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Heute Abend eröffnen die Bayern mit James Rodriguez gegen Leverkusen die neue Saison. Gibt's den sechsten Titel in Folge?  Bild: DPA dpa

So funktioniert der Videobeweis in der Bundesliga – und was sonst noch alles neu ist

Der Ball ist rund und muss auch in der 55. Bundesliga-Saison ins Eckige, doch in Sachen Regeln hat sich einiges getan. Wir fassen das Wichtigste für dich zusammen.

18.08.17, 12:28 18.08.17, 13:28


Video-Schiedsrichter (VAR)

Auf Probe kommt ab dieser Saison in der Bundesliga der Videobeweis zur Geltung. In Deutschland nehmen die Video-Assistenten in einem Replay-Studio Platz und es gibt genau vier Spielsituationen, in welchen sie eingreifen dürfen. Dies sind:

Es muss ausserdem eine klare Fehlentscheidung vorliegen, bei Situationen, in welchen der Schiedsrichter Ermessensspielraum hat, dürfen sich die Video-Schiedsrichter nicht melden. Auch der Unparteiische auf dem Platz verfügt übrigens über bewegte Bilder, die er sich am Spielfeldrand ansehen könnte. Er hat in jedem Fall das letzte Wort.

«Der Video-Assistent ist ein Assistent des Unparteiischen und kein Oberschiedsrichter. Er wird kein Allheilmittel sein.»

Bundesliga-Schiedsrichter Felix Zwayer

Bundesliga-Schiedsrichter Sascha Stegemann in Aktion. Bild: AP/dpa

Wie am Confederations Cup in Russland demonstriert, muss der Schiedsrichter auch in der Bundesliga auf sein Ohr zeigen, wenn ein Gespräch mit dem Video-Assistenten stattfindet. Möchte der Schiedsrichter eine Szene auf dem Monitor am Spielfeldrand selber nochmals anschauen oder ändert er eine Entscheidung, so muss er symbolisch die Umrisse eine Bildschirms in die Luft zeichnen.

So funktioniert der Video-Schiedsrichter. Video: YouTube/FC Augsburg

Kommt der Video-Assistent zum Einsatz, erhalten auch die Fans vor dem Fernseher die entscheidenden Kameraperspektiven. Lutz Michael Fröhlich, Chef der DFB-Schiedsrichterkommission, meint gegenüber dem «Kicker»: «Die Schiedsrichter sind gut vorbereitet und wurden unter der Projektleitung von Hellmut Krug intensiv geschult. Es wäre fatal, wenn man sich in der Einführungsphase schon in Details verliert. Hier ist auch Geduld bei allen gefragt. Es ist ein Entwicklungsprojekt!»

«Es gibt jetzt etwas völlig Neues für Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Video-Assistenten, Operatoren oder Techniker. Da kann man nicht ausschliessen, dass anfangs Fehler passieren.»

Felix Zwayer stapelt tief

Wie und in welcher Form der Video-Assistent dauerhaft zum Einsatz kommt, entscheided das International Football Association Board, die höchste Regelkommission der Welt, im Frühling 2018.

Gelbe Karten

Gekoppelt an die Einführung des Videoentscheids ist eine Regeländerung bezüglich Gelben Karten. Fordert nun nämlich ein Spieler die Überprüfung durch den Video-Assistenten, wird er verwarnt. Ebenfalls mit Gelb sanktioniert wird das Betreten der Review Area auf Höhe der Mittellinie. Der Ort, an welchem der Schiedsrichter selber auf Bewegtbilder zurückgreifen kann, darf niemand sonst betreten.

Strafen für Gegenspieler zu fordern, das will die Bundesliga nicht mehr sehen. Bild: AP/AP

Ganz allgemein bestrafen die Schiedsrichter Spieler, die für einen Gegner eine Verwarnung fordern. Hier soll strenger vorgegangen und konsequent Gelb gezeigt werden. Nicht mehr nötig ist eine Gelbe Karte bei der Verhinderung eines aussichtsreichen Angriffs im Strafraum.

Go Bibiana!

Lange musste sich Bibiana Steinhaus ihre Sporen abverdienen – nun gehört sie zur Elite der deutschen Schiedsrichter. Bild: AP/PA

Erstmals überhaupt wird in der Bundesliga eine Frau als Unparteiische eingesetzt. Bibiana Steinhaus, die Polizistin aus Hannover, gibt mit 38 Jahren ihr Debüt.

Aufgrund der Altersgrenze von 47 Jahren nicht mehr im Einsatz sind die bekannten Schiedsrichter Wolfgang Stark (344 Bundesligaspiele), Günter Perl (180) und Dr. Jochen Drees (142). Jüngere Kandidaten wurden nachgezogen. Schiri-Boss Fröhlich äussert sich im «Kicker» folgendermassen: «Wir haben das Team stark verjüngt und damit quasi einen Generationswechsel vollzogen. Es ist logisch, dass die jungen Schiedsrichter nicht auf dem gleichen Niveau sein können wie ein langjähriger erfahrener FIFA-Schiedsrichter. Aber wir sind mit der Entwicklung bisher sehr zufrieden.»

Money, Money, Money

1200 Euro verdient Bundesliga-Schiri Felix Brych ab dieser Saison mehr – pro Spiel. Bild: EPA/LUSA

Ab der neue Bundesliga-Saison erhalten Schiedsrichter in der Bundesliga deutlich mehr Lohn. Pro Partie gibt es neu 5000 Euro statt wie bisher 3800 – eine Steigerung von über 30 Prozent. Fröhlich meint hierzu: «Klar, im Kontext zu vielen Berufen in der Gesellschaft ist das eine auf den ersten Blick starke Summe. Im Kontext zu dem Milliardengeschäft Bundesliga und zu der Verantwortung, die den Schiedsrichtern in diesem Geschäft inzwischen zugeschrieben wird, relativiert sich das dann allerdings wieder.» (rst)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Eine_win_ig 18.08.2017 22:57
    Highlight Endlich werden auch die SR (sehr) gut bezahlt. Ein wichtiger Schritt in der professionalisierung. Wenn sich da nir gewisse schweizer (Fussball)ligen eine Scheibe abschneiden würden.
    2 0 Melden
  • droelfmalbumst 18.08.2017 15:18
    Highlight 5000 Euro pro Spiel...
    Ich glaube ich werde Schiedsrichter...
    2 5 Melden
    • gupa 18.08.2017 17:27
      Highlight 60 Millionen pro Jahr...
      Ich glaube ich werde Fussballer...
      6 0 Melden
  • Zaungast 18.08.2017 13:22
    Highlight Ich bin gegen den Videobeweis. Ich mag auch mal eine Fehlentscheidung. Der Umgang damit ist für alle Beteiligten wichtig und gut.
    10 48 Melden
    • Potzblitz36 18.08.2017 14:17
      Highlight Trotzdem muss man deshalb nicht gegen den Videobeweis sein. Der Confed-Cup hat gezeigt, dass es trotzt Videobeweis noch strittige Szenen und Fehlentscheide gibt. Wenn sich diese Technik etabliert hat, wird es aber deutlich weniger Fehlentscheide geben, was meiner Meinung nach als sehr positiv für den Sport zu werten ist.

      Zu hoffen ist, dass die Schiedsrichter beim fordern des Videobeweises durch einen Spieler auch wirklich konsequent die gelbe Karte zeigen. Das selbe funktioniert seit Jahren nämlich nicht wenn ein Spieler für seinen Gegner eine Karte fordert.
      28 2 Melden

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