Sport

Jupp, er ist wieder Trainer bei Bayern: «Es ist ein Freundschaftsdienst, kein Comeback»

Nun ist es definitiv. Jupp Heynckes wird wieder Trainer von Bayern München. Er erhält einen Vertrag bis zum Ende der Saison.

06.10.17, 17:09

1586 Tage ist es her, seit Jupp Heynckes seinen Rückzug aus dem Profifussball bekannt gegeben hat. Als Trainer von Bayern München. Nun kehrt der Fussballlehrer aus Mönchengladbach nach über vierjähriger Abwesenheit zum Fussball zurück.

Als Trainer von Bayern München. Zum vierten Mal übernimmt der mittlerweile 72-Jährige das Amt beim deutschen Rekordmeister. «Ich wäre zu keinem anderen Verein der Welt zurückgekehrt, aber der FC Bayern München ist eine Herzensangelegenheit für mich», sagte Heynckes zu seinem neuen Engagement.

Heynckes folgt auf den Italiener Carlo Ancelotti, der einen Tag nach dem desaströsen 0:3 in der Champions League bei Paris Saint-Germain entlassen wurde. Er soll die Probleme lösen, die sich unter Ancelotti angestaut haben.

So haben wir die 0:3-Niederlage der Bayern gegen PSG verarbeitet: 

In München halten sie grosse Stücke auf die Arbeit des Rückkehrers. Wie grosse, zeigt sich daran, dass sie auf Heynckes' Wunsch hin Co-Trainer Peter Hermann aus dessen Vertrag bei Fortuna Düsseldorf freikauften. Denn die Erfahrung zeigt, dass Heynckes mit den gegebenen Voraussetzungen in München gut klarkommt.

Bei seinem letzten Amtsantritt in München, im März 2011, traf Heynckes auf eine vergleichbare Situation an der Säbener Strasse. Die Stimmung in München war nicht gut. Dortmund stand an der Tabellenspitze. Und der damalige Trainer, der Niederländer Louis van Gaal, war bei den Spielern in Ungnade gefallen. Daraufhin zogen sie in München die Notbremse und holten Heynckes, um zu kitten, was zu kitten war. Seinen Rücktritt 2013 verkündete Heynckes, nachdem er die Bayern zum Triple (Meisterschaft, Pokal und Champions League) geführt hatte.

Heynckes lässt sich nach dem Champions-League-Gewinn hochleben. Bild: EPA/EPA

Schwierige Suche nach Nachfolgern

Die Reaktivierung des Welttrainers von 2013, die auf den ersten Blick wie ein Verzweiflungsakt wirken kann, deutet in zweiter Instanz auf Weitblick der Bayern-Führung hin. Ancelotti war in München Plan A. Einen Plan B, nachdem der Italiener durch diskussionsbedürftige Personalentscheide das Vertrauen in der Kabine verspielt hatte, besass der FCB nicht.

Thomas Tuchel hätte die sportlichen Voraussetzungen erfüllt. Bild: EPA/DPA FILE

Zwar standen schnell mögliche Nachfolger im Fokus, eine Ideallösung aber war nicht in Sicht. Entsprechend uneinig waren sich die Vereinsbosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeness. Der frühere Dortmund-Trainer Thomas Tuchel, Rummenigges Favorit, wäre den Münchnern sofort zur Verfügung gestanden. Der akribische Fussballlehrer, der sportlich die Voraussetzungen der Bayern erfüllt hätte, gilt aber neben dem Platz als schwieriger Charakter.

Es wurde ja gestern schon spekuliert, jetzt ist es fix:

Der gebürtige Bayer Julian Nagelsmann, den Hoeness gerne in München sehen würde, besitzt noch einen Vertrag in Hoffenheim. Die Wahrscheinlichkeit, dass die TSG ihren Erfolgscoach während der Saison ziehen lassen würde, wäre nicht sehr hoch gewesen. Als langfristige Lösung, in der fünften «Post-Heynckes-Zeit» in München, bleibt Nagelsmann aber eine Perspektive, auch wenn im Kraichgau noch keine Anfrage aus München eingetroffen ist.

Wird Nagelsmann im Sommer Bayern-Trainer? Bild: EPA/EPA

Vom Pensionär zu «Plan A1»

Mangels Alternativen stieg Jupp Heynckes, der mit den Bayern insgesamt drei Meistertitel feiern konnte, vom Pensionär zum «Plan A1» auf. Er kennt die Strukturen, die Führungsriege und das «Mia-San-Mia-Konzept» wie kaum ein anderer. Zudem schätzt und kennt ihn das Gros der Wortführer in der Garderobe des FC Bayern aus seiner letzten Amtszeit in München. Manuel Neuer, Javi Martinez, Jerome Boateng, David Alaba, Franck Ribéry, Thomas Müller und Arjen Robben spielten 2013 alle schon unter dem Altmeister.

Philipp Lahm, Jupp Heynckes, Franck Ribéry und Manuel Neuer am Ballon d'Or 2013 in Zürich. Bild: EPA/DPA

Bleibt die Frage zu klären, ob Heynckes mit 72 Jahren noch immer die nötige Kraft für den Job mitbringt. «Der Trainer beim FC Bayern muss sich um alles kümmern. Es kostet wahnsinnig Kraft und Energie», hatte Heynckes bei seiner Rücktritts-Ankündigung im Juni 2013 gesagt. Ein weiterer Punkt, der sich in den 1586 Tagen seit Heynckes' letztem Rücktritt nicht geändert haben dürfte. (zap/sda)

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Darkside 06.10.2017 18:59
    Highlight Wie will er seine letzte Zeit als Bayern Coach noch toppen? Da kann er doch nur verlieren. Muss wohl wirklich ein Freundschaftsdienst sein, das ist ihm hoch anzurechnen. Denn mit diesem Team kann er das Triple keinenfalls wiederholen. Und das weiss er sicher auch.
    6 4 Melden
    • bokl 06.10.2017 21:53
      Highlight Du denkst eben nicht wie Jupp. Du siehst nur mögliche Verluste. Aus seiner Sicht, gibt es nix zu verlieren. Was er gewonnen hat, hat er gewonnen. Gibt es noch 1-x Titel mehr, schön. Wenn nicht, wenn kümmert es nach Saisonende auf seinem Bauernhof. Und nur dort ist seine Welt ab dann.

      Er macht es halt einfach für den FC Bayern. Einfach eine Herzenssache. Aber naiv ist er nicht. Er hat genau gewusst, dass sein gewünschter Trainerstab Millionen kostet. Aber solange es bei den Millionen einstellig bleibt. Sprechen wir ja im Profifussball von Portokasse.
      7 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.10.2017 18:34
    Highlight Ein neuer Besen ist kaum besser wie ein Laubbläser. Mindestens ein Hochdruck-Reiniger mit optionaler Sandstrahlfunktion müsste es schon sein um die zerknitterten Lederhosen zu bügeln.
    3 4 Melden
  • maxi 06.10.2017 18:16
    Highlight dürfte eine rekordablöse für die fortuna sein 😂
    23 0 Melden
    • Max Pauer 06.10.2017 23:19
      Highlight Die zweithöchste #nojoke
      1 0 Melden
    • maxi 07.10.2017 09:47
      Highlight hab ich etwa eine 1h nach dem kommentar auch gesehen 😂
      1 0 Melden
  • JJ17 06.10.2017 17:51
    Highlight 1.75 - 2 Mio für einen Co-Trainer, not bad!😏
    29 0 Melden
  • Dominik Treier (1) 06.10.2017 17:37
    Highlight Mir war Bayern schon immer unsympathisch... Ich kann nur sagen, dass dieser Umstand mit Heynckes alles andere als besser wird...
    10 34 Melden
    • Mia_san_mia 06.10.2017 18:03
      Highlight Wieso? Also ich als Bayern-Fan weiss ja schon, das wir nicht geliebt werden 😄 Aber was hat das mit Jupp zu tun? Der ist soch super 😉
      34 5 Melden
    • Ardi_Bacardi 06.10.2017 19:08
      Highlight @Dominik Treier
      Alles wird nicht besser, aber vieles.
      Sie werden sehen.
      3 3 Melden
  • Sophia 06.10.2017 17:26
    Highlight Plan A, Plan A1, Plan B? Wer hätte gedacht, dass die Bayern einen Trainer entlassen und noch nicht wissen, ob sie einen Nachfolger bekommen würden. Bei anderen Vereinen könnte ich das ja verstehen, aber bei den Bayern? Die machen doch alles besser als andere, oder etwa nicht? Klar, die bekommen immer einen, aber dilletantisch und gar nicht "bayernlike" war das Vorgehen schon. Es menschelt hat überall und nobody is perfect, gut zu wissen, dass das auch in Bayern so ist.
    6 14 Melden
    • Hashtag 06.10.2017 18:01
      Highlight Das die Bayern in sportlichen Dingen nicht besser oder schlechter sind als andere Vereine haben sie schon zu oft gezeigt.

      Wo sie einfach sehr stark sind, ist ihre finanzielle Vormachtstellung zu konsolidieren.
      5 6 Melden
    • Jason84 06.10.2017 19:23
      Highlight Hätten sie Ancelotti wärend der Trainersuche als Lame Duck behalten sollen? Oder einfach hinter seinem Rücken suchen? Ne sorry! So ist das viel offener und anständiger.
      9 0 Melden
  • Alterssturheit 06.10.2017 16:52
    Highlight Alter vor Schönheit !
    9 1 Melden
  • Amboss 06.10.2017 16:40
    Highlight Bin überhaupt kein Bayern-Fan, hoffe ich, das kommt gut, für Jupp, denn er ist ein echt toller Typ und ich hoffe, er besudelt sich nicht sein Denkmal.
    Bin generell etwas skeptisch gegenüber solchen Comebacks von alten Trainern. Der Hitzfeld bei er CH-Nati war einfach nicht mehr der gleiche Hitzfeld wie bei den Bayern. Ebenso bei Ancelotti: Bei den Bayern war er einfach nicht mehr der Alte.

    Das Kader der Bayern ist noch dasselbe wie 2013 :) aber Fussball von 2017 ist nicht mehr derselbe.
    6 5 Melden
    • Mia_san_mia 06.10.2017 18:04
      Highlight Als ich finde Jupp könnte man auch nichts vorwerfen, wenn es nicht gut geht. Sein Andenken kann nicht besudelt werden 😉
      18 1 Melden
    • Hashtag 06.10.2017 18:06
      Highlight Manchmal erzählst du echt Sachen...

      Der Kader ist grundverschieden von 2013, der Fussball hingegen hat sich wie genau verändert?
      12 3 Melden
    • Jol Bear 06.10.2017 19:12
      Highlight Logisch konnte Hitzfeld mit der CH-Nati nicht das gleiche, wie bei Bayern machen. Er ist insofern der Gleiche geblieben, als er versucht hatte, mit dem verfügbaren Kader das Maximum herauszuholen. Und das ist ihm recht gut gelungen.
      3 0 Melden
    • Amboss 06.10.2017 20:15
      Highlight @hashtag: Mama grundverschieden? mir fällt nur so ein: Neuer, Martinez, Alaba, Boateng, Robben, Ribery, Müller. Wichtige Leistungsträger von damals sind das auch heute noch.


      Und wieso der Fussball anders ist: Gehälter, Löhne, Fernsehgelder sind seither explodiert, aber die Bayern sind bei dieser Entwicklung nicht dabei. Waren sie damals überall an der Spitze der Welt, sind sie heute ein Arme-Leute-Club gegenüber Real, Barcelona oder den Retorten-Scheichclubs wie ManCity oder PSG
      3 2 Melden
    • Amboss 06.10.2017 20:20
      Highlight @Mia: Ja, stimmt schon. Vorwerfen kann man ihm wohl wirklich nichts. Schade wäre es dennoch, das Truppe damals ist halt schon ein riesiges Andenken.

      Wobei: einer der drei Titel wird wohl schon möglich sein.
      2 0 Melden
    • Hashtag 06.10.2017 21:10
      Highlight @Amboss: Ok, beim Fussball habe ich gedacht du beziehst dich auf das Spiel selber. In Bezug auf die Marktstellung hast du nicht unrecht.

      Beim Kader bleibe ich dabei, es kommt nicht nur auf die Namen drauf an sondern auch auf die Dynamik im Team. Das Zentrum hat sich zudem völlig verändert.

      3 0 Melden
  • Sesa 06.10.2017 16:13
    Highlight ...und falls der Jupp nicht mehr möchte wäre da noch: Gilbert Gress, Otto Rehhagel, Winfried Schäfer oder um wieder in die Schweiz zu kommen, der Otto Pfister. Würde mich gerne als Berater von Seniorentrainer zur Verfügung stellen.
    23 6 Melden
    • bokl 06.10.2017 16:24
      Highlight @Sesa
      Nicht mal alle vier zusammen, haben die Integrität und Kompetenz von Jupp.
      13 1 Melden
    • Marshawn 06.10.2017 16:26
      Highlight Was ist mit Carlos Bernegger, Longo Schönenberger, Martin Andermatt, Marco Schällibaum, Martin Rueda und Konsorten?
      6 8 Melden
    • Mia_san_mia 06.10.2017 18:05
      Highlight Die kann man alle nicht mit Jupp vergleichen.
      4 2 Melden
    • Marshawn 06.10.2017 20:08
      Highlight Also wen jetzt? Gress, Rehagel und Schäfer?

      Stimme ich dir zu.

      Gerade an eine Trainerlegende wie Longo Schönenberger kommen diese nicht ran. Mit ein bisschen Goodwill könnte man sie aber auf eine Stufe mit Martin Rueda stellen.
      1 0 Melden
    • next_chris 06.10.2017 20:40
      Highlight Rolf Fringer, Raimondo Ponte, ...
      1 0 Melden
  • Pana 06.10.2017 16:00
    Highlight Jupp.
    41 5 Melden
  • Mia_san_mia 06.10.2017 15:57
    Highlight Schön, jetzt ist bis Sommer mal 👍 Willkommen zurück Jupp 😄
    24 3 Melden
    • Mia_san_mia 06.10.2017 17:05
      Highlight Bis Sommer mal Ruhe wollte ich sagen 🙈
      8 0 Melden
    • Money is everything 06.10.2017 18:39
      Highlight Ich glaube zwar an Jupp, aber leider nicht an den Kader von Bayern. Sie hätten dringend mal klotzen sollen auf dem Transfermarkt und ihre Jugendförderung hat auch stark nachgelassen. Schade, da sie bisher immer ein gutes Management hatten. Jänu, ist der Weg für andere Teams hakt leichter ;)
      1 1 Melden

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