Sport

Spielte mehr erfolgreiche Pässe als die ganze Kölner Mannschaft zusammen: Xabi Alonso.  Bild: EPA/DPA

Neuer Bundesliga-Rekord

Ex-Real-Spieler bringt Tiki-Taka auf ein neues Level – Alonso gegen Köln mit 206 Ballkontakten

Xabi Alonso bestritt gestern zwar erst sein fünftes Ligaspiel, stellte mit 206 Ballkontakten aber bereits einen Bundesliga-Rekord auf. Pep Guardiola hat mit dem Ex-Real-Madrid-Spieler seinen neuen Musterschüler gefunden. 

28.09.14, 15:33 29.09.14, 11:21

Ende August wurde bekannt, dass Xabi Alonso von Real Madrid zum FC Bayern München wechselt. Ein Wechsel, der ohne grosses Aufsehen durchgeführt wurde. Ein Wechsel, den so niemand erwartet hätte. Der Weltmeister und zweifache Europameister gehörte während fünf Jahren zum Real-Madrid-Inventar und war von der spanischen Hauptstadt fast nicht mehr wegdenkbar.

Weil Real-Boss Florentino Perez diesen Sommer aber wieder einmal die Spendierhosen an hatte und sein Star-Ensemble um weitere Namen wie Toni Kroos und James Rodriguez erweiterte, wurde die Luft für Alonso im Real-Kader immer dünner. Zur gleichen Zeit geisterte bei den Bayern die Verletzungshexe herum und setzte unter anderem Thiago Alcantara und Javi Martinez ausser Gefecht. Plötzlich stand der Name Xabi Alonso ganz zuoberst auf Pep Guardiolas Einkaufszettel.

Guardiola und Alonso. Ex-Barça und Ex-Real – trotzdem harmoniert es. Bild: Kerstin Joensson/AP/KEYSTONE

Beeindruckendes Debüt

Am 28. August ist es dann soweit: Für «nur» acht Millionen wechselt der 32-jährige Spanier per sofort zum FC Bayern München. Zwei Tage später gibt Alonso im Dress des deutschen Meisters bereits sein Debüt. Gegen Schalke spielt er zwar nicht über die gesamte Spieldauer, doch der Einstand des Neo-Münchners ist beeindruckend. Ohne einmal an der Säbener Strasse trainiert zu haben, übernimmt der Spanier sofort das Zepter und gibt im Bayern-Spiel den Takt an.

Auch in den darauffolgenden Spielen zeigt sich Alonso als absoluter Glücksfall für die Bayern. Der Spanier versteht sich mit Pep Guardiola trotz Real-Vergangenheit offensichtlich ausgezeichnet und findet sich immer besser mit der Spielphilosophie des Katalanen zurecht. 

Alle 26 Sekunden am Ball

Gestern nun der vorläufige Höhepunkt der Alonso-Show: Im Bundesliga-Spiel auswärts gegen Köln hat der Mittelfeld-Stratege sage und schreibe 206 Ballkontakte. Will heissen, dass er im Schnitt alle 26 Sekunden am Ball ist. Damit löst Alonso Thiago Alcantara von der Spitze ab, welcher die Rekordmarke letztes Jahr auf 187 Ballkontakte setzte. 

Alonso dirigiert gestern gegen Köln das Bayern-Spiel. Bild: Thorsten Wagner/freshfocus

Alonso war ob seinem Rekord sichtlich überrascht und meinte dazu: «Ich habe nicht mitgezählt, aber das ist sehr schön.» Ein bisschen weniger pragmatisch reagierte Teamkollege Thomas Müller: «200 Ballkontakte! Dafür brauche ich eine ganze Saison», so der Bayern-Knipser.

«200 Ballkontakte! Dafür brauche ich eine ganze Saison.»

Thomas Müller

Xabi Alonso hatte in Köln nicht nur unglaublich viele Ballkontakte, auch die Pass-Präzision war eine Klasse für sich. Insgesamt 175 Mal konnte der Spanier die Kugel erfolgreich an einen Mitspieler weitergeben. 

Köln nur mit 159 Zuspielen insgesamt

Zum Vergleich: Die gesamte Mannschaft des FC Köln brachte es während des Spiels auf lediglich 159 gelungene Zuspiele. Der Klassenunterschied im RheinEnergieStadion war eklatant: 72:28 Prozent Ballbesitz, 21:8 Torchancen und 11:2 Ecken, so die Zahlen aus Bayern-Sicht. 

Ein Wunder, dass lediglich ein 2:0-Sieg herausschaute, die Leistung von Alonso und seinen Teamkollegen schmälert dies aber nicht. Guardiolas Tiki-Taka-Stil erlebt bei den Bayern eine neue Blütezeit; und das unter der Regie eines genialen Ex-Real-Madrid-Spielers.

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Alle sagen, moderner Fussball sei super. Ich sage: Im modernen Fussball haben sich Saumoden eingenistet, die mich laufend kotzen lassen

Gestern. Chelsea vs. PSG. Ibrahimovic foult Oscar. Rote Karte. Rudelbildung. Rudelbildung! Gefühlte 45 Minuten Rudelbildung! 

Von den Junioren bis zum Erreichen des Champions-League-Niveaus spielen Profis ungefähr eine Zillion Spiele und erleben dabei eine Zillion strittige Szenen. Und in wie vielen Fällen hat der Schiedsrichter seine Meinung geändert? Nie.

Nie.

Fucking NIE!

Meiner zweijährigen Tochter brauche ich die Dinge zwischen zwei- bis fünfmal zu sagen, bis sie es begreift. Ein Hund …

Artikel lesen