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Martin Angha (l.) während dem enttäuschenden St.Galler Auftritt gegen Luzern (Jakob Jantscher).
Bild: KEYSTONE

FCSG-Captain Angha macht dem FCZ Mut: «Wir fahren nicht zum Spass nach Lugano»

Der FCZ ist im Abstiegskampf morgen auf die Schützenhilfe des FC St.Gallen angewiesen, der gegen Lugano spielt. Und die Zeichen aus der Ostschweiz sind eindeutig: Trainer Joe Zinnbauer und die ehemaligen FCZler Daniel Tarone und Martin Angha versprechen einen einwandfreien Auftritt.

24.05.16, 10:40 24.05.16, 11:04

Markus brütsch / nordwestschweiz

Das Wetter soll prächtig sein, heute und morgen in Lugano. Ideal für eine zweitägige Saisonschlussreise. Eine Belohnung muss ja sein für den imponierenden 3:0-Sieg gegen den FC Zürich und den Klassenerhalt. Eine gemütliche Fahrt ins Tessin, gut essen, ein bisschen mit dem Pedalo auf dem Luganersee herumkurven und bei einem Bierchen die Kameradschaft pflegen.

Natürlich läuft es ganz und gar nicht so ab, wenn der FC St.Gallen heute zu seinem letzten Super-League-Spiel in dieser Spielzeit aufbricht. Die Ostschweizer wissen: Die ganze Fussballschweiz schaut ihnen am Mittwoch auf die Füsse. Ob sie sich fair verhalten und im Cornaredo alles dafür tun, um gegen den FC Lugano ein möglichst gutes Ergebnis zu holen. Nur wenn sie punkten, hat der FC Zürich überhaupt noch eine Chance, sich zu retten.

Im schönen Lugano weilt aktuell auch die Schweizer Nationalmannschaft mit Valon Behrami (l.) und Nationaltrainer Vladimir Petkovic.
Bild: freshfocus

«Würden uns die St.Galler Schützenhilfe leisten, dann müsste man einen ganzen Lastwagen mit Bier in die Ostschweiz bringen», hat FCZ-Trainer Uli Forte am Sonntagabend nach dem 2:2 in Sion gesagt. Er ist zwar selber einmal Trainer in St.Gallen gewesen, doch es sind kaum noch Spieler aus jener Zeit da, die er anrufen könnte, um ihnen für das Lugano-Spiel Beine zu machen.

Zinnbauers Ärger

Geht es nach Joe Zinnbauer, ist dies allerdings auch gar nicht nötig. Der St.Galler Trainer hat sich am Sonntag beim 1:4 gegen Luzern ziemlich darüber aufgeregt, dass sich seine Mannschaft nach der Pause nicht engagierter um ein besseres Ergebnis bemüht hatte. «Ich habe ihr in einer deutlichen Ansprache klargemacht, dass es so nicht geht», sagt Zinnbauer. «Da kommen 15'000 ins Stadion; Fans, die uns auch in schwierigen Zeiten unterstützt haben, und wir bieten ihnen nach der Pause eine solche Vorstellung. Das ärgert mich wahnsinnig.»

St.Gallens Trainer Joe Zinnbauer erwartet eine klare Leistungssteigerung seiner Mannschaft.
Bild: KEYSTONE

Das «St.Galler Tagblatt» hatte tags darauf «Zweite Halbzeit im Ferienmodus» getitelt und geschrieben, Zinnbauer habe einigen Spielern «Freibad-Fussball» attestiert. Der Trainer: «Ich meinte damit, dass ich es nicht goutiere, wenn sie Hacke-Spitze-1-2-3 spielen.» Von brotloser Kunst hält Zinnbauer nichts. Er glaubt, dass nach der Gala gegen den FCZ zu schnell wieder die grosse Zufriedenheit eingekehrt sei. «Wenn drei, vier Spieler nicht mitziehen, geht es nicht», sagt Zinnbauer.

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Tarone erwartet Reaktion

Sein Assistent Daniel Tarone sagt: «Wir erwarten von der Mannschaft eine Reaktion auf die zweite Halbzeit gegen Luzern. So wollten wir uns nicht von unseren Fans aus der Saison verabschieden. Von daher haben wir etwas gutzumachen.» Tarone selber hatte jahrelang für den FCZ gespielt und sagt: «Natürlich verfolge ich die Entwicklung beim FCZ noch immer gespannt. Ein Abstieg wäre ein harter Schlag für den Verein. Für mich gehört der FCZ in die Super League. Aber nun bin ich seit Jahren beim FC St.Gallen, und wir müssen zuerst einmal auf uns schauen.»

FCSG-Assistenztrainer Daniel Tarone. Bild: EQ Images

Auch Captain Martin Angha ist als Junior für den FCZ aufgelaufen. «Ich hätte vor der Saison nie gedacht, dass der FCZ in diese Situation kommen könnte. Ich bin aber zu hundert Prozent auf den FC St.Gallen fokussiert und beschäftige mich momentan nicht damit, ob der FCZ absteigen könnte oder nicht», sagt Angha. «Wir fahren nicht zum Spass nach Lugano. Für uns ist es wichtig, uns mit einer ansprechenden Leistung aus der Saison zu verabschieden. Gegen Luzern haben wir dies nicht geschafft. Deshalb sind wir hoch motiviert, den Eindruck geradezurücken.»

So soll es nach dem Spiel gegen Lugano nicht aussehen: Hängende Köpfe bei den St.Gallern nach dem 1:4 gegen Luzern. Bild: KEYSTONE

Zinnbauer fordert mehr Gier von seinen Spielern. Gier nach Toren und Punkten. «In Deutschland werden schon die Jugendspieler darauf programmiert, rauszugehen, um zu gewinnen», sagt Zinnbauer. «Ich selber kann nicht mal ein Testspiel verlieren, ohne dass ich danach schlecht drauf bin.»

Doch ihm bleibt nun nichts anderes übrig, als an seine Mannschaft zu appellieren, sie möge kämpfen, laufen und grätschen. «Wir sind unseren Fans gegenüber in der Pflicht», sagt Zinnbauer. «Wir tun alles für den Sieg.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • so en shit 24.05.2016 13:22
    Highlight Ich find de fcz supr!!
    4 6 Melden
  • Schoff 24.05.2016 12:24
    Highlight Als st.galler wäre mir eine niederlage in lugano so was von egal. Zürich steigt ab und somit
    1. Ist eine konkurrent auf den uefacup platz weniger im spiel
    2. Wären mit Lugano/vaduz für nächste saison schon mal zwei valable abstiegkandidaten in der pipeline
    3. Wirds für wil nächste saison schwierig aufzusteigen

    9 5 Melden
  • Luca Brasi 24.05.2016 12:18
    Highlight Die St. Galler haben diese Sprüche aber auch wohl vor dem Luzernspiel gemacht. "Nein, natürlich werden wir im letzten Heimspiel der Saison nicht den Schlendrian einziehen lassen!", etc. Die Wahrheit sieht man dann auf dem Platz. Und Ex-FCZler befragen, bringt nichts. Die haben noch Bekannte und Verwandte dort. Da will man es sich nicht verscherzen. Aber Zürich ist selbst in diese Situation geraten.
    13 1 Melden
  • Asmodeus 24.05.2016 12:04
    Highlight 1. Warum motzen nur alle gegen den FC St. Gallen und niemand gegen Vaduz? Vor Allem da sich z.B. Sadiku weigert gegen den FCZ zu spielen.

    2. Wieso geht man aus Prinzip davon aus, dass der FCZ die Klasse hätte Vaduz zu schlagen? Ausser Vaduz würde sich gar nicht richtig anstrengen (siehe Punkt 1)

    28 2 Melden
    • Schnurri 24.05.2016 12:21
      Highlight Vielleicht ist es gar kein weigern sondern ein vertragszusatz...
      1 6 Melden
  • Gelöschter Benutzer 24.05.2016 11:24
    Highlight Zürich führt bis zum Ende, und Lugano haut Zürich erst in der 93' in die CL....dann hätte das Selbstweihräucherungs Buch des FCZ irgendwie etwas ironisches. :)

    Ehm ja, Galgenhumor....ich hoffe einfach dass Zürich wenn es denn so kommen soll, mit einem Sieg runtergeht, und nicht von Vaduz noch mit einem 1:6 weggeballert wird weil Lugano schon ab der 40' mit 3:0 führt und die FCZ Spieler aufgeben.

    PS:
    Saisonkarten Besitzer und solche die schon ein Ticket haben, dürfen im FCZ Fanshop oder an der Abendkasse am Mittwoch ein zweites Ticket für eine Begleitperson holen! Los, 10'000+ Zuschauer!
    12 6 Melden
  • JohnDoe 24.05.2016 11:22
    Highlight Und wo bleibt der Appell an die Fairness von Vaduz und Sadiku? Weshalb findet es niemand ein Skandal, dass er nicht spielt? Hoffe auf einen Sieg meiner grün-weissen bei einer gleichzeitigen Kanterniederlage von Zürich... Verdient haben die den Abstieg (auch wenn mir ein Absteiger aus Niederhasli oder dem Lichtenstein lieber gewesen wäre)
    34 6 Melden
    • Maximus Decimus Meridius 24.05.2016 11:36
      Highlight Es gibt einen Passus bei Leihverträgen (Sadiku gehört immer noch dem FCZ) der sagt, dass man nicht gegen den eigenen Verein spielen darf.
      2 22 Melden
    • andre63 24.05.2016 12:01
      Highlight dieser passus wurde von der liga verboten. sadiku dürfte spielen.
      23 2 Melden
  • Ohmann94 24.05.2016 11:08
    Highlight Ich versteh ehrlich gesagt diese ständigen Berichte über den möglichen Abstieg und das andere Clubs noch Schuld daran haben sollen nicht. Nach so einer blamablen Saison hat man doch schlicht nicht mehr den Anspruch einen allfälligen Abstieg Anderen in die Schuhe zu schieben! Und wieso sollte der FCSG nicht so spielen wie in jedem anderen Spiel auch? Logisch gab es Katastrophen-Auftritte diese Spielzeit, aber nervt doch mit irgendwelchen Verschwörungstheorien und solch diffamierenden Aussagen.

    Viel Glück an Zürich, aber am Abstieg sind sie selbst Schuld.
    23 1 Melden
  • Fendant Rüpel 24.05.2016 10:55
    Highlight Nur schon aus diesem Grund wünsche ich mir den FCZ nächstes Jahr in der Challenge League:

    http://www.lenouvelliste.ch/articles/valais/valais-central/sion-les-fans-du-fcz-pillent-une-station-service-apres-la-rencontre-537390
    8 4 Melden
    • Asmodeus 24.05.2016 12:06
      Highlight Jo. Die Polizei in Basel freut sich auch darüber, wenn die FCZ-Fans nicht zu Besuch kommen. Ganz zu schweigen von den Zugpassagieren die in Pratteln auf den Zug müssen.
      6 0 Melden
    • Fendant Rüpel 24.05.2016 12:21
      Highlight Gibt ja sonst noch einige interessante Klassiker für den FCZ mit Servette, Xamax, Wil und Aarau :-)
      0 0 Melden

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