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Philipp Lahm und Gattin Claudia bei der Weltfussballer-Gala im letzten Jahr in Zürich.
Bild: Getty Images Europe

Lahm kritisiert Ballon d'Or: «Nur wer Tore schiesst, kann Weltfussballer werden»

Verteidiger Philipp Lahm ist unglücklich mit der Wahl zum Weltfussballer. Sie sei ein «Marketingpreis», eine «Weltstürmerwahl» geworden. Eigentlich, so der Bayern-Captain, könne man auch gleich bei Facebook abstimmen lassen.

13.01.16, 16:17 13.01.16, 16:38

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Bayern Münchens Kapitän Philipp Lahm hält nicht viel von der Wahl zum Weltfussballer des Jahres und schlägt Änderungen vor. In einer Kolumne für das Onlineportal goal.com schrieb der 32-Jährige: «Ich denke, wenn der Weltfussballverband einen Preis vergibt, sollte es kein Marketingpreis sein, der ausschliesslich die Hauptdarsteller in einer medialisierten Fussballwelt auszeichnet. Vielleicht sollte in einer Teamsportart überhaupt kein einzelner Spieler prämiert werden.»

Vielmehr sollten neben der Bestimmung der Weltauswahl «vier Einzelpreise vergeben werden – um Torwart, Abwehrspieler, Mittelfeldspieler und Stürmer nicht in einen Topf zu werfen», sagte Lahm. Der Argentinier Lionel Messi hatte am Montag zum fünften Mal den «Ballon d'Or» gewonnen. Der Superstar vom FC Barcelona liess Cristiano Ronaldo und seinen Mannschaftskollegen Neymar hinter sich.

Messi gegen Lahm im Halbfinal der Champions League.
Bild: Manu Fernandez/AP/KEYSTONE

Die vergangenen und auch die aktuelle Weltfussballer-Entscheidung habe gezeigt, dass es aktuell eine «Weltstürmerwahl» sei, so Lahm weiter: «Die verkürzte Version lautet also: Nur wer Tore schiesst, kann Weltfussballer werden.» Fabio Cannavaro war 2006 der bislang einzige Abwehrspieler, der den goldenen Ball gewinnen konnte. Lothar Matthäus holte den Titel 1990 und 1991 als Mittelfeldspieler.

Facebook-Follower würden aktuell über Ergebnis entscheiden

Lahm sage dies nicht als «verbitterter Defensivspieler», betonte der 32-Jährige. Aber bei der Wahl blieben Nationaltrainer, Nationalmannschaftskapitäne und ausgewählte Journalisten aus 209 Ländern «bei den bekanntesten Namen hängen, bei den Spielern, zu denen man sofort Bilder und Aktionen im Kopf hat, die auf und neben dem Platz präsent sind.»

Man wähle die «sichtbarsten» und «populärsten» Spieler, wie eben Ronaldo (108 Millionen Facebook-Follower), Messi (81 Millionen) und Neymar (54 Millionen), die auch bei Facebook die mit Abstand meisten Follower hätten, sagte Lahm. Im Grunde könne man gleich über Facebook die Wahl stattfinden lassen. «Das Ergebnis wäre mit grosser Wahrscheinlichkeit dasselbe wie über den momentanen Modus.»

Selfie mit den Superstars: Moderator James Nesbitt wirft sich mit den Fussballern in Pose.
Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Immerhin: Für Lahm stehe ausser Frage, dass Ronaldo, Messi und Neymar «überragende Fussballer» seien. Er schreibt: «2015 aber wieder einen absolut verdienten Weltstürmer: Herzlichen Glückwunsch, Lionel Messi!» (jan/sid)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jol Bear 13.01.2016 22:31
    Highlight Finde zwar Messi auch den Besten, aber die ballon d'or -Auszeichnung kann man trotzdem ersatzlos streichen, völlig belanglose Inszenierung zum Selbstzweck.
    6 1 Melden
  • Almos Talented 13.01.2016 18:03
    Highlight Ich mag ihn nicht, aber hier stimme ich ihm vollkommen zu.
    45 5 Melden
  • lily.mcbean 13.01.2016 16:33
    Highlight Wo er recht hat, hat er recht, der Herr Lahm!
    72 4 Melden

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