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Platini über Suspendierung: «Ich will den Fussball in die Festung bringen, aber man schüttet mir kochendes Öl auf den Kopf»

29.10.15, 10:14
epa04864725 (FILE) A file picture dated 15 December 2014 of UEFA President Michel Platini during the UEFA Champions League 2014/15 round of 16 draw at the UEFA Headquarters in Nyon, Switzerland. Michel Platini on 29 July 2015 confirmed his intention to run for the FIFA presidency as successor to Joseph Blatter. Platini said in a statement on the UEFA website he has written to the 209 members of FIFA declaring his candidacy and asking for support in his bid to lead the global football governing body.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Bild: EPA/KEYSTONE FILE

Obwohl Michel Platini wegen einer Suspendierung nicht offiziell für das Amt des FIFA-Präsidenten kandidieren kann, sieht er sich als Favoriten. Im Interview mit dem Tages-Anzeiger gibt sich der 60-jährige Franzose kämpferisch: «Ich werde durch alle sportlichen und zivilen Gerichtsinstanzen gehen, um mich zu verteidigen.»

«Obwohl ich keinen Wahlkampf führen kann, fühle ich mich als vollwertiger Kandidat», sagt Platini. Er habe den Eindruck, man wolle ihn an einer Kandidatur hindern. Wie ein Ritter aus dem Mittelalter stehe er vor einer Festung: «Ich versuche, in sie hineinzukommen, um den Fussball hineinzubringen, stattdessen schüttet man mir aber kochendes Öl auf den Kopf.»

«Ich fühle mich als vollwertiger Kandidat.»

Platini war von der FIFA-Ethikkommission provisorisch für 90 Tage suspendiert worden. Es wird eine umstrittene Zahlung über zwei Millionen Franken untersucht, die er von der FIFA erhalten hat. Platini betont einmal mehr, es sei alles mit rechten Dingen zugegangen. Beim Geld handle es sich um den Gegenwert für vier Jahre Arbeit als Berater von Sepp Blatter.

«Ich habe dem Wort des FIFA-Präsidenten vertraut und wusste, dass er mich eines Tages bezahlen würde», sagt Platini zum «Tages-Anzeiger». Der Franzose hat das Geld erst neun Jahre nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses eingefordert. Ob ihm Blatter eine Falle gestellt habe? «Ich will nicht an eine Komplott-Theorie glauben», antwortet Platini knapp.

FILE - In this Friday, May 29, 2015 file photo, FIFA president Sepp Blatter after his election as President, left, is greeted by UEFA President Michel Platini, right, at the Hallenstadion in Zurich, Switzerland. On Thursday, Oct. 8, 2015 FIFA provisionally banned President Sepp Blatter and UEFA President Michel Platini for 90 days. (Patrick B. Kraemer/Keystone via AP, File)

Die Stimmung zwischen den einstigen Verbündeten Blatter und Platini erreicht einen neuen Tiefpunkt.
Bild: AP/KEYSTONE

Zu seinem zerrütteten Verhältnis mit dem suspendierte FIFA-Präsident sagt der Franzose: «Die FIFA und die Uefa sind natürlicherweise Antagonisten. Früher oder später kommt es zwangsläufig zu Reibungen, Spannungen und einer Rivalität.»

Blatter schiesst unterdessen weiter gegen seinen ehemaligen Verbündeten. Der russischen Agentur Tass hat er erzählt, Platini würde hinter den Skandalen um den Weltfussballverband stecken. «Von Anfang an war ich das Ziel der Attacken. Arrangiert hat das alles Michel Platini. Es ist etwas Persönliches», so Blatter.

«Die FIFA braucht eine Polizei, nicht eine Ethikkommission.»

Über die Kandidatur des Wallisers Gianni Infantino freut sich Michel Platini: «Ich kenne die Qualitäten von Gianni. Wir haben seit neun Jahren Hand in Hand gearbeitet.» Am Tag, an dem er reingewaschen werde, werde er sich mit dem Uefa-Generalsekretär Zusammensetzen und die Situation neu besprechen. «Wir werden die beste Lösung für den Fussball wählen.»

Gianni Infantino gestures during an interview with Reuters at the UEFA headquarters in Nyon, Switzerland, in this July 5, 2011 file photo. World soccer body FIFA on Wednesday named the seven confirmed candidates vying for the FIFA presidency at a February 26 election. In a statement, Zurich-based FIFA said the candidates proposed were: Prince Ali Bin Al Hussein, Musa Hassan Bility, Jerome Champagne, Gianni Infantino, Michel Platini, Sheikh Salman bin Ebrahim Al Khalifa and Tokyo Sexwale. REUTERS/Ruben Sprich/Files

Erhält ein gutes Zeugnis von Platini: Der Schweizer Kandidat Gianni Infantino.
Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Zu der Ethikkommission der FIFA sagt der Franzose: «Verfügt die FIFA über die Mittel, um alle diese Verfahren durchzuführen? Ich selber war immer dafür, eine Polizei einzuführen, um die Verfehlungen im Sport zu kontrollieren und zu untersuchen. Eine Polizei, nicht eine Ethikkommission.»

Auch zu seinem Votum für Katar 2022 nimmt Platini Stellung. «Die Kandidatur von Katar brachte eine Einzigartigkeit und eine Öffnung in die Welt, die ich von Anfang an als wunderbar empfand», so Platini. «Die arabische Welt hat noch nie eine WM organisiert. Für die Entwicklung des Fussballs war es wichtig, ihr diese Chance zu geben.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • MM 29.10.2015 12:40
    Highlight Er versuchts in blatter'scher Manier... Der arme 😢
    0 0 Melden
  • Angelo C. 29.10.2015 11:09
    Highlight Andreas Schmid vor 2 Std.
    Ein ganz mieser Vogel, dieser schleimige Herr, der seinen langjährigen Freunden derart in den Rücken fällt, und selbst reichlich Dreck am Stecken hat. Die 2 Millionen-Story und Platinis tranige Erklärungen dazu sind total unglaubwürdig! Niemand wartet 9 Jahre lang auf die Kohle für seine Arbeit, dies bei einer milliardenschweren Organisation für welche so ein Betrag eine Lachnummmer ist. Bleibt zu hoffen, dass dieser falsche Fuffziger auf höchstem Niveau ausgespielt hat. Motto : Jeder Andere lieber als Michel Platini!

    Soeben im Tagi abgekupfert, ganz meine Meinung...
    8 1 Melden

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