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Arsenal hat den FA Cup zuletzt zweimal in Folge gewonnen.
Bild: Eddie Keogh/REUTERS

Nur noch ein störendes Relikt: Wie ManCity den ältesten Fussball-Wettbewerb der Welt verraten hat

Der englische FA Cup ist der älteste Fussball-Wettbewerb der Geschichte. Mittlerweile ist ihm das Alter anzusehen, in den letzten Jahren gleicht die Mutter aller Cup-Wettbewerbe einem Todgeweihten.

23.02.16, 13:32 23.02.16, 14:21

Als ein gewisser Morton Betts am 16. März 1872 den Wanderers FC aus London vor 2000 Zuschauern zum ersten Cupsieger der Geschichte schoss, wurde an der Golfküste von Abu Dhabi nach Perlen getaucht. Vom Bohren nach Öl – und den daraus resultierenden Reichtümern – war man noch mehr als ein halbes Jahrhundert entfernt.

Als am Samstag das von den milliardenschweren Scheichs alimentierte Manchester City mit einer drittklassigen Auswahl bei Chelsea 1:5 unterging, sagte das viel aus über den Zustand des FA Cups. Er ist zumindest für die ambitionierten Spitzenklubs ein Auslaufmodell – ein störendes Relikt in der Welt des grossen Geldes.

Wie viele Spieler aus der ManCity-Startelf vom Sonntag kennst du?
bild: Twitter

City-Coach Manuel Pellegrini machte keinen Hehl aus seinen Prioritäten: «Wir haben die Möglichkeit, erstmals die Viertelfinals der Champions League zu erreichen. Da haben wir ganz einfach keine Zeit für den Cup.» Letztes Jahr scheiterte Manchester City im Achtelfinal der Champions League und kassierte dafür gut 50 Millionen Franken. Der Sieger des FA Cups erhält gerade mal 5,5 Millionen Franken.

Etwas stimmungsvoller ging es bei Manchesters Stadtrivalen United her. Der spielte am Montag im alten Marktstädtchen Shrewsbury. Die zum Teil schiefen, aber stimmungsvollen Fachwerkhäuser wirken wie ein Rückfall in vergangene Zeiten. Fast 10'000 Fans füllten das Stadion New Meadow (neue Weide) bis auf den letzten Platz.

Ohne FA Cup ist das «Treble» nicht möglich. Und was gibt es Schöneres ...
bild: Getty images europe

Manchester United trat in Bestbesetzung an und besiegte den Drittligisten problemlos 3:0 – aber auch nur, weil für Trainer Louis van Gaal jede Niederlage die letzte sein könnte. Im Jahr 1999 – nach dem historischen «Treble» (Sieg in Meisterschaft, Cup und Champions League) zeigte die United dem FA Cup die kalte Schulter. Ein Tabubruch, aber nur der erste Schritt zur Demontage des Traditionswettbewerbs.

CL-Platz für den Sieger leider kein Thema

Schuld daran sind nicht die Geldgeber aus Asien, dem Nahen Osten oder Nordamerika. Fast gleichzeitig wurden Mitte der 1990er-Jahre die Champions League der UEFA und die Premier League in England als Abspaltung vom traditionellen Liga-System eingeführt. Die Prioritäten verschoben sich dahin, wo das grosse Geld zu verdienen ist.

Eine Möglichkeit, dem FA Cup wieder mehr Bedeutung zu geben, wäre die Vergabe eines der vier Champions-League-Plätze an den Cupsieger. Den will die Premier League aber nicht hergeben.

So weit sind wir schon: Die Gefahr einer Blamage ist grösser als die Aussicht auf ein paar Millionen und eine Trophäe.
Bild: Lee Smith/REUTERS

Und so funkeln die Sterne mehr denn je auf den Champions-League-Plätzen wie am Mittwochabend in Kiew, wo Manchester City mit allen Stars auf dem Platz stehen wird. Der FA Cup hingegen – einst auf der ganzen Welt der Inbegriff englischer Fussball-Leidenschaft – ist nur noch etwas für Nostalgiker. (pre/sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Hoppla! 23.02.2016 19:45
    Highlight Lassen wir die Kirche doch im Dorf: Das ein Verein, vor allem wenn es Ziele in der EPL gibt, die Junioren bzw. die Ersatzmannschaft aufbietet ist in der frühen Phase seit Jahren (bzw. sogar Jahrzehnten) so. In der Saison 1999/2000 verzichtete Manchester United sogar auf eine Teilnahme.

    Aber hauptsache man kann auf City rumhauen.
    1 8 Melden
  • dave1771 23.02.2016 19:37
    Highlight Arsenal hat noch Lust auf den Cup... nicht wie die Geldgeilen Clubs... für die die jetzt sagen es sei das einzige was Arsenal gewinnen kann... ja das stimmt vielleicht, aber Arsenal könnte ja auch locker x-Mio. in Spieler investieren... Geld ist nicht ALLES!
    4 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 24.02.2016 10:29
      Highlight Sanchez, Özil und Giroud haben kein Geld gekostet oder wie?
      2 0 Melden
    • ZHDave 24.02.2016 14:19
      Highlight Wenn man die Investitionen mit Clubs wie City, Manutd oder Chelsea vergleicht hat Arsenal sehr wenig ausgegeben.. und btw, Giroud hat gerade mal 12 Mio Euro gekostet...
      0 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 24.02.2016 15:55
      Highlight @ZHDave

      Da stimme ich dir absolut zu! Verhältnismässig hat Arsenal sehr wenig Geld in die Hand genommen und gute Einkäufe gemacht. Aber was dave1771 schreibt, klingt eher als hätte Arsenal den grössten Teil aus der Jugend was leider nicht stimmt... Aber die Gunners sind mir sehr sympatisch geworden (nach der Ära Bergkamp und Henry kam leider fast nur noch heisse Luft)!

      Nun ja ob 12 Mio. viel sind, darüber lässt sich streiten. Im Vergleich zu Sterling sicher ein Schnäppchen :)
      1 0 Melden
  • koks 23.02.2016 18:12
    Highlight wäre noch toll, wenn ihr wenigstens erwähnt hättet, was den fa cup vom cup unterscheidet. weshalb zwei cups?
    3 2 Melden
    • Nosgar 24.02.2016 07:51
      Highlight Beim Ligacup nehmen nur Teams aus Premier und Football League teil. Beim FA Cup alle Teams.
      1 0 Melden
  • Bluetooth 23.02.2016 16:35
    Highlight Das Ganze hat nicht mit der fehlender Bedeutung des FA Cup zu tun. Das Turnier ist in England immer noch sehr wichtig und steht halt wie auch überall in anderen Länder an dritter Stelle nach CL und Liga.
    ManCity opfert diesen nicht nur wegen der CL sondern auch wegen den Ligacupfinal gegen Liverpool diese Woche. Während dort nur ein Sieg bereits einen Titel garantiert, ist man im FA Cup noch weit davon entfernt (Achtelfinale).
    Wenn schon hätte City gegen Dynamo mit einer B-Elf auftreten können, doch dafür fehlt ManCity "verständlicherweise" das Selbstvertrauen auf internationaler Ebene.
    11 0 Melden
  • Nosgar 23.02.2016 16:24
    Highlight Das wird etwas hart ins Gericht gegangen. Wäre der FA-Cup nur noch was für Nostalgiker, so hätten bis auf eine Ausnahme in den letzten Jahren wohl nicht immer nur die grossen Teams gewonnen.
    Zudem haben die Engländer halt Champions League, Meisterschaft, FA-Cup und Ligacup.
    12 0 Melden
  • ZHDave 23.02.2016 15:46
    Highlight Das Problem in England ist, dass es zwei Cups gibt. Das führt dazu, dass ein Premier League Spieler viel zu viele Spiele in den Beinen hat. (Und genau deshalb kackt England an einer EM oder WM auch immer ab. Die Engländer haben dann schlicht keine Kraft mehr.) Logisch werden dann Stammspieler im Cup geschont. Die Lösung wäre, dass ein Cup gestrichen wird, denn zwei sind definitiv einer zu viel. Wenn, dann müsste aber der Capital One Cup gestrichen werden, den interessiert wirklich keine Sau! Der FA Cup hat immerhin Tradition
    11 5 Melden
    • maxi 23.02.2016 17:01
      Highlight es stehen ja bei city und co au sehr viele engländer auf dem platz... villeicht reicht die qualität der englischen nati halt nicht für mehr, als 8tel oder 4tel final an den grossen turnieren;)
      9 0 Melden
    • Gantii 23.02.2016 17:36
      Highlight haha wieviele solcher strengen spiele haben die denn? 38 reguläre spiele laut wikipedia.

      sorry aber zuviele spiele bei max 50 villeicht 55 spielen im jahr - wohl eher ein schlechter witz. für was kriegen die spieler denn soviele millionen wenn sie nichtmal 50 spiele in einem jahr spielen können...

      1 6 Melden
    • ZHDave 23.02.2016 18:34
      Highlight @maxi, ausser Hart und Sterling sehe ich ehrlichgesagt keinen englischen Nationalspieler bei Man City...

      @Gantti, jedes Spiel in England ist hart, da gibt's keine leichten Spiele.. und mit Champions League und Europa League (was die meisten englischen Natispieler spielen) sind es sicher nicht nur 55 Spiele..Tatsache ist, dass man auf der Insel viel weniger Regenerationszeit hat. Das kannst auch du nicht leugnen
      3 2 Melden
    • maxi 23.02.2016 19:53
      Highlight ZHdave, bei arsenal sind es nicht mehr;) bei den anderen "top" clubs siehts auch nicht viel anderst aus...
      0 0 Melden
    • ZHDave 23.02.2016 21:42
      Highlight Chambers, Ox, welbeck, walcott, wilshere, gibbs... sind schon dreimal so viele 😉
      1 0 Melden
    • Amboss 24.02.2016 06:47
      Highlight @Gantii: Vergiss all die Vorbereitungs- (=Werbe) spiele in Asien nicht. Da sind es schnell mehr.

      @Dave: Das Problem, weshalb die englische Nati immer abkackt ist doch, weil in der PL viel zu viel Geld steckt. Die Vereine kaufen die weltbesten Spieler zusammen und für junge Engländer ist kein Platz mehr.
      Die Vereine sind sich dessen bewusst, binden junge Talente früh und fördern sie nach allen Regeln der Kunst - mit dem Resultat, dass diese Spieler zu verwöhnt werden, um auch in unteren Lügen Gras zu fressen und Erfahrungen zu sammeln, sollte der Sprung in die PL nicht gleich gelingen
      1 0 Melden
    • Hoppla! 24.02.2016 08:18
      Highlight Ich finde schön, dass Arsenal wieder vermehrt auf einheimische Spieler setzt. Aber sind wir ehrlich:

      Chambers: 11 Spiele/2 Starter
      Oxlade-Chamberlain: 22 Spiele/9 Starter
      Gibbs: 12 Spiele/2 Starter

      Welbeck kam verletzungsbedingt auf 7 Minuten und Wilshere noch auf gar keine.

      Unter dem Strich erreichen die "home grown players" (da zählt auch Ramsey, Bellerin, Coquelin und Iwobi dazu) 30% der Einsatzzeit. Was natürlich immer noch mehr als die 18% bei City sind (Hart, Sterling, Delph, Iheanacho und Roberts).
      1 1 Melden
  • rerbef 23.02.2016 14:23
    Highlight Das 3. Spiel von Manchester City in dieser Woche wäre auch erwähnenswert. Der C1C Final. Mit dem riesigen Verletzungspech und nur ca. 13 fitten spielern in der Mannschaft, muss man nunmal Opfer bringen. Wer würde die Championsleague oder den C1C Final opfern für einen FA Cup achtelfinal?
    Manchester City hat bei der FA angefragt, das Spiel zu verschieben um mit einer top 11 spielen zu können. Die Anfrage wurde abgelehnt. Der Artikel hier ist ganz einfach schlecht recherchiert, schade.
    25 4 Melden
    • panaap 23.02.2016 14:27
      Highlight Champions suchen keine Ausreden....
      16 4 Melden
  • Ignorans 23.02.2016 13:55
    Highlight Nichts Neues im Cup of Losers...
    0 23 Melden

Liebe Schiris, gebt Real doch gleich den Pott, wenn ihr keinen Mumm habt, fair zu pfeifen

Real Madrid eliminiert Bayern München im Halbfinale der Champions League mit dem Gesamtskore von 4:3. Der Einzug ins Finale kam aber nur zustande, weil die Schiedsrichter kein Rückgrat haben, auch mal gegen die «Königlichen» zu pfeifen.

Sie haben heroisch gekämpft. Und trotzdem verloren. Die Bayern haben Real Madrid in deren eigenem Stadion dominiert, phasenweise gar vorgeführt. Und trotzdem jubeln am Schluss die «Königlichen». 

Weil den Bayern die Kaltschnäuzigkeit fehlt. Weil Goalie Sven Ulreich der grösste Patzer seiner Karriere unterläuft, auf den er wohl für immer reduziert werden wird. Aber auch, weil die Schiedsrichter keinen Mut haben, gegen Real Madrid zu pfeifen, wie gegen jeden anderen Klub auch. 

Bereits im …

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