Sport

IOC schliesst Russen nicht aus von Rio – diese sagen: «Doping-Fragen – damit haben wir nichts zu tun»

25.07.16, 13:36 25.07.16, 13:51

Video: reuters.com

Russische Sportlerinnen und Sportler kommen in Rio an, zu den Olympischen Sommerspielen. Denn die russische Olympiamannschaft wird nach einer Entscheidung des Internationalen Olymischen Komitees IOC vom Sonntag nun doch nicht generell ausgeschlossen von den Spielen.

Der Cheftrainer der russischen Sportgymnastinnen, Andrei Rodionenko, sagte dazu in Brasilien: «Doping-Fragen – damit haben wir nichts zu tun. Wir hatten dieses Problem nie, nie im Leben, Ich bin seit etwa 30 Jahren Cheftrainer, und es gab nicht einen einzigen Fall bei uns.»

Die IOC-Leitung mit dem Präsidenten Thomas Bach aus Deutschland hatte am Sonntag von Lausanne in der Schweiz aus nach einer Telefonkonferenz verlauten lassen, die Entscheidung über eine Teilnahme der Sportler aus Russland liege bei den jeweiligen Welt-Sportverbänden: «Es mag ja fein erscheinen, über ‹kollektive Verantwortung› zu reden und darüber, ‹wir verbannen jeden!›. Aber am Ende des Tages musst du in der Lage sein, jedem einzelnen Athleten in die Augen zu schauen, der von deiner Entscheidung betroffen ist.»

Zugleich gab das IOC strikte Bedingungen für diese Entscheidungen vor. Die Anti-Doping-Agentur Wada hatte einen Ausschluss der gesamten russischen Mannschaft verlangt. Hintergrund war eine Untersuchung, der zufolge es in Russland offenbar ein staatlich unterstütztes, systematisches Doping gegeben hat.International wird die Entscheidung des IOC auch vielfach kritisiert: Die Regierung in Australien zum Beispiel erklärte, die Teilnahme russischer Athleten in Rio könne dem Ansehen der olympischen Bewegung schaden. Das sagte Sportministerin Sussan Ley am Montag in Sydney: «Australien hat seit langem eine strenge Haltung gegen Doping im Sport, auch jetzt.

Als langjährige Mitglieder und Unterstützer der Welt-Anti-Doping-Agentur unterstreicht die australische Regierung die Empfehlungen der WADA, denen zufolge das IOC, das Paralympische Komitee und die Welt-Sportverbände jeweils entschieden handeln sollen im Rahmen ihrer Macht, um den Zugang von Athleten abzulehnen, die vom Russischen Olympischen oder Paralympischen Komitee entsandt werden sollten.»

Sportminister Vitali Mutko.
Bild: Pavel Golovkin/AP/KEYSTONE

Russische Regierungsvertreter und Sportfunktionäre hingegen hatten argumentiert, eine generelle Sperre würde einer Kollektivstrafe gleichkommen und wäre unfair gegenüber jenen Sportlern, die nicht gedopt hätten. Ausserdem wurden unter anderem von Sportminister Vitali Mutko Vorwürfe eines systematischen Dopings in Russland verurteilt als antirussische Verschwörung des Westens, mit der politische Ziele verfolgt würden.

(reuters.com)

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • saukaibli 25.07.2016 14:07
    Highlight Wer kann eigentlich noch irgnend einen der Grossen Sportverbände ernst nehmen? Egal ob IOC, FIFA, UEFA, FIA oder was auch immer, es herrscht Korruption, Betrug und Vetternwirtschaft. Es gibt aber nur einen Weg wie wir zeigen können, dass wir das nicht wollen. Boykott aller grossen Veranstaltungen dieser "Verbände" (Mafiaorganisationen wäre vielleicht treffender).
    26 0 Melden
  • Cool Beans 25.07.2016 13:53
    Highlight Schön für die Athleten die nicht gedopt haben.
    6 7 Melden
    • saukaibli 25.07.2016 14:04
      Highlight Welche zwei meinst du?
      23 3 Melden
    • Cool Beans 25.07.2016 14:36
      Highlight Haha
      9 0 Melden
    • Beobachter24 25.07.2016 15:20
      Highlight "Welche zwei meinst du?"

      Schöner Beweis dafür, dass das mediale Russland-Bashing funktioniert.
      6 15 Melden

Alt-Bundesrat Schmid zum Russen-Doping: «Russische Spione waren in der Schweiz»

Alt-Bundesrat Samuel Schmid leitete für das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Doping-Untersuchung, die zu einer Sperre von Russland für die Spiele in Pyeongchang 2018 führte. Er spricht über Untersuchungen, Sicherheitsvorkehrungen und das Verhalten der Russen.

Herr Schmid, Russland klagt, der Entscheid des IOC sei eine «Verschwörung des Westens». Ist er das?Sicher nicht. Es existieren Fakten, die sich nicht weglügen lassen. Proben müssen manipuliert worden sein, chemische Zusammensetzungen von Urinproben sind nicht natürlich. Es kamen viele Elemente zusammen. In Russland versucht man, sich herauszureden, indem man die Schuld auf eine sehr kleine Gruppe von Verschwörern abwälzt.

Es geht aber um staatlich mit beeinflusstes Doping?Vielleicht kann man …

Artikel lesen