Sport

Weltauswahl und Schweizer Elf – zwei Teams aus lauter Arbeitslosen

In der Schweiz steht die neue Saison vor der Tür, anderswo dauert die Sommerpause noch etwas länger. Doch längst nicht jeder Fussballprofi hat einen Job.

18.07.17, 14:09

Verträge im europäischen Klubfussball dauern in der Regel bis am 30. Juni eines Jahres. Wessen Kontrakt auslief und noch keinen neuen Arbeitgeber gefunden hat, ist zur Zeit also arbeitslos.

Wer sind diese Spieler auf Arbeitsplatzsuche? Aufgrund von Angaben von transfermarkt.ch haben wir zwei Teams erstellt, die mit vielen prominenten Namen bestückt sind: eine Schweizer und eine internationale Auswahl.

🌍 Internationales Team

Victor Valdes (35)

Über 500 Pflichtspiele für Barcelona und Manchester United, zuletzt bei Middlesbrough. Marktwert 2 Mio. Euro. Bild: AP

Bacary Sagna (34)

65-facher französischer Nationalspieler, seit zehn Jahren in der Premier League (Arsenal, Manchester City). Marktwert: 4 Mio. Euro. Bild: EPA

Holger Badstuber (28)

Meister, Pokalsieger, Champions-League-Sieger mit Bayern München. Zuletzt an Schalke 04 ausgeliehen. Marktwert: 2,5 Mio. Euro. Bild: EPA/EPA

Martin Caceres (30)

Der Uru verteidigte lange bei Juventus Turin, auch für Barcelona und Sevilla. Zuletzt bei Southampton. Marktwert: 4 Mio. Euro. Bild: AP/AP

Dennis Aogo (30)

Absolvierte 12 Länderspiele für Deutschland, spielte bei Freiburg, dem HSV und zuletzt vier Jahre auf Schalke. Marktwert: 1,5 Mio. Euro. Bild: AP/AP

Wesley Sneijder (33)

Meister mit Real Madrid, Inter Mailand, Ajax Amsterdan und Galatasary, Vize-Weltmeister 2010. Marktwert: 6,5 Mio. Euro. Bild: AP/AP

Joe Ledley (30)

Langjähriger Nationalspieler von Wales, mehrfacher Meister mit Celtic Glasgow, zuletzt bei Crystal Palace. Marktwert: 3,5 Mio. Euro. Bild: AP

Mathieu Flamini (33)

Italienischer Meister mit Milan, englischer Cupsieger mit Arsenal. Zuletzt bei Crystal Palace. Marktwert: 2 Mio. Euro. Bild: AP/AP

Ashkan Dejagah (31)

WM-Teilnehmer mit dem Iran, deutscher Meister mit Wolfsburg, spielte Premier League mit Fulham. Marktwert: 1 Mio. Euro. Bild: AP/AP

Jesus Navas (31)

Weltmeister 2010, Europameister 2012. Ein Jahrzehnt lang mit Sevilla erfolgreich, zuletzt vier Saisons bei Manchester City. Marktwert: 12 Mio. Euro. Bild: EPA/EPA

Zlatan Ibrahimovic (35)

Insgesamt 13 Mal Meister (Ajax, Juve, Inter, Barcelona, Milan, PSG). Zuletzt bei Manchester United. Marktwert trotz Kreuzbandverletzung: 10 Mio. Euro. Bild: AP/AP

🇨🇭 Schweizer Team

Pascal Albrecht (22)

Im Nachwuchs des FC Basel gross geworden, konnte sich danach weder beim FC St.Gallen noch in Vaduz durchsetzen. Marktwert: 150'000 Euro. Bild: KEYSTONE

Reto Ziegler (31)

35 Länderspiele. Als Wandervogel bei Tottenham, HSV, Wigan, Sampdoria, Fenerbahçe, Lok Moskau und Sassuolo, zuletzt drei Saisons beim FC Sion. Marktwert: 1,25 Mio. Euro. Bild: KEYSTONE

Johan Djourou (30)

67 Länderspiele, war bei Arsenal und beim HSV, dort zum Teil gar Captain. Aussortiert, angebliches Interesse von Montpellier und Trabzonspor. Marktwert: 1,5 Mio. Euro. Bild: DPA dpa

Philippe Senderos (32)

57 Länderspiele. Lange bei Arsenal, danach u.a. Milan, Fulham, Valencia, GC. Letzte Saison bei den Glasgow Rangers. Marktwert: 750'000 Euro. Bild: KEYSTONE

Beg Ferati (30)

1 Länderspiel. Von Basel in die Bundesliga zu Freiburg, danach via Winterthur nach Sion, weiter nach Biel. Zuletzt in Chiasso. Marktwert: 450'000 Euro. Bild: KEYSTONE

Vero Salatic (31)

Mehr als ein Jahrzehnt bei GC, unterbrochen von einer Saison bei Omonia Nikosia. Zuletzt zweieinhalb Saisons bei Sion. Marktwert: 1 Mio. Euro. Bild: KEYSTONE

Xavier Margairaz (33)

18 Länderspiele. Drei Mal Meister mit dem FC Zürich, war bei Osasuna, Sion, Servette und zuletzt bei Lausanne. Marktwert: 300'000 Euro. Bild: KEYSTONE

Davide Chiumiento (32)

1 Länderspiel. Träumte als Junior von der italienischen Nati, war bei Juventus Turin. Via Siena und Le Mans zurück in die Schweiz (YB, Luzern), erfolgreiches MLS-Engagement bei Vancouver, zuletzt fünf Jahre beim FC Zürich. Marktwert: 250'000 Euro. Bild: KEYSTONE

Antoine Rey (30)

Treue Seele, zunächst acht Jahre bei Lausanne, seit 2010 beim FC Lugano. Erhielt dort keinen neuen Vertrag mehr. Marktwert: 250'000 Euro. Bild: TI-PRESS

Goran Karanovic (29)

Spätzünder, der erst mit 26 Jahren in der Super League ankam. Überzeugte in St.Gallen, wechselte nach Frankreich (Angers), war zuletzt an Sochaux ausgeliehen. Marktwert: 700'000 Euro. Bild: KEYSTONE

Innocent Emeghara (28)

9 Länderspiele. Kam via Winterthur zu GC, das er in Richtung Lorient verliess. Via Siena und Livorno nach Aserbaidschan, zwei Saisons bei den San Jose Earthquakes in der MLS. Seit einem halben Jahr ohne Klub, Marktwert: 700'000 Euro. Bild: KEYSTONE

«Im Ausland gibt es überall nur Schweizer! Sie nerven mich!»

2m 59s

«Im Ausland gibt es überall nur Schweizer! Sie nerven mich!»

Video: watson/Chantal Stäubli, Emily Engkent

Sie haben den Klub gewechselt: Die wichtigsten Transfers des Sommers

07.10.1989: Der «Fall Klötzli» – vier Wettinger gehen auf den Schiri los, weil dieser Sekunden vor dem Ausgleich abpfeift

29.09.1971: Statt «allzu augenfällig im Spargang» die Pflicht zu erledigen, sorgt GC für den höchsten Schweizer Europacup-Sieg aller Zeiten

01.05.1993: Marc Hottigers Knallertor versenkt Italien – und er verärgert die Azzurri danach mit einer frechen Leibchentausch-Bitte 

08.10.2010: Vucinic lässt der Schweiz die Hosen runter und trägt sie als Kopfschmuck

22.02.2004: St.Gallens Kultfigur «Zelli» muss in der Not ins Tor und kratzt den Ball in «seiner» Ecke

10.09. 2008: Luxemburgerli vernaschen? Denkste! – Die Schweizer Nati kassiert die bitterste Niederlage ihrer Geschichte

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

30.05.1981: Der Wolf und seine «Abbruch GmbH» entfachen mit dem 2:1-Sieg gegen England eine neue Fussball-Euphorie

12.04.2004: Der grosse Robbie Williams führt den kleinen FC Wil zum Cupsieg gegen GC

15.11.2009: Die Schweiz ist Fussball-Weltmeister! Die U17-Nati setzt ihrem Höhenflug die Krone auf

16.04.2009: «Jawoll, jawoll, jawoll, jawoll … YB isch im Göppfinau!»

20.11.1996: Wegen 20 fatalen Minuten landet Champions-League-Überflieger GC in Glasgow auf dem harten Boden der Realität

25.9.1996: Murat Yakin sticht mit seinem Freistoss mitten ins Ajax-Herz und bringt Mama Emine zum Weinen

24.04.1996: Das Ende von Nati-Trainer Artur Jorge nimmt ausgerechnet mit dem einzigen Sieg seiner kurzen Ära den Anfang 

12.11.2002: Basel holt gegen Liverpool ein 3:3 und Beni Thurnheer schwärmt: «Dieses Spiel müsste man zeigen, wenn ich gestorben bin»

03.05.1994: Mit dem Sonderflug zur spontanen Aufstiegsfeier auf den Barfi

25.11.2009: Das beste Fussball-Musikvideo aller Zeiten erscheint auf Youtube – über den FC Aarau

16.11.2005: Die Nacht der Tritte und Schläge – einer der grössten Nati-Erfolge verkommt zur «Schande von Istanbul»

26.04.2003: Colombas Goalie-Goal lässt Razzetti alt aussehen und den FC Aarau unabsteigbar bleiben

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

26.09.1995: Luganos Carrasco bringt mit seiner Banane Gianluca Pagliuca und das grosse Inter Mailand zum Weinen

30.07.2000: Nur GC-Milchbubi Peter Jehle steht noch zwischen FCB-Legende Massimo Ceccaroni und seinem allerersten Tor

07.09.2005: Nati-Goalie Zuberbühler kassiert auf Zypern ein Riesen-Ei und schiebt die Schuld dafür dem «Blick» in die Schuhe

26.06.1954: Die Schweiz kassiert gegen Österreich in der «Hitzeschlacht von Lausanne» eine ihrer bittersten Niederlagen

09.08.2009: Basel-Goalie Costanzo wird für drei Spiele gesperrt – nach einer Attacke auf den eigenen Mitspieler

07.12.2011: Der FC Basel schmeisst Manchester United aus der Champions League und Steini, der Glatte, schiesst den Ball an die Latte

30.04.2011: Cabanas fordert vom Basler Schiri Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

01.11.1989: Nur durch einen Witz-Penalty zwingt Diego Maradonas Napoli die tapferen Wettinger in die Knie

05.12.2004: Paulo Diogo gewinnt mit Servette wichtige Punkte im Abstiegskampf – und verliert dabei einen Finger

13.11.1991: Weil die Schweizer Nati in der «Hölle von Bukarest» auf 0:0 spielt, vergeigt sie die EM-Qualifikation im letzten Moment doch noch

30.09.2009: Dank Tihinens Hackentrick, «abgeschaut bei einem finnischen Volkstanz», bodigt der FC Zürich das grosse Milan

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

01.09.2007: Mit dem letzten Spiel im Hardturm-Stadion gehen 78 Jahre Geschichte zu Ende

07.03.2007: Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

11.08.2010: Moreno Costanzo schiesst mit seiner ersten Ballberührung als Natispieler gleich den Siegtreffer

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Reli 18.07.2017 17:25
    Highlight Ist das der Online-Shop für CC?
    17 0 Melden
  • c_meier 18.07.2017 14:34
    Highlight Henri Bienvenu (ex-YB, dann Türkei und Frankreich) ist seit diesem Sommer ebenfalls vereinslos
    18 0 Melden
  • Skeletor82 18.07.2017 14:05
    Highlight Wäre spannend zu wissen, wo die vereinslosen Schweizer trainieren! Ehemaliger Juniorenverein? Letzter Verein? Alleine? In einem Team der Arbeitslosen?
    27 0 Melden
    • Ralf Meile 18.07.2017 14:16
      Highlight Das ist von Spieler zu Spieler verschieden. Es gibt z.B. das Angebot der Spielergewerkschaft SAFP, welche ein Trainings-Camp für vertragslose Akteure anbietet: http://safp.ch/news/das-safp-training-camp-der-entscheidenden-phase
      27 0 Melden
    • Binnennomade 18.07.2017 20:14
      Highlight Gab mal einen coolen Artikel darüber in der NZZ am Sonntag, vielleicht findest du den im Archiv.
      1 0 Melden

Da grinst King Roger – Federer ist Sportler des Jahres, Holdener bei den Frauen gekürt

Die Schweizer Sportlerin des Jahres heisst Wendy Holdener. Die Schwyzer Skirennfahrerin setzte sich an den Credit Suisse Sports Awards in Zürich in einer engen Ausmarchung knapp gegen die Ironman-Weltmeisterin Daniela Ryf und Kunstturnerin Giulia Steingruber durch. Holdener verdiente sich die Auszeichnung mit dem WM-Titel in der Kombination und der WM-Silbermedaille im Slalom. Nach Lara Gut im Vorjahr gewann zum zweiten Mal in Folge eine Vertreterin von Swiss Ski den Award. 

Roger Federer …

Artikel lesen