Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Lebenszeichen von Lucien Favre: «Ich habe mir überall in Europa Spiele angeschaut»



Lucien Favre äussert sich erstmals seit seinem Rücktritt bei Borussia Mönchengladbach. «Es geht mir gut», sagt der begehrte Trainer zur Nachrichtenagentur SDA.

Am 20. September hat Lucien Favre in Mönchengladbach seine Demission eingereicht und die Verantwortlichen der Borussia in corpore überrascht. Nach einer Serie von fünf Niederlagen zu Beginn seiner fünften Saison am Niederrhein fasste der Romand nach reiflicher Überlegung einen unumstösslichen Grundsatzbeschluss.

Moenchengladbach's head coach Lucien Favre reacts during the German Bundesliga soccer match between Borussia Moenchengladbach and Bayern Munich in Moenchengladbach,  Germany, Sunday, Oct. 26, 2014. (AP Photo/Martin Meissner)

Lucien Favre im Oktober 2014 an der Seitenlinie in Mönchengladbach.
Bild: Martin Meissner/AP/KEYSTONE

«Da muss ich ehrlich sein zu mir und meinen Partnern»

Zum kurzen, aber alles andere als schmerzlosen Abschied verbreitete Favre ein Begleitschreiben: «Ich habe nicht mehr das Gefühl, der perfekte Trainer für Borussia Mönchengladbach zu sein. Da muss ich ehrlich sein zu mir und meinen Partnern: Es geht um den Verein, um den Mythos Borussia! Ich muss diesen Entscheid für Borussia und die Zukunft treffen.»

Auf weitere persönliche Ausführungen verzichtete Favre im vergangenen Jahr. Seit jenem grauen Herbsttag tauchte der Schöpfer von «Borussia Barcelona» ab. Erst fünf Monate später spricht der 58-Jährige erstmals öffentlich über seinen Ausstieg beim VfL. «Es geht mir sehr gut. Ich fühle mich frisch», sagt Favre zur Nachrichtenagentur SDA.

Hinter ihm liegt eine lange Zeit der Reflexion, eine Phase der persönlichen Neuausrichtung, ein Abwägen der eigenen Situation – und Momente des privaten Glücks. Der Waadtländer ist seit letztem Dezember Grossvater, seine Tochter gebar ein Mädchen.

STUTTGART, GERMANY - JANUARY 31:  Lucien Favre, head coach of Gladbach reacts with Gladbach`s manager Max Eberl (R) during the Bundesliga match between VfB Stuttgart and Borussia Moenchengladbach at Mercedes-Benz Arena on January 31, 2015 in Stuttgart, Germany.  (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Noch immer befreundet: Gladbach-Manager Eberl und Lucien Favre.
Bild: Bongarts

Favres Gedanken kreisten um viele Dinge. Immer wieder pendelte er zwischen Deutschland und der Schweiz. Kurz vor Weihnachten vereinbarten Gladbachs Manager Max Eberl und sein langjähriger Coach ein Treffen. «Wir haben viereinhalb Jahre Revue passieren lassen und besprochen. Das war für uns das Wichtigste. Lucien wird seinen Weg machen, er ist ein grossartiger Trainer», meldete Eberl im Januar.

Entsprechend blieben die Region und die Bundesliga generell in seinem Fokus. Aber er liess auch andere Einflüsse zu. «Ich habe mir überall in Europa Spiele angeschaut», sagt Favre – auch den spanischen Klassiker Real vs. Barcelona. «Man muss alle Entwicklungen verfolgen, man kann jeden Tag etwas Neues lernen.»

FCZ Praesident Ancillo Canepa, links, und FCZ Trainer Lucien Favre, rechts, feiern mit dem Meisterpokal am Donnerstag, 24. Mai 2007, im Kaufleuten Zuerich. Der FC Zuerich verteidigte seinen Titel dank einem 2:0-Derbysieg ueber die Grasshoppers. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

FCZ Präsident Ancillo Canepa und Trainer Lucien Favre feiern im Mai 2007 mit dem Meisterpokal im Kaufleuten in Zürich.
Bild: KEYSTONE

Der frühere FCZ-Meistermacher liess zunächst nur sein engstes Umfeld an den neuen Erkenntnissen und Plänen teilhaben. Seine Zurückhaltung nach dem Rücktritt taxiert er selber in der Nachbetrachtung auch als Frage des Stils und Respekts gegenüber dem alten Arbeitgeber.

Während eines Trips in den Dschungel von Costa Rica erweiterte er seinen Horizont auch abseits des taktischen Spektrums. Die Reise war nur eine von vielen Facetten, sie war wohl auch ein Teil des Verarbeitungsprozesses.

Wo er seinen spannenden Fussball-Weg fortsetzen wird, ist (noch) nicht abzusehen. Über den Zeitpunkt seines Comebacks spricht der Schweizer nicht. Er nennt keine Frist, setzt sich selber nicht ohne Not unter Druck: «Das bleibt offen.»

(sda)

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 17.02.2016 13:41
    Highlight Highlight Meines Erachtens hat Lucien Favre einen grossen Fehler gemacht und das Handtuch bei Borussia Mönchengladbach entschieden zu früh geworfen. Denn kaum war er weg, hat sein Assistenztrainer die Mannschaft von Sieg zu Sieg und bis fast zur Tabellenspitze geführt.

    Völlig ausgeschlossen, dass ein neuer Trainer innert weniger Tage eine momentan erfolglose Truppe, die jedoch in der Vorsaison Grosses geleistet hat, wieder zur Spitze führen kann! Da steckt unübersehbar Favres Arbeit mit drin und hätte er noch 1-2 Wochen auf seinem Trainerposten ausgeharrt, hätte man ihn erneut gefeiert und belobigt....
    • Santale1934 17.02.2016 15:12
      Highlight Highlight Kann schon sehr gut möglich sein und stimme dir auch nur zu gerne zu, aber die Entscheidung wurde leider gefällt und kann auch nicht mehr rückgängig gemacht werden.

      Ich persönlich bin aufjendefall extrem dankbar für das, was Favre alles für BMG gemacht und geleistet hat. Für mich wird Favre immer ein Teil von Borussia bleiben. Danke Favre.

Daniela Ryf und Nino Schurter sind die Schweizer Sportler des Jahres

Nino Schurter und Daniela Ryf wurden an den Credit Suisse Sports Awards in Zürich als Schweizer Sportler und Sportlerin des Jahres ausgezeichnet. Den Preis für das Team des Jahres erhielt die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft.

Zahlreiche Schweizer Sportler haben 2018 Ausserordentliches geleistet, deshalb präsentierte sich das Feld der Nominierten für die Sports Awards von heute hochkarätig wie selten zuvor. Mit Triathletin Daniela Ryf und Mountainbiker Nino Schurter setzten sich im Gegensatz zum Vorjahr, als Wendy Holdener und Roger Federer triumphierten, zwei Athleten durch, die eher aus Randsportarten stammen.

Die weiteren Awards in der TV-Gala gingen an Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer (Trainer …

Artikel lesen
Link to Article