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Bei Schalke, Bremen und dem HSV gibt's aktuell viele Gründe zum Hadern. watson.ch

«Königsblau», Werder und der Dino – drei Bundesliga-Traditionsklubs unter Zugzwang

24.09.16, 12:51 24.09.16, 17:11

Beklemmung, Nervosität, Unruhe: Schon vor der fünften Bundesliga-Runde sind einige Klubs akute Sorgenfälle. Beste Beispiele: der Hamburger SV, Schalke 04 und Werder Bremen.

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Gehören diese drei Traditionsklubs in die Bundesliga?

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153 Votes zu: Gehören diese drei Traditionsklubs in die Bundesliga?

  • 50%Ja, alle drei müssen erstklassig bleiben.
  • 26%Nein, der HSV soll endlich runter.
  • 8%Nein, Schalke braucht es nicht in der Bundesliga.
  • 14%Nein, Bremen hat da oben nichts zu suchen.

Das Traditionstrio ist sieglos, nimmt die Tabellenplätze 16, 17 und 18 ein. Die «Königsblauen» aus Gelsenkirchen und Bremen sind noch ohne Punkt, der HSV hat auch erst einen.

Auf Schalke brodelt's

«Wenn du nicht erfolgreich bist, wird dein Selbstbewusstsein angeknackst. Das wird die Aufgabe sein, die wir zu bewältigen haben: dass das Selbstbewusstsein nicht verloren geht», sprach der Schalker Sportvorstand Christian Heidel das Dilemma für die Betroffenen nach dem 1:3 gegen Köln an.

Die Psyche leidet, das Vertrauen in die eigenen Stärken schwindet. Niederlagen mit dem neu verpflichteten Trainer-Wunschkandidat Markus Weinzierl und dem hart kritisierten Schweizer Rekordtransfer Breel Embolo sind jetzt tabu.

«Ich glaube, wenn das Ding einmal angeschoben wird und wir den Lohn für die Arbeit einfahren, die wir investieren, dann werden wir auch einen Lauf kriegen.»

Benedikt Höwedes, Captain bei Schalke 04

Schalkes Spieler waren nach der Niederlage gegen Köln minutenlang mit hängenden Köpfen auf dem Rasen verharrt. Der eine oder andere verbarg sein Gesicht nach 360 Minuten und null Punkten unter dem Trikot. Auf Tobsuchtsanfälle in der Kabine hat Manager Heidel verzichtet. Er warb dafür, die kommenden Aufgabe mit Ruhe und Verstand anzugehen. «Weiter arbeiten, es gibt keinen anderen Ansatz» lautet Heidels Devise.

Captain Benedikt Höwedes nannte Borussia Mönchengladbach als Beispiel, wie es schnell wieder besser werden kann. Dieser Klub habe in der Vorsaison eine ähnliche Situation erlebt und sei noch in die Champions League gekommen. Allerdings trat in Gladbach nach sechs aufeinanderfolgenden Pflichtspielniederlagen Lucien Favre als Trainer zurück. Danach gab es unter André Schubert in der Liga sechs Siege in Serie.

Benedikt Höwedes hat mit Schalke aktuell einen schweren Stand. Bild: Martin Meissner/AP/KEYSTONE

«Ich glaube, wenn das Ding einmal angeschoben wird und wir den Lohn für die Arbeit einfahren, die wir investieren, dann werden wir auch einen Lauf kriegen», so Höwedes. «Aber dahin müssen wir erstmal kommen.» Erster Versuch: Am Sonntag im Nachmittagsspiel auswärts gegen Hoffenheim.

Schwierige Spiele für Bremen und Hamburg

Werder Bremen hat mit der Trennung von Viktor Skripnik bereits branchenüblich reagiert. Doch auch mit Interimscoach Alexander Nouri gab es gegen Mainz eine Niederlage. Nächster Gegner ist Wolfsburg.

Und beim HSV? Bruno Labbadia muss um den Job fürchten, wenn sein HSV gegen den Rekordmeister aus München verliert.

In welche Zukunft schaut Bruno Labbadia mit dem HSV? Bild: Valeria Witters/freshfocus

Die Aufgabe für den HSV ist extrem schwer: Letztmals gab es gegen die Bayern am 26. September 2009 (1:0) ein Erfolgserlebnis.

Werder hat vor dem Aufeinandertreffen mit Wolfsburg drei der vier Heimspiele gegen den VfL verloren: 0:3, 1:3, 3:5. Die Statistik hilft nicht als Mutmacher. (sda)

Bayern und? Diese Klubs wurden schon deutscher Meister

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06.04.2002: Bundesliga-Goalie Piplica fällt der Ball von einem Kirchturm auf den Kopf und von dort fliegt er ins Tor

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29.03.1970: «Decken, decken, nicht Tischdecken, Mann decken» – so kommentiert der Moderator des «Aktuellen Sportstudio» einen Beitrag über Frauenfussball 

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03.04.1999: Titan Kahn tickt komplett aus – erst knabbert er Herrlich an, dann fliegt er in Kung-Fu-Manier auf Chapuisat zu

07.05.1991: «Mach et, Otze!» Kölns Ordenewitz will sich in den Pokalfinal tricksen – aber der DFB findet den Ordene-Witz nicht komisch

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