Sport

Dortmunder Jubeltraube nach Sebastian Kehls Siegtreffer. Bild: WOLFGANG RATTAY/REUTERS

Packender Cup-Knüller endet mit einem Traumtor zugunsten von Borussia Dortmund

Dramatik in Dortmund: Die Borussia steht im Halbfinale des DFB-Pokals, der Siegtreffer gelang erst in der Verlängerung. Der BVB darf damit von einem versöhnlichen Saisonabschluss träumen. 

07.04.15, 23:31

Ein Artikel von

Borussia Dortmund hat das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht. Der Finalist aus dem vergangenen Jahr bezwang die TSG 1899 Hoffenheim 3:2 (2:2, 1:2) nach Verlängerung. Neven Subotic hatte den BVB zwar in Führung gebracht (9. Minute), aber auch mit einem groben Fehler den zweiten Gegentreffer von Roberto Firmino (28.) eingeleitet. Kevin Volland gelang für die TSG der zwischenzeitliche Ausgleich (21.). Pierre-Emerick Aubameyang erzielte das 2:2 (57.), Routinier Sebastian Kehl den Siegtreffer in der Nachspielzeit (107.). 

Der Patzer von Subotic, der Lupfer von Firmino. gif: ard

BVB-Coach Jürgen Klopp musste vor der Partie umstellen: Sowohl Offensiv-Star Marco Reus (Adduktoren-Beschwerden) als auch Abwehrchef Mats Hummels (Oberschenkelprobleme) mussten passen. Im Tor begann Mitchell Langerak anstelle von Roman Weidenfeller. Hoffenheim, das in der Bundesliga vier Punkte vor den Dortmundern liegt, wechselte gleich viermal im Vergleich zur 1:4-Heimniederlage gegen Mönchengladbach: Ermin Bicakcic, Pirmin Schwegler, Jeremy Toljan und Eugen Polanski sollten die Defensive stabilisieren.

Das gelang zunächst nicht. Dortmund begann offensiv, setzte die Hoffenheimer mit dem bekannten Pressing früh unter Druck. Der DFB-Pokal ist die vermeintlich letzte Chance, eine bislang missratene Saison noch positiv zu beenden. Grosse Chancen sprangen dabei allerdings bis auf einen Schussversuch von Henrich Mchitarjan in der neunten Minute nicht heraus. Dortmund blieb allerdings bemüht, hatte rund 60 Prozent Ballbesitz und belohnte sich für die ansprechende Anfangsphase mit der Führung: Subotic traf nach einer Ecke per Direktabnahme (19.).

Doppelschlag der TSG, ungenaue Angriffsbemühungen beim BVB

Die Hoffenheimer liess das unbeeindruckt, nur 102 Sekunden später traf Volland zum Ausgleich. Der U21-Nationalspieler kam ebenfalls nach einer Ecke zum Abschluss, gegen seinen Aufsetzer hatte Langerak keine Chance (21.). Noch schlimmer wurde es aus Dortmunder Sicht, als Subotic den Ball nicht richtig annahm und Firmino den Weg zum Tor ebnete. Der Brasilianer drehte das Ergebnis mit einem Heber (28.). Dortmund hatte durch Shinji Kagawa zwar noch vor der Pause die Möglichkeit zum Ausgleich (40.), gleichzeitig allerdings auch Glück, dass eine grosse Möglichkeit von Volland eine Minute vor dem Ende der ersten Hälfte wegen Abseits abgepfiffen wurde.

Coach Jürgen Klopp gratuliert seinen siegreichen Mannen. Bild: Bongarts

Nach dem Seitenwechsel drückten die Dortmunder auf den schnellen Ausgleich, Hoffenheim kam kaum noch gefährlich vor das BVB-Tor. Erst zielte Aubameyang nach Zuspiel von Erik Durm noch links vorbei, dann sorgte die gleiche Kombination für das 2:2 (57.). Zuvor hatte Ilkay Gündogan eine weitere gute Chance nach Doppelpass mit Kagawa in der 50. Minute vergeben. Der BVB spielte nun dominant, verpasste es aber lange, dem Spiel eine weitere Wendung zu geben. Nur Subotic hätte seinen Fehler beinahe ausgebügelt, doch TSG-Torhüter Oliver Baumann konnte in der 78. Minute parieren.

Hoffenheim sorgt für Schrecksekunden beim BVB

In der Schlussphase spielten beide Teams vorsichtig, ein weiterer Gegentreffer hätte das vermeintliche Aus bedeutet. Den hätte Dortmund fast kassiert, doch Langerak hielt den Versuch von Polanski stark (84.), Firmino schoss nur ans Aussennetz (85.). Auf der Gegenseite hatte Jakub Blaszczykowski die letzte Möglichkeit vor der Verlängerung (89.). Der BVB war anschliessend zwar weiterhin die spielbestimmende Mannschaft, hohes Tempo konnte das Klopp-Team aber nicht mehr gehen. So blieben Möglichkeiten in der Verlängerung aus, bis dem eingewechselten Sebastian Kehl der umjubelte Siegtreffer mit einem Dropkick aus rund 30 Metern gelang.

Das Traumtor von Sebastian Kehl. gif: gfycat

In den Schlussminuten warf Hoffenheim nochmal alles nach vorne, weil Kevin Kampl das leerstehende Tor aus kurzer Distanz nicht traf (112.). Doch Kapitän Andreas Beck vergab per Kopf die beste Möglichkeit fahrlässig (120.). Hoffenheim verpasste es damit, erstmals in der Klubgeschichte ins Halbfinale einzuziehen. (zaf)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Alle sagen, moderner Fussball sei super. Ich sage: Im modernen Fussball haben sich Saumoden eingenistet, die mich laufend kotzen lassen

Gestern. Chelsea vs. PSG. Ibrahimovic foult Oscar. Rote Karte. Rudelbildung. Rudelbildung! Gefühlte 45 Minuten Rudelbildung! 

Von den Junioren bis zum Erreichen des Champions-League-Niveaus spielen Profis ungefähr eine Zillion Spiele und erleben dabei eine Zillion strittige Szenen. Und in wie vielen Fällen hat der Schiedsrichter seine Meinung geändert? Nie.

Nie.

Fucking NIE!

Meiner zweijährigen Tochter brauche ich die Dinge zwischen zwei- bis fünfmal zu sagen, bis sie es begreift. Ein Hund …

Artikel lesen