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Grosse Freude bei Manchester City: In der Champions League läuft alles nach Wunsch. Bild: EPA/ANSA

Doch die beste Liga der Welt? Englands Topklubs dominieren die Champions League

Die letzten Jahre waren sie die Lachnummer des europäischen Fussballs. Aktuell vergeht den Gegnern der englischen Topklubs in der Champions League das Lachen aber gleich reihenweise.

02.11.17, 11:47 02.11.17, 13:33
Adrian Bürgler
Adrian Bürgler

Gross war der Spott, den die englischen Mannschaften in den vergangenen Jahren über sich ergehen lassen mussten. In den letzten fünf Spielzeiten der Champions League schafften es mit Chelsea in der Saison 2013/14 und Manchester City nur zwei Vertreter der Premier League bis in den Halbfinal.

Die besten Ergebnisse britischer Teams in der Champions League seit der Saison 12/13:

2012/13: Achtelfinal (Manchester United, Arsenal)
2013/14: Halbfinal (Chelsea)
2014/15: Achtelfinal (Manchester City, Chelsea, Arsenal)
2015/16: Halbfinal (Manchester City)
2016/17: Viertelfinal (Leicester City)

In den letzten drei Saisons war ein Viertelfinal von Überraschungsmeister Leicester City das beste Resultat der Teams von der Insel. Und das soll die beste Liga der Welt sein, wie so oft proklamiert wird?

Dieses Jahr sieht es so aus, als könnte da tatsächlich wieder etwas dran sein. Von den fünf Premier-League-Vertretern, die aktuell in der Königsklasse dabei sind, hat Chelsea als einziger eine Niederlage kassiert (0:3 gegen die AS Rom). Die vier anderen (Manchester United, Liverpool, Manchester City und Tottenham) stehen noch ohne Nuller da. Die «Citizens» und die «Spurs» sind gar schon zwei Spieltage vor Ende der Gruppenphase für die K.o.-Runde qualifiziert.

So stehen die englischen Klubs aktuell in der Champions League da

Für Manchester United ist dieser Schritt nach bislang vier Siegen in vier Spielen nur noch Formsache. Chelsea dürfte sich den Platz im Achtelfinal mit einem Sieg gegen Karabach ebenfalls problemlos sichern. Und selbst das in der heimischen Liga unter den Erwartungen gestartete Liverpool führt seine Gruppe nach vier Spieltagen ziemlich souverän an.

Ist Erfolg doch käuflich?

Es scheint, als würden die immensen Transferausgaben endlich auch international den sehnlich erwarteten Erfolg bringen. Manchester City gab im Sommer unglaubliche 250 Millionen Euro aus. Die Zuzüge von Kyle Walker und vor allem auch Torhüter Ederson haben dem Team von Pep Guardiola in der Defensive endlich die nötige Stabilität verliehen. Bernardo Silva macht den Angriff zudem noch etwas unberechenbarer.

Manchester United ist mit Romelu Lukaku im Sturm (er kam für rund 85 Millionen Euro von Everton) eine Naturgewalt, auch wenn er derzeit etwas Ladehemmung hat. Ausserdem geht schon fast vergessen, dass Zlatan Ibrahimovic diese Saison noch keine einzige Partie absolviert hat. Alvaro Morata (für 62 Millionen Euro von Real Madrid gekommen) machte bei Chelsea Diego Costa schnell vergessen. 

Harry Kane entzaubert mit Tottenham Real Madrid. Bild: AP/AP

Mohamed Salah (für 42 Millionen Euro von der AS Rom) wirbelt bei Liverpool gemeinsam mit Philippe Coutinho und Roberto Firmino durch die europäischen Abwehrreihen. Und bei Tottenham, wo die Transfer-Einnahmen die Ausgaben überwiegen, überstrahlt Eigengewächs Harry Kane derzeit gar Lionel Messi und Cristiano Ronaldo.  

Erinnerung an glorreiche Zeiten

Es scheint, als könnten die Teams von der Insel wieder an die erfolgreichen Zeiten von vor zehn Jahren anknüpfen. In der Saison 07/08 standen mit Liverpool, Chelsea und Manchester United drei Premier-League-Mannschaften im Halbfinal. Die «Red Devils» setzten sich damals im rein englischen Endspiel dramatisch gegen Chelsea durch und Festland-Europa fürchtete sich vor einer jahrelangen Dominanz der Premier-League-Klubs

Die Highlights des Champions-League-Finals von 2008. Video: YouTube/GugaTV

Diese trat nicht ein. Vielleicht erst jetzt, zehn Jahre später? Oder wer soll ManCity, Tottenham und Co. diese Saison aufhalten? Real Madrid steht vor einer waschechten Krise und war am Mittwochabend chancenlos gegen die «Spurs». Dortmund wird die Achtelfinals kaum mehr erreichen. Barcelona (gegen Olympiakos) und Juventus (gegen Piräus) spielten zuletzt nur unentschieden und vermochten nicht restlos zu überzeugen. 

Derzeit scheint es am wahrscheinlichsten, dass Paris Saint-Germain oder die Bayern, die unter Jupp Heynckes den Tritt wiedergefunden haben, als Spielverderber auftreten können. Doch das sind nur zwei Teams, gegenüber fünf starken englischen Vertretern.

Ist die Premier League doch die beste Liga der Welt? Die Saison ist zwar noch jung, in Anbetracht der aktuellen Resultate in der Champions League ist man dennoch geneigt, ja zu sagen. 

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jol Bear 02.11.2017 18:19
    Highlight Wenn Real, Barcelona, Atletico, PSG, Juve und Bayern in der CL regelmässig vorne dabei sind, sagt das wenig über die Stärke der Liga in deren Ländern aus. Das sind einfach die Top-Vereine, die dank CL-Geldern, Werbe- u. Marketingeinnahmen so reich geworden sind, dass sie im Vorteil sind. Wenn die englischen Topclubs ebenfalls lernen, mit ihren Mio. vernünftig umzugehen, können sie diesen näher kommen. Eigentlich sind die wenigen Topvereine unterdessen internationale Auswahlen, deren Spielstärke mit der Leistungsstärke ihrer Heim-Ligen kaum mehr viel zu tun haben.
    1 0 Melden
  • Senji 02.11.2017 15:11
    Highlight Ich sehe es eher so, dass die erweiterte Spitze etwas näher zusammengerückt ist. Dies hat unterschiedliche Gründe, einer der wichtigsten ist aber wohl, dass die Topteams aktuell nicht auf dem Niveau spielen, dass sie Phasenweise hatten: Beispiele sind Bayern und Real die vor einem Umbruch stehen und Barça, Atletico und Juve die schon (teilweise) im Umbruch sind. Daneben machen viele andere (u.a. mit viel Geld) im Moment einfach einen guten Job. Neben allen Engländern sind das auch die Roma, Napoli und ja, halt auch PSG.
    8 2 Melden
  • BLCNY 02.11.2017 14:13
    Highlight Die frage wird sein, ob die englischen Teams das so bis in den Frühling durch ziehen können, da die PL keine Winterpause hat..
    10 1 Melden
  • Tease the Sleaze 02.11.2017 13:54
    Highlight Das ist schon fast klischeehaft... Bis dann alle Teams verlieren, da heisst es dann erneut: „Lachnummer Europas“.

    Seid doch nicht so durchschaubar!;)
    12 2 Melden
  • Hussain Bolt 02.11.2017 13:08
    Highlight Es ist bezeichnend das die PL Clubs in der CL ohne Arsenal abliefern. Ganz ehrlich Arsenal ist mittlerweile auf dem Absteigenden Ast und nur noch ein Mittelklasseteam. Arsenal hätte so oder so nichts erreicht. Es wäre besser wenn Arsenal länger der CL fernbleibt.
    13 25 Melden
  • Luca Brasi 02.11.2017 12:34
    Highlight Oh je! Die Gruppenphase als Gradmesser nehmen? Bei der Gruppenphase gilt nur die nächste Runde weiterkommen. Frühzeitig? Schön für die Mannschaft. Erst am Schluss? Dann muss eine Mannschaft eben zeigen, was ihr wahres Gesicht ist.
    Falls Real in diesem Jahr wieder die CL gewinnen sollte, fragt niemand mehr nach der Gruppenphase. Das ist dann nur noch eine belustigende Anekdote.
    PS: Der Meister der "besten Liga der Welt" wurde gerade in dieser Runde in Rom mit einer 3:0-Packung nach Hause auf die Insel geschickt. Werde ich jetzt deswegen die AS Roma als CL-Anwärter sehen? Wohl kaum.
    39 3 Melden
  • Rüdiger Rasenmeier 02.11.2017 12:03
    Highlight Als Bayern und der BVB im Finale waren sprachen alle von einer jahrelangen Dominanz der Bundesliga.... abwarten und Tee trinken.
    108 4 Melden
    • Amboss 02.11.2017 12:23
      Highlight Ist doch ein kleiner Untershied.
      Hinter BVB und Bayern kam Leere.
      Jetzt ist da noch RB aber sonst ist niemand in der Lage, europäisch irgendwas zu reissen.

      In der PL sind sicher sechs Teams, die das Potenzial haben, in der CL weit zu kommen und sicher noch vier, fünf Teams denen man auch in der EL was zutraut.
      27 6 Melden
  • c_meier 02.11.2017 12:00
    Highlight Das waren doch schon immer so Wellenbewegungen... Mal sind es englische Teams mit einem rein englischen Final, dann deutsche Teams mit einem Deutschen Final (BVB-Bayern) oder mal spanische Teams mit einem spanischen Final (Atletico-Real)...
    80 0 Melden
    • chnobli1896 02.11.2017 12:21
      Highlight Wobei die Spanier in den letzten Jahren schon dominant waren. Sowohl im Uefa Cup wie auch in der Champions League.
      48 0 Melden
  • Barracuda 02.11.2017 11:58
    Highlight Das ist nur eine Momentaufnahme und es macht wenig Sinn, da allzu viel hinein zu interpretieren. Und selbst wenn die Premier League die beste (oder eher teuerste?) Liga der Welt wäre... Die Three Lions werden in diesem Jahrhundert trotzdem nie einen Titel holen :P Ironischerweise sind genau die kranken Exzesse in der Premier League für diese Tatsache verantwortlich.
    67 8 Melden
    • Desoxyribonukleinsäure 02.11.2017 12:25
      Highlight England hat in diesem Jahr sowohl die U17 und die U20 WM als auch die U19 Europameisterschaft gewonnen!
      Die Vereine schwimmen in so viel Geld dass neben horrenden Ablösesummen eben auch massive Investitionen im Jugendbereich getätigt werden können.
      Da die Clubs neuerdings auch viel Geld für Trainer ausgeben und mittlerweile einige der weltbesten Trainern an der Seitenlinie stehen, werden die englischen Spieler sicherlich auch taktisch noch einmal besser.

      Ich rechne damit das England in Zukunft um die Titel mitspielen wird, vorausgesetzt sie bekommen die Elfmeter noch in den Griff.
      34 8 Melden
    • Barracuda 02.11.2017 12:40
      Highlight @Desoxyribonukleinsäure
      Klar;-) Dann dürfte man auch mit rosigen Aussichten für die Schweiz rechnen, wenn an ihrer Theorie mit den U-Mannschaften etwas dran wäre. Nur schaffen viele dieser jungen Talente den Sprung nach oben nicht oder dann kommen sie nur selten zum Einsatz aufgrund der (zu) grossen Konkurrenzsituation mit vorwiegend ausländischen Topspielern. DAS ist das Problem.
      24 2 Melden
  • Alberto Bisaccia 02.11.2017 11:50
    Highlight Was zählt die Rangliste zu diesem Zeitpunkt? Gar nichts, wenn am Schluss niemand dieser 4 was gewinnt... und so wirds sein.
    21 9 Melden

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