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Zuerichs Trainer Murat Yakin, links, und sein Bruder und Assistent Hakan Yakin im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Thun und dem Grasshopper Club Zuerich, am Donnerstag, 21. September 2017, in der Stockhorn Arena in Thun. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Der Cup-Halbfinal ist erreicht, alles andere zählt nicht. Aber wie mussten Murat und Hakan Yakin dafür leiden. Bild: KEYSTONE

Yakin zum Grottenkick des Jahres: «Hatte nicht genug Spieler, um alle 11 auszuwechseln» 

Meine Güte, da wurden unsere Nerven arg strapaziert. Im Cup-Viertelfinal liefern sich Lugano und GC bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und vor lediglich 1590 Zuschauern ein Trauerspiel, das zu dieser Kulisse passte. 

01.12.17, 07:31 01.12.17, 08:04


1590 Zuschauer – Minusrekord

Keine Tore nach 90 Minuten, keine Tore nach 120 Minuten, keine Tore nach den ersten beiden Elfmetern – die Fans im Cornaredo wurden gestern hart auf die Probe gestellt. Immerhin trafen im weiteren Verlauf des Penaltyschiessens dann noch drei GC-Spieler (einer via Innenpfosten). Bei Lugano versagten drei von vier Schützen. Es passte zum Spiel wie die Faust aufs Auge.

Grasshopper's players celebrate their victory with their fans after winning the penalty shootout, during the quarter finals Swiss Cup soccer match between FC Lugano and the Grasshopper Club Zuerich, at the Cornaredo stadium in Lugano, on Thursday, November 30, 2017. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Immerhin lohnte sich die Reise ins Tessin für die GC-Fans. Zumindest resultatmässig. Bild: TI-PRESS

Bei knapp 2 Grad wurde die Partie in der Sonnenstube angepfiffen. Immerhin ein Cup-Viertelfinal. Eigentlich ein Highlight. Aber nur 1590 Zuschauer verloren sich ins Cornaredo. Weniger wollten Lugano in dieser Saison nie sehen. Selbst in der Europa League im fernen «Heimspiel-Stadion» in Luzern kamen im Schnitt 2742 Fans. In der Meisterschaft liegt der Durschnitt bei 3789 Zuschauern, der tiefste der Liga. Tiefpunkt waren am letzten am Wochenende die 3384 Tifosi beim 1:2 gegen Leader YB.

Die zwei einzigen Chancen – peinlich vergeigt

Die 1590 Fans konnten einem leid tun. Sie sahen während 120 Minuten nur zwei nennenswerte Torchancen. Immerhin auf beiden Seiten eine. Aber so wie GC-Verteidiger Petar Pusic in der 39. Minute das sichere 1:0 vergab, war an diesem Abend nur eines: sehr passend.

Die einzig gute Chance von GC durch Pusic in der 39. Minute. Video: streamable

Auf Seiten von Lugano hätte Davide Mariani die Zuschauer in der 90. Minute erlösen können. Aber sein Kopfball ging statt ins Tor, weit vorbei.

Die einzig gute Chance von Lugano in der 90. Minute. Video: streamable

Das Elfmeterschiessen – drei schwache Fehlschüsse

Auch die Verlängerung blieb ereignislos, es kam zum Elfmeterschiessen. Dort setzten Marko Basic und Jonathan die jeweils ersten Versuche für ihre Teams an die Lattenoberkante:

Die ersten beiden Penaltys. Video: streamable

Immerhin traf Milan Vilotic als dritter Schütze als erster Spieler des Abends. Aber auf Seiten von Lugano setzte Davide Mariani danach den Tiefpunkt des Abends: Sein Versuch segelte meterweit über den Kasten in den Tessiner Nachthimmel. Uli Hoeness hätte seine wahre Freude daran gehabt:

Davide Marianis Penalty in die Wolken. Video: streamable

In der Folge trafen Lucas Andersen und Emil Bergström für GC, sowie Antonini Culina für Lugano. Dann sah Cristian Ledesma seinen Versuch von Goalie Heinz Lindner pariert – die Partie entschieden, die Fans erlöst:

Der entscheidende Elfmeter von Ledesma. Video: streamable

Die Stimmen

GC-Trainer Murat Yakin, der eine Reaktion auf das 0:3 in Sion erwartet hatte, erklärte nach der Partie:

«Ich hatte nicht genug Spieler dabei, um alle elf auszuwechseln»

Hakan Yakin, assistant coach of GCZ, during the quarter finals Swiss Cup soccer match between FC Lugano and the Grasshopper Club Zuerich, at the Cornaredo stadium in Lugano, on Thursday, November 30, 2017. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Hakan Yakin: Musste nach der Partie nichts sagen.  Bild: TI-PRESS

Auch sein Goalie Heinz Lindner wusste nach der Partie mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht, dass das nicht die Crème de la Crème war:

«Das war jetzt weder auf der einen noch der anderen Seite ein Chancen-Spektakel.»

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Lugano-Hüter David Da Costa sagte, dass ihm – aus Profi-Sicht zumindest – nicht viel gefehlt hatte. Und vielleicht gab er auch gleich die Begründung mit ab, warum im Tessin keine Fussball-Euphorie herrscht:

«Es war eigentlich ein perfekter Match. Also perfekt wäre er gewesen mit einer Chance und einem Tor für uns.»

Die höhnischen Kommentare der Fans

Es kann in den Cup-Halbfinals nur besser kommen:

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Selbst der St.Galler Dialekt ist besser, als es dieses Spiel war:

Video: watson

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ralf Meier 01.12.2017 09:34
    Highlight Lugano hat an normalen Spielen auch nicht viel mehr Zuschauer. Ich gehe einfach mal davon aus, dass die Saisonkarten an Cupspielen nicht zur tatsächlichen Anzahl Tickets dazugerechnet werden.
    An Meisterschaftsspielen gängige Praxis um die Zuschauerzahlen zu manipulieren...
    12 1 Melden
  • Madmessie 01.12.2017 09:03
    Highlight Lugano steigt hoffentlich ab. Auch wenn dann die italienische Schweiz nicht mehr in der Super League vertreten ist: Fussball (zumindest Schweizer) interessieren dort anscheinend fast niemanden.
    8 26 Melden
  • Einloz 01.12.2017 08:35
    Highlight Bei 0:0 sollten im Cup beide Teams ausscheiden, und ein würdiger Verlierer aus einem anderen Viertelfinal weiterkommen. Hier z. B. Thun.
    42 37 Melden
    • chnobli1896 01.12.2017 09:35
      Highlight Absolut. Oder das Team mit den schönsten Shirts. Ist natürlich alles rein objektiv (würdiger Verlierer, Schönheit des Shirts, etc.).

      Ernsthaft, wie stellst du dir das vor? Dann schenken sich alle mal je 3 Tore ein damits kein 0-0 gibt?
      22 0 Melden
    • Boniek 01.12.2017 11:43
      Highlight Wer es bei einer 3-1-Führung nach 85 Minuten nicht mal in die Verlängerung schafft, sollte für mindestens fünf Jahre aus diesem Wettbewerb ausgeschlossen werden.
      12 1 Melden
    • Einloz 01.12.2017 11:58
      Highlight Ernsthaft: 0:0 nach 120 Minuten ist einfach frustrierend. Da ist fast alles andere besser. Und ob sich dann alle mal gegenseitig 3 Tore schenken würden, bezweifle ich. Es würde jedenfalls spannend (was 0:0 fast nie ist). Als Ansatz könnte man den Verlierer, der am meisten Tore geschossen hat, weiterkommen lassen. Ja, ich weiss, mehrere könnten gleich viele Tore erzielt haben, aber auch da würden wir doch eine Lösung finden!
      2 7 Melden
  • TY94 01.12.2017 08:16
    Highlight Gottserbärmlich schlecht he. Sogar SBB liefert heute Morgen eine bessere Leistung...
    89 15 Melden
  • jjjj 01.12.2017 07:50
    Highlight «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»
    148 19 Melden
    • jjjj 01.12.2017 07:59
      Highlight lol! Züri isch ois!
      29 74 Melden
    • Cpt Halibut 01.12.2017 08:07
      Highlight Es bitz Reschpäckt eeyyy!
      61 3 Melden
    • Burkis 01.12.2017 09:23
      Highlight Rekord Cupsieger auch!
      Klar das man das beim Schlachthof nicht gerne hört. Es macht die Sache einfach noch schöner wenn man den Neid zwischen den Worten bemerkt.
      Freu mich auf den Halbfinal, mal schauen wo der FCZ am meisten brilliert (Pyro abfackeln, GC Fans beklauen oder zusammenschlagen?) 🤔
      48 9 Melden

Der Videobeweis kommt auch in der Super League – die Frage ist nur wann und wie

Wenn auch in den ersten vier Runden der Super League nicht schlecht gepfiffen wurde, stellt sich unvermeidbar die Frage: Wann kommt der Videobeweis in die Schweiz? Inzwischen ziehen ab dieser Saison auch Frankreich und Spanien nach.

Es ist gewiss nicht so, dass in den ersten vier Runden der neuen Super-League-Saison miserabel gepfiffen wurde. In einigen Fällen, (Penalty für GC gegen YB, Penalty für St.Gallen gegen Sion) aber, wäre man froh gewesen, hätte ein Videoassistent die Szenen noch einmal angeschaut.

Doch die videobeweisfreie Schweiz ist in nobler Gesellschaft. Die UEFA scheut sich weiter davor, in der Champions und Europa League auf die Karte Technik zu setzen, und auch die finanzstarke Premier League verzichtet noch …

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