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Wir warten noch, bis Stan dieses Bild auf seinem Twitter-Account teilt. Update: Auf Snapchat hat er's schon gemacht. Hach, diese Jugend! (siehe unten) Bild: Julio Cortez/AP/KEYSTONE

Wawrinka nach dem Triumph: «Vor dem Final habe ich geweint»

Nach seinem ersten Triumph am US Open machte Stan Wawrinka ein verblüffendes Geständnis: Bevor er auf den Platz ging und Novak Djokovic bezwang, weinte er, weil er die Last des Drucks spürte.

12.09.16, 11:16 12.09.16, 12:35

Stan Wawrinka, Sie sehen glücklich aus.
Stan Wawrinka:
(lacht) Ja, hoffentlich bin ich nach einem solchen Sieg glücklich.

Was bedeutet dieser Sieg für Sie?
Es ist ein Wahnsinn. Ich hatte vor dem Final schon so viel Zeit auf dem Platz verbracht, und ich wusste, dass dies gegen Djokovic ein wirklich harter Kampf wird. Nicht nur in Sachen Tennis, auch physisch und mental. Ich liess in den letzten zwei Wochen alles auf dem Platz, nach dem Spiel war ich völlig leer. Heute versuchte ich, hart zu mir selber zu sein. Ihm nichts zu zeigen, keine Zeichen des Schmerzes. Ich litt sehr, aber ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe.

Man gibt ihm seine 31 Jahre nicht: Wawrinka freut sich auf Snapchat. Twitter ist ja sowas von gestern.

Jetzt fehlt Ihnen nur noch Wimbledon zum Karriere-Grand-Slam.
Und jetzt? Soll ich mich nur noch auf Wimbledon konzentrieren? (lächelt) Es gibt nur einen Plan: Mich zum Maximum des Möglichen zu pushen. Ich bin nicht gut genug, um zu sagen: Okay, ich werde dieses Jahr ein Grand-Slam-Turnier gewinnen. Ich habe nie davon geträumt, bei einem Grand Slam zu gewinnen. Das war für mich viel zu weit entfernt. Ausserdem möchte ich daran erinnern, dass ich in Wimbledon noch nie weiter als in den Viertelfinal gekommen bin.

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Sie spielen immer im Final Ihr bestes Tennis. Wie schaffen Sie das?
Jedes Mal, wenn ich ein Spiel gewinne, steigt mein Selbstvertrauen. In Grand Slams mit den Best-of-5-Spielen hat man ein bisschen mehr Zeit, Fehler zu machen. Das ist gut für mich. Wenn ich dann im Final bin, weiss ich, dass mein Spiel da ist, wo es sein muss. Vor diesem Final war ich so nervös wie nie zuvor. Als ich vier oder fünf Minuten vor dem Match mit Magnus (Norman, Wawrinkas Coach; d. Red.) sprach, begann ich zu weinen. Ich zitterte am ganzen Körper. Aber ich war überzeugt, dass mein Spiel da ist, dass ich physisch bereit bin.

Stan mit Freundin Donna Vekic. Auch sie hatte ganz feuchte Augen nach dem Sieg ihres Schatzes. Bild: CJ GUNTHER/EPA/KEYSTONE

Warum waren Sie so nervös?
Ich bin ja nicht mehr der Jüngste (31-jährig; d. Red.). Da will man jede Chance nutzen, die sich einem bietet. Wenn du im Final bist, bist du gleichzeitig so nah und so weit weg vom Pokal. Deshalb war ich so angespannt.

War das vor den anderen beiden Grand-Slam-Finals ähnlich?
Vor dem French-Open-Final 2015 war es ähnlich, aber nicht so extrem. Vor dem Final am Australian Open war ich viel lockerer. Da fühlte ich keinerlei Druck. Ich wollte natürlich gewinnen, aber ich war schon glücklich, im Final zu sein.

Tennisspieler mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln (seit 1968)

Sie haben in den letzten Tagen viel vom Leiden gesprochen.
Das war mental und physisch das anstrengendste Turnier meines Lebens. Vor allem in den letzten drei Matches musste ich an meine absolute Grenze gehen. Ich habe mich gequält wie noch nie.

Streben Sie nun noch die Nummer 1 an?
(verdreht die Augen) Das werde ich jedes Mal gefragt, wenn ich ein Grand-Slam-Turnier gewinne. Das ist viel zu weit weg. Novak spielt die ganze Saison konstant so gut, der Abstand ist viel zu gross. Ich denke auch nicht in diesen Dimensionen. Mein Ziel ist es, mich konstant zu verbessern und das Maximum aus meinen Möglichkeiten herauszuholen. (sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 12.09.2016 16:26
    Highlight "Man gibt ihm seine 31 Jahre nicht". Wer schreibt denn eine solche Lobhudelei? So wie der aussieht, sah ich nicht mal mit 50 aus!
    5 7 Melden
  • Gelöschter Benutzer 12.09.2016 13:43
    Highlight Was mache ich falsch oder was ist mit mir los, dass ich keine solchen Idole wie Wawrinka & Co. habe? Schätze ich die Leistung dieser millionenschweren Tennisspieler - die darin besteht einen Ball übers Netz zu schlagen - falsch ein? 3 Stunden Tennis spielen und dafür Millionen kassieren - das ist doch KRANK!
    3 60 Melden
    • N. Y. P. 12.09.2016 14:16
      Highlight Das mit den Millionen versuche ich mal zu erklären :
      Turniergelder & Werbegelder
      kriegen Stan, Roger & Co. als Entschädigung dafür, dass viele Firmen (Nike, Peugeot, Rolex etc.) wegen ihnen viel Geld einnehmen.
      Wäre ja ungerecht, wenn Nike wegen Roger Millionen einnimmt und ihn dann nicht daran partizipieren lässt. Deshalb verdient er ca. 70 Mio. im Jahr.

      Auch Turniere und ihre Werbepartner profitieren. Deshalb die hohen Preisgelder.

      RF hat sich stark engagiert, dass vor allem in der 1. und 2. Runde der Grand Slams mehr ausbezahlt wird.
      26 1 Melden
    • lilie 12.09.2016 14:27
      Highlight @reezee: Vielleicht liegts daran, dass du glaubst, dass drei Stunden Tennis spielen genügt, um Millionen abzustauben? In dem Fall wäre ich auch neidisch.
      25 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.09.2016 17:05
      Highlight N.Y.P.: Wow, darauf wäre ich nicht gekommen. Es ist doch einfach eine Sauerei und ein Verhältnisblödsinn, wie viel Geld man einem Menschen für eine solche "Leistung" in den Allerwertesten schiebt. Ein Arzt, der einen Menschen 8 Stunden am Herzen operiert, bekommt ein Bruchteil davon und leistet in dieser Zeit mehr, als ein Wawrinka oder Federer in ihrem ganzen Leben. Wir sollten aufhören, solche Einzelmasken als Könige zu bezeichnen.
      4 10 Melden
    • lilie 12.09.2016 17:42
      Highlight @reezee: Natürlich ist es ein Verhältnisblödsinn. Kein Mensch kann so viel leisten, um solche Beträge zu verdienen.

      Die Spieler erhalten dieses Geld aber eben gar nicht für ihre Leistung, sondern dafür, dass sie sich als Identifikationsfiguren eignen.

      Wegen dem Geld hat sicher keiner von ihnen diesen Beruf gewählt: Nur ein Teil kann im Tennis vom Sport leben, und das dauert in der Regel Jahre.

      Die wenigen Topspieler, die dann diese horrenden Summen einsacken, können aber umgekehrt auch viel Gutes tun: Roger Federer z.B. baut seit Jahren Schulen in seinem zweiten Heimatland Südafrika.
      6 0 Melden
  • N. Y. P. 12.09.2016 12:38
    Highlight Auch die NZZ freut sich mit dir, Stan !
    10 1 Melden
  • banda69 12.09.2016 12:15
    Highlight I like this guy.
    36 1 Melden
  • ZweiAvocadi 12.09.2016 12:13
    Highlight O nein er setzt auf die Federer-Formel:
    Mann+Weinen=Sympatisch+Geerdet
    6 108 Melden
  • Martinov 12.09.2016 12:03
    Highlight Sehr sympatisch & Bodenständig der Junge, könnten sich einige eine Scheibe abschneiden.
    45 5 Melden
    • AJACIED 12.09.2016 15:15
      Highlight Also Zähl mal die paar tausend auf 🙈
      Du schneidest dir auch was ab oder schreibst hier einfach so?
      3 1 Melden
  • TobiWanKenobi 12.09.2016 11:59
    Highlight Donna Weggli😍
    27 2 Melden
  • Falcons1966 12.09.2016 11:50
    Highlight Dieses Bild wurde für Snapchat gemacht. Dort ist es auch bereits veröffentlicht.
    18 1 Melden

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