Sport

Feierei! Die traditionelle Meisterfeier auf dem Basler Barfüsserplatz. Bild: FC BASEL 1893 POOL

Abt. Luxusprobleme: FC Basel will Meisterfeier verschieben

Diese Probleme hätten andere Super-League-Vereine auch gerne: Weil den Meisterfeiern des FC Basel mittlerweile das Besondere fehlt, soll in diesem Jahr alles anders werden. Der Verein plant offenbar, das Erreichen des zweiten Sterns mit einem grösseren Fest zu feiern.

20.04.17, 08:09 04.05.17, 07:35

Céline Feller / bz basel

Die Meisterfeier des FC Basel? Sie ist für die Basler schon lange nichts Spezielles mehr, wenn man ehrlich ist. Zu sehr sind sie schon zu Saisonstart zu erwarten und planbar. Selbst, dass es eine «spontane» Feier geben wird, ist jeweils klar. Einzig der Zeitpunkt einer solchen ist noch nicht vor dem ersten Saisonspiel fixiert.

Durch die Planbarkeit der Feiern sind ihr in den letzten Jahren die grossen Emotionen etwas abhanden gekommen. Auf dem Balkon genau so wie unten auf dem Barfi. Sogar Marco Streller, FCB-Legende und designierter Sportchef seines Herzensvereins, musste unlängst zugeben, dass die erste Meisterfeier gefühlsmässig unbeschreiblich war, diese Intensität an Glücksgefühlen aber mit den Jahren abnahm. Man gewöhne sich eben daran. Das Feuer war – wie im Stadion auch – etwas erloschen.

Ein Punkt, den man unbedingt wieder ändern will. Auch, weil der abtretenden Führung um Bernhard Heusler und Georg Heitz ein mehr als würdiger Abschied geboten werden soll.

Bernhard Heusler gibt FCB-Führung ab. Bild: KEYSTONE

Vor allem aber, weil der FCB in diesem Jahr nicht nur den achten Titel in Serie, sondern den 20. insgesamt und damit den zweiten Stern holen wird. Eine historische Marke, die nicht mit einer normalen Meisterfeier zelebriert werden soll.

Den zweiten Stern würdigen

Daher hegt der FCB, wie die BZ Basel berichtet, Pläne, die offizielle Meisterfeier in diesem Jahr anders zu gestalten, als man sich das in Basel gewohnt ist. Es soll «etwas Grösseres» werden, wie Quellen sagen. Etwas Imposanteres. Eine Art Stadtfest.

Das letze Jahr sah die Feier so aus: 

Um dies zu verwirklichen, soll nicht im Nachgang des letzten Spiels und nach Übergabe des Pokals gefeiert werden – sondern erst am Tag danach. Am Samstag, 3. Juni also, statt in der Nacht von Freitag auf Samstag. Denn so würde man nicht nur die grosse Bedeutung des Errungenen hervorheben, sondern auch Familien mit Kindern wieder einmal die Möglichkeit geben, zu partizipieren.

Ein schöner Gedanke, der aber nicht von allen geschätzt wird, wie zu hören ist. Schliesslich wäre der Samstag, an dem die Feier nun wohl stattfinden wird, der erste von ohnehin knapp bemessenen Ferientagen für die Mannschaft.

Beim FC Basel selbst hält man sich noch bedeckt. Am Mittwochnachmittag fanden Sitzungen statt, in denen das konkrete Prozedere besprochen wurde. Offiziell kommuniziert wird heute Donnerstag. Und dann wird auch klar sein, wie die «spontane» Meisterfeier vonstatten gehen soll.

Denn auch diese wird – in diesem Fall eher ungewollt – etwas anders als jene der letzten Jahre werden. Denn der FCB könnte in diesem Jahr Sofa-Meister werden. Heisst: Die Basler stehen nicht unmittelbar dann als Meister fest, wenn sie Vaduz am Samstagabend haben besiegen können. Sondern erst dann, wenn gleichzeitig YB gegen Lugano nicht gewinnen kann. Weil YB aber erst am Sonntag, der FCB hingegen schon am Samstag spielt, würde der FCB vor dem Fernseher als Meister feststehen. Denkbar, dass sich die Mannschaft nach einem allfälligen Sieg gegen Vaduz die Partie YB gegen Lugano dann zusammen anschaut.

Und was passiert, wenn YB tatsächlich Punkte lässt? Wird dann anschliessend auf dem Barfi gefeiert? Von der Couch auf den Casino-Balkon? «Das wäre ein absoluter Sonderfall. Wir sind dabei, uns intern abzusprechen, wie wir im Fall der Fälle vorgehen würden», sagt FCB-Mediensprecherin Andrea Roth auf Anfrage und verweist auf die offizielle Mitteilung, die im Verlaufe des Tages folgt.

Klar ist aber, dass man sich beim FCB Gedanken macht, ob ausgerechnet eine Sofa-Meisterschaft die ohnehin schwindenden Emotionen neu entfachen könnte – oder aber ein Verzicht auf die «spontane» Feier mehr Sinn machen würde, um so auch einen halb leeren Barfi zu vermeiden. Vielleicht schaut man dann auch zum grossen FCB, dem FC Bayern München, auf. Dieser wurde vor zwei Jahren ebenfalls auf dem Sofa Meister. Und verzichtete auf eine spontane Jubelfeier.

Unvergessene Fussball-Geschichten aus Grossbritannien

12.02.2011: Wayne Rooneys perfekter Fallrückzieher gegen ManCity lässt sogar Sir Alex schwärmen

09.10.1996: Schottland spielt in Estland gegen sich selber und wird von der «Tartan Army» lautstark gefeiert

25.01.1995: King Cantona flippt aus – er setzt zum legendärsten Kick der Fussball-Geschichte an

14.04.1999: Ryan Giggs schiesst ein Wahnsinns-Tor und entblösst sein Brusthaar. Arsène Wenger hat davon noch immer Alpträume

11.11.2011: Der estnische Ersatzspieler, der hier den Ball weitergereicht hat, ist in Wahrheit ein cleverer irischer Fussballfan

09.11.1997: Der Windarsch kassiert in einem einzigen Fussball-Spiel gleich drei Rote Karten – und ist auch sonst ein liebenswerter Rüpel

15.05.1974: Im Suff stecken schottische Natifussballer ihren Star in ein Boot – das sofort von der Strömung weggetrieben wird

12.05.2013: Der Wahnsinn von Watford: «Ja, Sie haben gerade die dramatischste Schlussminute aller Zeiten gesehen!»

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

26.12.1963: 10 Spiele, 66 Tore – ein Hattrick in dreieinhalb Minuten krönt die unfassbare Torflut am Boxing Day

01.03.1980: Everton trauert um Dixie Dean – die Klublegende war so gut, dass ihm ein hässiger Verteidiger einen Hoden zerstörte

02.01.1998: Paul Gascoigne erhält Morddrohungen, weil er einen Flötenspieler imitiert

23.12.2006: Paul Scholes zimmert das Leder mit einer Volley-Rakete unter die Latte – und Ferguson fordert danach eine Entschuldigung von Mourinho

14.10.2006: Petr Cech bangt nach einem üblen Zusammenprall um sein Leben und wird danach nie mehr ohne Helm im Tor stehen

13.05.2012: Zu früh gefreut! City schnappt United den Titel im grössten Herzschlag-Finale der englischen Geschichte weg

23.08.2003: Nach dem Traumtor von Blackpools Neil Danns jubelt der Schiedsrichter kräftig mit – oder etwa doch nicht?

25.11.1964: Dank Bill Shanklys Geistesblitz wird aus dem FC Liverpool ein für alle Mal die Reds

28.04.1923: Ein weisses Pferd (das gar nicht weiss war) rettet die chaotische Wembley-Eröffnung – und ist dann angeblich auch noch Schuld am Resultat

04.02.1997: Goalie Peter Schmeichel erzielt ein Fallrückzieher-Tor – aber es endet im Drama

01.01.2007: Schöner als beim Neujahrsspringen fliegen sie nur noch in der Premier League

05.05.1956: «Traut the Kraut» spielt den FA-Cup-Final trotz Genickbruch zu Ende und wird vom Kriegsgefangenen zum besten City-Torhüter aller Zeiten

28.09.2004: «Der Messias kam nach Manchester» – Wayne Rooney skort in seinem ersten Spiel für die United gleich einen Hattrick

16.03.2002: Ein Knochenbrecher-Foul macht aus einem fast gewöhnlichen Fussballspiel die «Battle of Bramall Lane» 

21.04.2001: Die späte Rache des Roy Keane – «Schitzo» begeht das böswilligste Foul der Fussball-Geschichte

22.04.2006: Newcastle-Legende Alan Shearer muss abtreten – ausgerechnet wegen Erzrivale Sunderland

22.12.2007: Arsenal-Bad-Boy Nicklas Bendtner schiesst 1,8 Sekunden nach seiner Einwechslung das schnellste Joker-Tor aller Zeiten

23.03.2009: José «The Special One» Mourinho wird Doktor – und überrascht mit seiner Dankesrede die Fussballwelt

Das berühmteste Mannschaftsfoto der Welt oder der Tag, an dem die Geschichte des Mannes mit den grössten Eiern beginnt

Singen statt streiten – wie dieses magische Lied ein ganzes Stadion vereinte

Als der «Prinz des Dribblings» den allerersten Cupwettbewerb entschied 

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
6
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • die 200 20.04.2017 12:14
    Highlight Ich kann mich noch an die Meisterfeier hier in St. Gallen erinnern... Ein riesig ausgelassenes Fest! Was nach 96 Jahren Durststrecke wohl auch klar ist... Aber wer kann es dem FCB verdenken, sich mal für eine alternative Variante zu entscheiden?
    Es sind doch nun die gleichen Neider, die ansonsten kritisieren, wie langweilig das ganze Gefeier auf dem Barfi sei nach all den Titeln... Der FCB macht nun mal die beste Arbeit, was schweizer Fussball betrifft...
    14 1 Melden
  • Mikki 20.04.2017 11:43
    Highlight Könnte man auch absagen was gibts denn noch zu feiern nach 6 jahren ewig der gleiche meister....
    16 22 Melden
  • hektor7 20.04.2017 11:28
    Highlight oje...

    Und die Tore werden in Zukunft nicht direkt nach dem Einnetzen gefeiert, sondern jeweils am darauf folgenden Heimspiel, welches an einem Sonntag Nachmittag stattfindet. Dann können auch die Familien mitjubeln.
    25 5 Melden
  • acove 20.04.2017 11:01
    Highlight Die "Probleme" wie der FCB sie offenbar hat, sind eigentlich aus einer gewissen Überheblichkeit des Vereins entstanden. Man will eben nicht zu den "Normalos" gehören, das sollen alle anderen Vereine sein, wir vom FCB sind mehr als "alle anderen Vereine"! Wie lange diese Überheblichkeit allerdings anhalten wird und wie lange man sich eine solche Überheblichkeit noch leisten kann, sei mal dahingestellt. Wie sagt ein Sprichwort? "Hochmut kommt vor dem Fall"! und der wird früher oder später auch bem FCB Einkehr halten.
    18 31 Melden
    • Ruffy 20.04.2017 12:33
      Highlight Wir SIND mehr als alle anderen 😏
      3 7 Melden
    • Amboss 20.04.2017 13:53
      Highlight Auch wenn der FCB die Champions League-Millionen bald mit mehr hat. Für die nationale Meisterschaft reicht es noch ewig. Die nächsten 10, 15 Jahre gehört der Titel dem FCB.
      4 6 Melden

Alle sagen, moderner Fussball sei super. Ich sage: Im modernen Fussball haben sich Saumoden eingenistet, die mich laufend kotzen lassen

Gestern. Chelsea vs. PSG. Ibrahimovic foult Oscar. Rote Karte. Rudelbildung. Rudelbildung! Gefühlte 45 Minuten Rudelbildung! 

Von den Junioren bis zum Erreichen des Champions-League-Niveaus spielen Profis ungefähr eine Zillion Spiele und erleben dabei eine Zillion strittige Szenen. Und in wie vielen Fällen hat der Schiedsrichter seine Meinung geändert? Nie.

Nie.

Fucking NIE!

Meiner zweijährigen Tochter brauche ich die Dinge zwischen zwei- bis fünfmal zu sagen, bis sie es begreift. Ein Hund …

Artikel lesen