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epaselect epa06492831 Dortmund's Michy Batshuayi (C) celebrates with his teammates after scoring the 2-1 lead during the German Bundesliga soccer match between FC Cologne and Borussia Dortmund in Cologne, Germany, 02 February 2018.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL EMBARGO CONDITIONS - ATTENTION: Due to the accreditation guidelines, the DFL only permits the publication and utilisation of up to 15 pictures per match on the internet and in online media during the match.

Eingeschlagen wie eine Bombe! Michy Batshuayi trifft in seinem ersten BVB-Spiel gleich doppelt. Bild: EPA/EPA

Mehr als eine Tormaschine – Batshuayi macht Aubameyang bereits vergessen

Er mag unreif sein, kompliziert – aber er ist hocheffizient: Michy Batshuayi hat Borussia Dortmund gegen Köln gleich in seinem ersten Bundesliga-Spiel zum Sieg geführt. Vor allem scheint der Belgier seinen Mitspielern gut zu tun.

Daniel Theweleit



Ein Artikel von

Spiegel Online

Sokratis versuchte erst gar nicht, den Namen des Helden auszusprechen. «Der Neue ist gut», sagte der Grieche über Michy Batshuayi, der gleich in seiner ersten Partie für den BVB zum Spieler des Spiels wurde.

Dabei sollte dieser Freitagabend in Köln eigentlich Peter Stöger gehören. Mit seinem neuen Klub Borussia Dortmund war er an den Ort seiner grössten Erfolge zurückgekehrt. Aber nach dem Spiel freute sich der Trainer dann nicht nur über den 3:2-Sieg seiner Mannschaft, sondern auch, weil ein anderer im Mittelpunkt stand: Michy Batshuayi.

Erst am Mittwoch hatte der BVB den Stürmer von Chelsea ausgeliehen, Stöger berief den Belgier sofort in die Startelf. Batshuayi dankte ihm das mit zwei Treffern und einer Vorlage zum dritten Tor. Als der 24-Jährige nach dem Abpfiff zu den Interviews kam, schien er sich gar nicht über seine eigene Leistung zu wundern. «Ich fühle mich sehr gut, aber ich will noch besser werden, taktisch vor allen Dingen», sagte er ohne ein Lächeln im Gesicht. Das Toreschiessen ist für diesen Mann ganz offensichtlich eine Selbstverständlichkeit.

Conte stinksauer über den Transfer

Noch am Sonntag hatte Batshuayi zwei Treffer zum 3:0-Sieg des FC Chelsea im FA-Cup gegen Newcastle beigetragen, Antonio Conte der Trainer der Londoner, soll sehr verärgert sein, dass seine Vorgesetzten den Angreifer bis zum Sommer nach Deutschland verliehen haben.

In Köln war Batshuayi kurz vor der Pause sogar noch ein weiteres Tor gelungen, das der Videoschiedsrichter aber wegen einer knappen Abseitsposition annullierte. Batshuayi liess ausserdem zwei Grosschancen ungenutzt. «Wir wussten, dass er von der Quote her sehr gut ist, aber dass das Spiel hier für ihn so läuft, ist ein Traum», sagte Stöger.

Die beiden Batshuayi-Tore in Köln:

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Das 1:0 in der 35. Minute. Video: streamable

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Das 2:1 in der 62. Minute. Video: streamable

Trotzdem liegt vor dem Coach jetzt noch viel Arbeit. Stöger kann in den kommenden Wochen an seinem neuen Talent zeigen, dass er ein guter Trainer ist. Batshuayi ist im Brüsseler Problemviertel Moelenbeek aufgewachsen und gilt als schwierig und eigenwillig. Mit 14 Jahren war er aus der Jugendakademie des RSC Anderlecht geflogen, weil er Bälle geklaut haben soll. Und bei seinem BVB-Debüt war er trotz seiner drei Torbeteiligungen gerade defensiv weit entfernt von Perfektion.

Batshuayis Torgefahr war bemerkenswert, sein Pressingspiel hingegen noch verbesserungswürdig und seine Pässe manchmal nicht klar genug. Hinter ihm herrschte zudem mehrfach Verwirrung, weil die Kollegen von defensiven Laufwegen ihres Zugangs überrascht waren. Umso erstaunlicher ist es, wie bereichernd sich dessen Anwesenheit dennoch auf die Mannschaftsleistung auswirkte. Denn wer genau hinsah, konnte auch die Unzulänglichkeiten eines Abwesenden erkennen.

Batshuayi macht die Kollegen froh

Pierre-Emerick Aubameyang, der unter der Woche für knapp 64 Millionen Euro zum FC Arsenal wechselte, ist vor allem ein Tempo- und Abschlussspieler. Nun hat der BVB einen Stürmer, der Bälle auch mal mit dem Rücken zum Tor fordert, diese verarbeiten kann und dann seine Kollegen in Szene setzt. Das eröffnet den Dortmundern ganz neue Möglichkeiten. Es ist sicher kein Zufall, dass André Schürrle an der Seite Batshuayis sein bestes Spiel seit Langem machte und in der Schlussphase den 3:2-Siegtreffer erzielte.

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Der 3:2-Siegtreffer durch Schürrle. Video: streamable

«Von mir fällt sehr viel Ballast ab», sagte Schürrle. Er nutzte die Gelegenheit, um sich über seine Kritiker zu beschweren: «Auch wenn das keiner wahrhaben will, ich war sechs Monate lang verletzt.» Nun fühle er sich wieder gut, «ich habe Vertrauen, die Fitness ist da», sagte er.

Und prompt zeigte er wieder diese Tempoläufe, die seine grösste Stärke sind. Zuletzt war Schürrle in Dortmund so unglücklich, dass die Klubführung in Erwägung zog, auf einen Wechsel zu drängen. «Aber er wollte bleiben», berichtete Stöger nun. Jetzt steht Schürrle wie die ganze Dortmunder Mannschaft an einer Art Neubeginn. «Wir werden ein bisschen ruhiger arbeiten können», sagte der Flügelspieler.

Ein unerwarteter Fortschritt

Das Aubameyang-Theater der vergangenen Wochen hatte den Alltag beim BVB schwer belastet, dieser Befund war vielen Aussagen des Abends zu entnehmen. Aber jetzt, nach dem Sieg in Köln, wirkte nicht nur die Stimmung der Spieler verbessert, auch die bisherige Bilanz des neuen Trainers liest sich nun gut: Stöger hat von sechs Bundesligapartien drei gewonnen und keine verloren. Ein Zweipunkteschnitt reicht normalerweise für einen Champions-League-Platz.

Dortmund's Pierre-Emerick Aubameyang watches disappointed during the German Bundesliga soccer match between Borussia Dortmund and SC Freiburg in Dortmund, Germany, Saturday, Jan. 27, 2018. The match ended 2-2. (AP Photo/Martin Meissner)

Aubameyang ist weg und das ist gut so. Bild: AP/AP

Zudem verfügt der BVB über hohe Transfereinnahmen und hat mit Batshuayi gleichzeitig einen aufregenden Stürmer, der nicht nur Tore schiesst, sondern nach den ersten Eindrücken auch seine Mitspieler besser macht. So viel Fortschritt war nicht zu erwarten nach den schweren Wochen, die hinter Borussia Dortmund liegen.

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