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Ibrahimovic sammelt «Tafelsilber» wie andere Briefmarken. Bild: Carl Recine/REUTERS

35 Jahre, 32 Titel – Ibra auch in England auf bestem Weg zur Legende

In diesem Alter in die härteste Liga der Welt zu wechseln – selbst für Zlatan Ibrahimovic schien das zu schwierig. Nun hat der Schwede seinen ersten grossen Titel in England geholt.

27.02.17, 14:40 27.02.17, 14:51

Benjamin Knaack

Ein Artikel von

Als alles vorbei war, die Tore geschossen, der Titel gewonnen, musste Zlatan Ibrahimovic einem Teamkollegen noch mal beistehen. «Dieser Mann hier macht den Unterschied», sagte Manchester Uniteds Mittelfeldspieler Paul Pogba einem Reporter, er meinte natürlich Ibrahimovic. «Das ist der Grund, warum sie ihn gekauft haben.»

Bitte? Der neben Pogba stehende Ibrahimovic zog die Augenbrauen zusammen und fiel seinem Kollegen ins Wort: «Ich bin umsonst gekommen. DICH haben sie gekauft!» Unter lautem Gelächter gab der Franzose seinen Fehler zu.

Der lustige Spruch von Zlatan Ibrahimovic. Video: streamable

Es stimmt ja: Zlatan Ibrahimovic, der schillernde schwedische Angreifer, war vor der Saison ablösefrei von Paris St-Germain zum englischen Rekordmeister gewechselt. Nach einer Saison mit mehr als 50 Toren, nach vier Meistertiteln in Serie, suchte er eine neue Herausforderung. Also ging er in die Premier League, eine Liga, in der er noch nie gespielt hatte und die als die härteste der Welt gilt. Er war damals 34 Jahre alt.

«Ich soll gewinnen – und ich gewinne»

In Manchester wird man mit Blick auf die Gehaltsabrechnung des Superstars wohl nicht behaupten, dieser sei «umsonst» gekommen. 237'000 Euro soll Ibrahimovic dort gerüchteweise pro Woche verdienen. Der zahlt in seiner Währung zurück: Mit zwei Toren hat der Stürmer United den ersten grossen Titel der Saison geschenkt.

Ein Freistosstreffer, ein Kopfballtor kurz vor Schluss, zuvor hatte er sogar in höchster Not im eigenen Strafraum geklärt – Ibrahimovic war beim 3:2-Finalsieg des Ligapokals gegen den FC Southampton der Matchwinner. «Dafür bin ich gekommen. Ich soll gewinnen – und das tue ich», sagte er. Mittlerweile hat er in 38 Spielen 26 Tore erzielt. Eine Traumquote.

Das 1:0 per Freistoss. Video: streamable

Der 3:2-Siegtreffer von Ibrahimvic. Video: streamable

Grosse Siege, vor allem aber Titel waren zuletzt etwas rar geworden bei United. Der letzte Ligapokalsieg lag bereits sieben Jahre zurück, international ist es sogar noch länger her. 2008 gewann der Klub die Champions League. Die Meisterschaft feierte man zuletzt 2013. Die Siegermentalität des englischen Rekordmeisters schien nach dem Abgang des langjährigen Trainers Sir Alex Ferguson verloren gegangen zu sein.

Mit dem FA-Cup-Triumph 2016 gab es dann doch wieder etwas zu bejubeln – und seit der Ankunft von Ibrahimovic ist die Euphorie unter den Fans noch grösser. Gleich in seinem ersten Spiel hatte der Stürmer seinen neuen Klub zum ersten Titel geschossen, auch wenn der vor der Saison gewonnene Community Shield gegen Leicester ein geringeres Ansehen hat als die anderen Pokalwettbewerbe.

«Man wertschätzt es mehr, wenn man älter wird»

Seit seinem ersten Auftritt in England hat Ibrahimovic 15 Tore in der Liga geschossen (was einem 35-Jährigen noch nie gelungen war), fünf weitere in der Europa League, darunter ein Dreierpack gegen St-Etienne, der den Einzug ins Achtelfinale sicherte. Ibrahimovic jubelte auch schon mal mit Fans auf dem Platz.

«Er hat sich sehr schnell zum Talismann von Manchester United entwickelt», sagte jüngst Vereinslegende Ryan Giggs. Ob sich gerade etwas Besonderes entfalte in Manchester, wurde Ibrahimovic nach dem Spiel gegen Southampton von einem Reporter gefragt. Seine Antwort: «Ich bin gekommen. Das ist besonders.» Der zweite «Special One» bei Manchester neben Trainer José Mourinho.

26 Tore in 38 Spielen – eine beeindruckende Quote. Bild: Carl Recine/REUTERS

Bei seinen bisherigen Stationen in Frankreich, Italien (Juventus Turin, Inter Mailand, AC Mailand), Spanien (FC Barcelona) und den Niederlanden (Ajax Amsterdam) gewann Ibrahimovic unzählige Titel. Obwohl, unzählig ist nicht ganz richtig – einer hat schon mitgezählt: «Das ist mein 32. Titel. Die Leute sagen immer, ich hätte einen schwierigen Charakter. Aber wo ich auch war, habe ich gewonnen», sagte Ibrahimovic: «Es geht nur ums Gewinnen und Trophäen sammeln. Man schätzt es mehr, wenn man älter wird.»

Vertragsverlängerung noch nicht sicher

Dabei hatte nicht jeder an den Ibrahimovic-Erfolg in England geglaubt, vor allem wegen des Alters. «Viele haben gedacht, dass ich es nicht schaffe», sagt der Schwede. Sein Coach Mourinho gehörte nicht zu den Zweiflern. «Ich habe ihn in Italien (bei Inter Mailand, d. Red.) gecoacht, ich kannte sein Potenzial. «Nur ein dummer Spieler kommt mit 35 nach England, wenn er nicht fühlt, dass er es schaffen kann.»

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings doch für Ibrahimovic: Eine hübsche Serie droht zu reissen, denn bislang galt: Im ersten Jahr in einem neuen Land holt Ibrahimovic den Meistertitel. Das war bei Ajax 2002 so, bei Juventus Turin 2005, beim FC Barcelona 2010 und auch bei Paris St. Germain 2013. In dieser Saison wird das kaum mehr möglich sein, United hat nach 25 Spieltagen 15 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Chelsea.

Die Tabellenspitze der Premier League. bild: screenshot srf

Also ein neuer Anlauf in der kommenden Saison? Das ist noch nicht sicher. Denn Ibrahimovic müsste dafür seine Option auf eine Vertragsverlängerung ziehen, er überlegt aber noch, auch ein Wechsel in die US-Liga gilt als möglich. «Ich bettle nie einen Spieler an, für mich zu spielen», sagte Mourinho. Doch der Trainer hat schon eine Idee, wie man den Schweden trotzdem überzeugen kann: «Vielleicht können die Fans eine Nacht vor seinem Haus campieren.»

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • outoftimeman 27.02.2017 17:21
    Highlight Freu mich auf seine Schweizertitelsammlung in 5 Jahren
    21 0 Melden
  • swissgooner 27.02.2017 15:50
    Highlight Mickey Mouse Cup ? - Legende ?
    4 28 Melden
    • AJACIED 27.02.2017 16:40
      Highlight Natürlich ist eine Legende.
      Dein Schakiri ist dagegen nur ein 2 interregional tschütteler.
      19 3 Melden
    • swissgooner 27.02.2017 18:01
      Highlight Wer redet hier von Schakiri? hahahah
      http://bit.ly/2lgPpzl
      Control F --> Mickey Mouse Cup
      3 2 Melden
    • AJACIED 27.02.2017 22:55
      Highlight Meine nur wenn jeder Sport Kommentator in der Schweiz sagt Nati "Star" Schakiri!!
      Ibra ist ein Ultra Mega Weltstar.
      🤙🤙
      3 2 Melden
  • dave1771 27.02.2017 15:33
    Highlight grosser Titel? das ist der Pokal den in England niemand ernst nimmt und grosse Teams nur did Junioren aufs Feld schicken... kein Vergleich zu FA-Cup und Meisterschaft...
    31 11 Melden
    • Real John Doe 27.02.2017 15:55
      Highlight der Liga Cup ist etwa so bedeutungsvoll wie der Schweizer Hockey Cup! Ist ja schön das Kloten nach 20 Jahren wieder was zu jubeln hatte aber interessiert hat es eigentlich niemanden.
      16 7 Melden
    • Hayek1902 27.02.2017 17:16
      Highlight Der Hockey Cup ist fast wichtiger, weil er für kleine Teams verhältnismässig gut dotiert ist
      13 1 Melden
    • swissgooner 27.02.2017 18:02
      Highlight Sucht mal nach dem Begriff "Mickey Mouse Cup" No one cares!
      http://bit.ly/2lgPpzl
      1 1 Melden
  • droelfmalbumst 27.02.2017 15:29
    Highlight Zlatanisiert... Maschinen bleiben Maschinen, egal wie alt sie sind...
    44 4 Melden
  • Gelöschter Benutzer 27.02.2017 14:52
    Highlight "Nun hat der Schwede seinen ersten grossen Titel in England geholt."
    Naja... Der Liga-Cup in England ist viel mehr eine Möglichkeit, jungen/auf die Bank verbannten Spielern ein wenig Spielpraxis zu ermöglichen. Klar, die Fans vom Siegerteam werden Freude daran haben, weil es ein Pokal ist, von einem "grossen Titel" kann aber nun wirklich nicht gesprochen werden.
    38 4 Melden

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