirklich neu, jetzt halt offiziel. aber so konnte die eisene lady halt ihre polikarierre forcieren
    18 1 Melden
  • Heinz Nacht 26.04.2016 15:58
    Highlight JFT96! YNWA!
    Man glaubt es kaum, dass die Angehörigen und Überlebenden jetzt, nach über 27 Jahren, endlich Gerechtigkeit erfahren! Ist übrigens nicht das einzige Ereignis in Grossbritannien, bei dem von den Behörden die Schuld auf Opfer abgewälzt wurde, obwohl die Schuld eindeutig bei Polizei/Armee war (z.B. Bloody Sunday). Insofern hat dieses Land noch einiges zu lernen.
    25 1 Melden
  • hoi123 26.04.2016 14:15
    Highlight JUSTICE FOR THE 96
    48 1 Melden

Aus der Provinz zurück ins Rampenlicht: Xherdan Shaqiri ist jetzt Liverpooler

Xherdan Shaqiri vollzieht innerhalb von England einen bemerkenswerten Wechsel. Premier-League-Absteiger Stoke City einigt sich mit dem FC Liverpool auf einen 17-Millionen-Franken-Deal.

Der nächste Profi mit Super-League-Erfahrung nach der Liga-Attraktion Mohamed Salah (ex Basel) betritt ein schwieriges Pflaster. Die Erwartungen beim Finalisten der letzten Champions-League-Saison sind um ein Vielfaches höher als in Stoke-on-Trent. Dem FC Liverpool folgen rund um den Globus mehrere 10 Millionen Anhänger.

Shaqiri wird bei Liverpool mit der Rückennummer 23 spielen – so wie auch in der Schweizer Nationalmannschaft.

Jürgen Klopp dirigiert in Anfield einen Klub, der im letzten …

Artikel lesen