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FC Porto Vincent Aboubakar, from Cameroon, throws his shirt to fans after the Champions League Group H soccer match between FC Porto and Shakhtar Donetsk at Dragao Stadium in Porto, Portugal, Wednesday Dec. 10, 2014. (AP Photo/Paulo Duarte)

Vincent Aboubakar hat sein Trikot schon ausgezogen. Wird der Kameruner der nächste sein, der Porto für viel Geld verlässt? Bild: Paulo Duarte/AP/KEYSTONE

Porto, die Export-Kanone: Kein Verein nimmt mehr Geld mit Spielerverkäufen ein – da erblasst selbst Bayern München

Heute Abend muss der FC Porto im Champions-League-Viertelfinal gegen Bundesliga-Krösus Bayern München ran. Seit ihrem CL-Gewinn 2004 verhökern die Portugiesen einen Exportschlager nach dem anderen. Davon sind die Bayern weit entfernt – nur einer der Grossklubs kann da ansatzweise mithalten. Das Rezept der Portugiesen ist simpel.

15.04.15, 14:21
Tobias Wüst, Melanie Gath
Tobias Wüst
Tobias Wüst

Melanie Gath
Melanie Gath

Redaktorin



Portos Top-Transfers der letzten Jahre

Im Viertelfinal-Kracher zwischen dem FC Porto und Bayern München von heute Abend (ab 20.45 Uhr im watson-Liveticker) sticht in erster Linie das hochkarätig besetzte Kader des deutschen Rekordmeisters ins Auge. Dabei könnten die Portugiesen über eine vergleichbare Hammer-Equipe verfügen – würden sie ihre Spieler-Juwele nicht immer gleich zu Geld machen.

Der FC Porto ist der erfolgreichste Zwischenhändler im Fussball-Business. Seit 2004, als sich die Portugiesen unter Landsmann José Mourinho sensationell die Champions-League-Trophäe gekrallt haben, haben die «Drachen» Millionen-Verkäufe am Laufband getätigt und insgesamt satte 628 Millionen Franken eingenommen. Der jüngste Verkauf ist kürzlich mit Danilos Wechsel zu Real Madrid für gut 30 Millionen Franken über die Bühne gegangen.

Unter den grossen europäischen Klubs hat einzig Real Madrid «nur» knappe 100 Millionen Rückstand, Liverpool kommt bereits nur noch auf 466 Millionen und Arsenal, Barcelona oder Manchester City liegen alle weit unter der 400-Millionen-Grenze. Weit abgeschlagen sind die deutschen Klubs. Der heutige Gegner Bayern München beispielsweise hat nur 182 Millionen mit Spielerverkäufen erwirtschaftet.

Transfereinnahmen durch Spielerverkäufe der Grossklubs seit 2004

Kaum Qualitätseinbussen

James Rodriguez für 45 Millionen Franken, Radamel Falcao, Hulk und Eliaquim Mangala für je 40 Millionen – solche Zahlen bescheren jedem Klubkassier feuchte Träume. Trotz dieser illustren Abgänge scheinen die Portugiesen kaum an Qualität einzubüssen: In der letzten Dekade heimste der FC Porto sieben Meistertitel ein und gewann 2011 die Europa League.

So könnte die Startaufstellung von Porto ohne Abgänge aussehen: Eine Augenweide! bild: eurosport

Die Eckpfeiler dieses Transfer-Erfolgs sind ein hervorragendes Scouting-System und ein exzellenter Ruf in Südamerika – von wo die Exportschlager auch überwiegend eingeschifft werden. Im aktuellen Kader stammen elf Akteure aus Südamerika.

Mehrere hundert Scouts in Diensten des FC Porto grasen in Übersee auf der Suche nach Jungtalenten grossflächig alles ab und verpflichten die zukünftigen Stars schon im Teenager-Alter. Das Vertrauen in den portugiesischen Verein ist da. Die jungen Spieler wissen, dass Porto schon zahlreichen Stars als Sprungbrett in die europäische Spitzenklasse gedient hat.

Porto's Vincent Aboubakar (C) celebrates his goal againt Estoril with his teammates during their Portuguese Premier League soccer match at Dragao stadium in Porto April 6, 2015. REUTERS/Miguel Vidal

Trotz zahlreicher Abgänge kann das kleine Porto immer noch mit den ganz Grossen im Fussballgeschäft mithalten. Bild: MIGUEL VIDAL/REUTERS

Die Sprachbarriere, an der andere europäische Vereine womöglich scheitern, ist für Porto nicht vorhanden. «Die Spieler fühlen sich sofort wie zu Hause», weiss Scout Rui Barros.

Auch der portugiesische Liga-Boss Mario Figueiredo ist von den Zwischenhändler-Qualitäten des Vereins überzeugt: «Wir kennen das mittlerweile von Porto. Sind sind exzellent im Erhöhen der Qualität eines Spielers». Für ihn ist Porto der «bestorganisierteste Klub», den er je gesehen habe.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sobre 15.04.2015 20:14
    Highlight Dieses Modell hat hat eine Kehrseite:

    Ein Modell, das Risiken birgt.

    Als der Verein im vergangenen Jahr einen Verlust realisierte, schrieb der Präsident an die Aktionäre: «Es waren nicht genügend Erträge aus dem Spielerverkauf vorhanden, um die Kosten zu decken.» Zudem sei der einzige Grosstransfer (Eliaquim Mangala, siehe Grafik) ausserhalb der Berichtsperiode zustande gekommen. Kurzum, der ­börsennotierte Club ist geradezu verdammt, jede Saison seine Besten ziehen zu lassen. Um den Aktienkurs zu stützen. Um zu überleben.

    Weil damals auch der sportliche Erfolg ausblieb, fehlten die Einnahmen aus der Champions League. Konsequenz: ein Jahresverlust von 41 Millionen Euro, der das gesamte Eigenkapital vernichtete und dieses ins Negative drehte ­(minus 33 Millionen). Normalerweise ein Grund, um Firmen zu liquidieren oder zu sanieren. Porto wählte Zweiteres und eine Kapitalerhöhung.

    2 0 Melden
  • Polder 15.04.2015 15:34
    Highlight Auch der x-te Artikel zu den riesigen Transfererlösen von Porto wird nicht besser, wenn man wieder nicht erwähnt, dass an etwa drei Viertel der Porto-Spieler Investoren ihre Anteile halten und dementsprechend fleissig mitkassieren bei einem Transfer. Porto erhält nur einen Teil des Transfergewinns. Ebenfalls sehr wichtig wäre es zu erwähnen, dass diese Fremdbeteiligungen ab Mai von der Fifa verboten sind.
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    • droelfmalbumst 15.04.2015 15:58
      Highlight die investoren sind meistens spielervermittler... zumindest bei Porto... nicht wie bei real und co. wo irgend ein chinese oder araber mit der kohle winkt...

      ist somit keine fremdbeteiligung den spielervermittler sind teil des geschäfts, leider...
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    • Polder 15.04.2015 16:54
      Highlight Das ist nicht ganz korrekt so. Zwar sind Spielervermittler involviert, diese Handeln aber wenn dann im Auftrag der Investoren. Alleine den zwei Fonds Doyen Sports Investments Limited und Robi Plus gehört ein ansehnlicher Teil der Rechte.
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  • Anded 15.04.2015 14:35
    Highlight Wie sieht es mit der Bilanz aus, wenn man die Ausgaben für Transfers abzieht (ich weiss, es gibt noch andere Ausgaben...)? Ist für Porto wohl immer noch sehr positiv, aber ich vermute da kann dann Real definitiv nicht mehr mithalten...
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    • Tobias Wüst 15.04.2015 15:01
      Highlight Da vermutest du vermutlich richtig ...
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    • droelfmalbumst 15.04.2015 15:23
      Highlight der präsident von FC Porto ist in portugal ein kult-figur (im negativen sinne)... Schiedsrichter Bestechung (z.B. urlaub bezahlen, dicke autos, prostituierte) alles schon mehrmals aufgetischt. trotz allem verdankt der portugiesische fussball diesem herren so einiges. er mag schon 80 jahre alt sein aber soviel von fussball wie er versteht kaum einer! zudem ist er ein genialer geschäftsmann. einziger minuspunkt den ich dem FC Porto gebe ist dass sie das ganze mit heimischen talenten machen könnten... da hätte portugal def. mehr davon, vor allem die nationalmannschaft...
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