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Doping-Journalist Seppelt zu WM-Einreiseverbot: «Bin gespannt, wie sich FIFA positioniert»

11.05.18, 22:38 12.05.18, 10:22

Timo Stein / watson.de



Russland hat einem der führenden Doping-Experten, Hajo Seppelt, die Einreise zur Fußball-Weltmeisterschaft verwehrt. Das Visum des ARD-Journalisten sei am Freitag für ungültig erklärt worden, teilte der Sender mit – und sprach von einem «Eingriff in die Pressefreiheit».  

Im Interview mit watson.de kritisiert Hajo Seppelt die Entscheidung der russischen Behörden – und fordert eine klare Stellungsnahme der FIFA.

Herr Seppelt, Sie stehen auf der Liste «unerwünschter Personen». Überrascht?
Hajo Seppelt: Dass man unsere Berichterstattung in Russland nicht besonders gut findet, das überrascht mich weniger. Es wurde wiederholt gesagt, dass wir russophob seien, dass unsere Berichterstattung gesteuert sei. Das ist natürlich völliger Unsinn. Es zeigt sich, dass wir mit der Aufklärung des russischen Dopingskandals einen empfindlichen Nerv getroffen haben, der offensichtlich politische und staatstragende Dimensionen hat. Dass Russland jetzt meint, zu solchen Maßnahmen greifen zu müssen, spricht aus meiner Sicht für sich.

Wurde die Ablehnung des Visums begründet?
Nein. Es ist nur gesagt worden, dass ich auf dieser Liste «unerwünschter Personen» stünde. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. 

«Es wurde nur gesagt: Es wäre unklug jetzt nach Russland einreisen zu wollen, ich würde an der Grenze abgewiesen werden.»

Ist das nicht ein Eingriff in die Pressefreiheit?
Aus meiner Sicht ist das tatsächlich ein beispielloser Vorgang. Das hat im Grunde mit meiner Person gar nichts zu tun. Es geht grundsätzlich um die Frage: Wie kann es sein, dass bei Sportgroßereignissen, bei denen ja der freie Zugang für Medienvertreter ein Kriterium bei der Vergabe ist, ein Journalist nicht einreisen darf? Das sind ja grundsätzliche Fragen, die die Verantwortlichen klären müssen. 

Und die ARD? Was erwarten Sie jetzt von Ihrem Sender?
Die hat sich hinter mich gestellt. Das ist eindeutig. Daran sehen Sie ja, dass sich die ARD ganz klar für kritischen Sportjournalismus einsetzt.

Heisst das aber nicht auch in der Konsequenz, dass der Sender darauf verzichten sollte, aus Russland zu übertragen? Wie soll das gehen: Für Pressefreiheit einstehen und gleichzeitig die WM-Spiele zeigen?
Das kann ich in Teilen nachvollziehen, dass manche zu solchen Schlussfolgerungen kommen können. Aber: Die Übertragung eines Fussballspiels ist das eine, die Frage der Pressefreiheit das andere. Welche Auswirkung diese Entscheidung Russlands jetzt auf die Berichterstattung hat, mag ich einfach nicht einzuschätzen.

Recherchen mit Auswirkung:

Der Journalist und Autor aus Berlin ist weltweit als Experte für Doping im Sport bekannt. In seinen Reportagen berichtete er beispielsweise über Doping in der DDR, in China und bereiste auch das verschlossene Land Nordkorea. 

Seine Recherchen hatten schon mehrfach weitreichende Auswirkungen.
So musste im September 2010 etwa der Internationale Radsportverband (UCI) einen positiven Dopingtest des Tour-de-France-Siegers Alberto Contadoraus Spanien eingestehen.

Seppelts Film "Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht" deckte den russischen Dopingskandal auf und sorgte unter anderem dafür, dass der russische Leichtathletikverband vom internationalen Leichtathletikverband (IAAF) suspendiert wurde. 

Mitarbeit: Benedikt Niessen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Dirk Leinher 12.05.2018 11:56
    Highlight Wenn man bei jemandem zu Gast sein möchte, sollte man halt nicht dauernd am Gastgeber rumnörgeln. Mit sachlicher Kritik hatte das was Seppel rumseppelte nicht wirklich zu tun.
    22 28 Melden
    • swisskiss 12.05.2018 14:08
      Highlight Ahh, der Dirk, der russenaffine Verteter der etwas "anderen Wahrheit".

      Beispiel, wo Seppelt "rumgenörgelt" hat, bei der Aufdeckung des staatlich gesteuerten Dopimgs in Russland?

      Beispiel der fehlenden Sachlichkeit benennen, bei der Berichterstattung ?

      Das dies mehr als peinliche Affäre nicht Deinem Russlandbild entspricht ist nachvollziehbar.

      Doch hier das Sprachrohr russischer Staatsmedien zu spielen, ist doch eher bedenklich.
      19 18 Melden
    • Juliet Bravo 12.05.2018 18:01
      Highlight Ich glaube der Dirk spielt nicht nur das Sprachrohr russischer Staatsmedien sondern er ist es - live aus St. Petersburg ;)
      5 3 Melden
  • Marlon Mendieta 12.05.2018 11:45
    Highlight Ist dieser Herr Seppelt immun gegen Nervengift?
    7 12 Melden
  • laska 12.05.2018 09:08
    Highlight Absolut nachvollziehbar dieser Entscheid, Seppelt die Einreise zu verweigern.
    Für mich hatten diese ganze Enthüllungen weniger mit Doping als vielmehr mit Ruslandhetze zu tun.
    23 61 Melden
    • Fabio74 12.05.2018 10:12
      Highlight Wie simpel die REchtsnationalen doch sind. Jede Kritik, jedes Aufdecken von Betrug ist Hetze.
      Mit solch dummen Totschlag-Argumenten kann man jede Diskussion verhindern und macht sich vom Täter zum Opfer.
      Widerwärtig und dummes Verhalten auf dem Niveau Kindergarten.
      Aber gleichzeitig wunderbares Schuldgeständnis
      42 30 Melden
  • swisskiss 12.05.2018 01:27
    Highlight Die FIFA.... ausgerechnet von diesem Verein erwartet Seppelt eine Mahnung an die Werte?

    Schon vergessen, wie die Vergabe von Weltmeisterschaften verläuft und welche politischen Ränkespiele und Korruption an der Tagesordnung sind?

    Da ist der Auschluss eines Journalisten nicht mal eine Randbemerkung wert....
    36 0 Melden
  • NikolaiZH 11.05.2018 23:49
    Highlight Nicht korrekt - ja, bedauerlich - vielleicht, aber von der pressefreiheiteinschränkung würde ich hier erst dann sprechen, wenn flächendeckend russlandkritische journalisten an einreise gehindert wären
    7 35 Melden
  • Hptm B. Junge 11.05.2018 23:42
    Highlight Man will ja solche Veranstaltungen in Ländern wie Russland, Katar usw.

    Ich möchte jetzt nicht Regierungen die Schuld geben, aber die Politik könnte viel mehr Druck ausüben auf FIFA, IOC und wie die alle heissen. Aber das will ja niemand.
    22 26 Melden
    • Fabio74 12.05.2018 10:13
      Highlight Bist du denn für Olympia in der Schweiz?
      4 8 Melden
    • Freydenker 14.05.2018 04:18
      Highlight Sion darf die Olympiade habe sofern sie es aufbringen können 😂😂 ah ja stimmt sie FORDERN von anderen Kanton Unterstützung.
      Also Nein zu Olympia in Sion von mir.

      Die Schweiz hätte keine Probleme die olympischen Spiele auszurichten aber dies ist ein Wunschtraum einer Stadt/Region und der Rest muss helfen nach ihrem Verständnis.
      1 1 Melden
    • Fabio74 14.05.2018 21:35
      Highlight @freydenker: Die Schweiz hätte blabla aber man will dann das Geld nicht ausgeben und wundert sich warum Diktaturen und totalitäre Staaten dann nur noch Gastgeber sind
      0 0 Melden
  • Zat 11.05.2018 23:08
    Highlight Ich verstehe Herrn Seppelts Standpunkt. Allerdings meine Frage: Kann er nicht auch von zuhause aus entsprechend berichten? Evt. sogar noch offener sprechen als dort? Die notwenigen Recherchen dürften ja auch von Kollegen machbar sein. Evt sogar besser, weil unerkannt, da er selbst dort ja inzwischen bekannter als ein bunter Hund sein dürfte. Klar ist es nicht dasselbe, aber mMn ist das hier kein Fall von 'alles oder nichts', wie es im Interview den Anschein macht.
    6 21 Melden
  • Zat 11.05.2018 23:02
    Highlight Off topic hat mich folgendes irritiert: "...bei Sportgroßereignissen, bei denen ja der freie Zugang für Medienvertreter ein Kriterium bei der Vergabe ist,...".
    Ist das tatsächlich ein Kriterium? Wie einfach ist es eigentlich, sich als Journalist zu akkreditieren? Wie steht es mit Sicherheits-Überprüfungen?
    9 6 Melden
  • manuel0263 11.05.2018 21:03
    Highlight Es wird absolut NICHTS passieren...man wird sein Bedauern ausdrücken und alles herunterspielen...wie immer.
    80 6 Melden
  • CASSIO 11.05.2018 20:41
    Highlight hajo, wie wärs dann mal, den ganzen deutschen, staatlich tolerierten dopingsumpf lahmzulegen? mit brot und spielen bringt Ihr das volk zum schweigen und helft kräftig mit bei der umverteilung des kapitals.
    28 127 Melden
    • Echo der Zeit 11.05.2018 21:07
      Highlight Deutschen, staatlich tolerierten dopingsumpf ? helft kräftig mit bei der umverteilung des kapitals ?? volk zum schweigen bringen ???
      93 18 Melden
    • Fabio74 12.05.2018 10:14
      Highlight Welchen Sumpf gibt es denn in Deutschland?
      Wo wird mittels Doping das Volk zum Schweigen gebracht und dann das Kapital umverteilt?
      Bring doch mal Argumente, Fakten, Zahlen.
      15 2 Melden
    • el heinzo 12.05.2018 16:30
      Highlight Äh, war Hajo Seppelt nicht auch entscheidend daran beteiligt, in den Nullerjahren den „Dopingsumpf“ um die Uni Freiburg und das Team Telekom trockenzulegen? Man vergisst so vieles so schnell wieder, in den Wirren des Alltags.
      7 0 Melden
  • Ueli der Knecht 11.05.2018 20:40
    Highlight Und ich dachte erst, "seppeln" sei ein Verb und hätte was mit Sepp Blatter zu tun.

    Ich sepple,
    du seppelst,
    Hajo seppelt.
    75 21 Melden
  • Chris. 11.05.2018 20:31
    Highlight in Katar wird es dann sicher wieder besser...
    90 5 Melden
  • Staatsgebeutelter 11.05.2018 20:12
    Highlight Ach den Hajo braucht niemand, er selber merkt es nur nicht.
    93 158 Melden
    • roger.schmid 11.05.2018 20:23
      Highlight Es hat ihn offensichtlich gebraucht um einen riesigen Dopingskandal aufzudecken. Dafür bin ich, und Millionen andere jedenfalls ziemlich dankbar. Du merkst es nur nicht, Staatsgebeutelter..
      134 95 Melden
    • Juliet Bravo 11.05.2018 20:35
      Highlight Wieso „braucht den niemand“? Zu kritisch für dich?
      113 72 Melden
    • Echo der Zeit 11.05.2018 21:09
      Highlight Der Staatsgebeutelter wird nicht vom Staatlichem Doping Tangiert - er bezahlt es nur durch seine Steuern.
      34 8 Melden
    • Fabio74 11.05.2018 22:30
      Highlight Doch offensichtlich um Sümpfe trockenzulegen
      Wurde halt Putin ins schlechte Licht gerückt
      14 26 Melden

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