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Sean Simpson, head coach of Switzerland national ice hockey team, gestures in front of journalists during a media briefing of the 2014 IIHF Ice Hockey World Championships, at the Minsk Arena, in Minsk, Belarus, Tuesday, May 13, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Nach seiner Rückkehr in die Schweiz ist Sean Simpson vorerst nur als Zuschauer im Stadion. Bild: KEYSTONE

Sean Simpson im Interview

«In Russland konnte ich die meisten Spieler nicht einmal fragen, wie es denn so geht»

Sean Simpson (54) und sein Assistent Colin Muller (50) sind heute aus Russland zurückgekehrt. Der WM-Silberschmied sagt, warum er in Jaroslawl bereits nach 9 Runden gescheitert ist.

03.10.14, 16:40 03.10.14, 18:57

Sie sind zum ersten Mal gefeuert worden, jetzt sind Sie ein richtiger Coach ...
Sean Simpson: Ja, das sagt man so in unserer Branche.

Und Sie sind nun mit neun Spielen Millionär geworden?
Nein, so ist es nicht. In der KHL werden zwar gute Saläre bezahlt und die Vertragsauflösung ist professionell geregelt worden. Aber glauben Sie mir, ich hätte viel lieber zwei Jahre in Jaroslawl gearbeitet, ich würde jetzt lieber an der Bande stehen als zu Hause zu sitzen.

ZUR NICHT-VERLAENGERUNG DES VERTRAGES ALS EISHOCKEY-NATIONALTRAINER DURCH SEAN SIMPSON AM MONTAG, 3. MÄRZ 2014, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Der Schweizer Headcoach Sean Simpson feuert seine Spieler an im Viertelfinalspiel der Eishockey Weltmeisterschaft zwischen der Schweiz und Deutschland am Donnerstag, 20. Mai 2010, in der SAP Arena in Mannheim, Deutschland. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Sean Simpson vermisst seinen Platz an der Bande. Bild: KEYSTONE

Woran sind Sie gescheitert?
Wir haben die gewünschten Resultate nicht erreicht. Die Erwartungen waren hoch.

«Die Erwartungen waren hoch.»

Sean Simpson

Dave King hatte das Team im letzten Frühjahr gerade noch in die Playoffs gebracht und war dann bis ins Halbfinale gekommen. Nun ist er am Tag, an dem Sie gefeuert worden sind, in Jaroslawl eingetroffen und hat Ihre Nachfolge angetreten. Der Entscheid muss schon vor dem 9. Spiel gefallen sein.
Sie können sich selber einen Reim darauf machen. Ich akzeptiere die Spielregeln in diesem Geschäft, die KHL ist eine sehr gut gemanagte und sportlich hochstehende Liga und ich kann mich über nichts beklagen. Wir haben die erwarteten Resultate nicht geliefert und in Russland wird halt ein bisschen schneller entschieden. Aber ich bin trotzdem enttäuscht. Weil man uns so wenig Zeit gegeben hat. Wir haben einen Zweijahresvertrag unterzeichnet, nachdem wir spürten, dass sie uns unbedingt verpflichten wollten – und dann ist es schon nach neun Spielen vorbei. Ich hatte das Gefühl, dass wir auf einem guten Weg waren. Ein Coach braucht für ein neues Team ein wenig Zeit.

Sean Simpson, head coach of Switzerland national ice hockey team, speaks to the media during a media briefing of the 2014 IIHF Ice Hockey World Championships, at the Minsk Arena, in Minsk, Belarus, Tuesday, May 13, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Sean Simpson ist enttäuscht über die Ungeduld der Jaroslawl-Bosse.  Bild: KEYSTONE

Gab es ein Kommunikationsproblem?
Ja, und es war nicht anders zu erwarten. Alles, was ich zu den Spielern sagte, ist in den ersten vier Wochen von einem Spieler übersetzt worden, was die Situation erheblich erschwerte. Erst dann bekamen wir einen Übersetzer als Assistenten. Weil ich der russischen Sprache nicht mächtig bin, war es auch nicht möglich, die im Hockey übliche tägliche Konversation zu machen. Ich konnte die meisten Spieler nicht einmal fragen, wie es denn so geht. Trotz allem war ich zuversichtlich, dass wir dies mit den Spielern in den Griff bekommen.

Haben Sie von den politischen Problemen etwas mitbekommen?
Nein, überhaupt nicht. In Jaroslawl geht das Leben seinen gewohnten Gang und die Ukraine-Krise spielt keine Rolle. Aber Colin Muller und ich flogen an dem Tag, an dem die Malaysia-Maschine abgeschossen wurde, nach Moskau. Wir waren, als dieses Unglück passierte, in der Luft. Als wir in Moskau ankamen, war dieser Abschuss auf allen TV-Kanälen zu sehen. Das war ein verstörender Moment.

ZUR NICHT-VERLAENGERUNG DES VERTRAGES ALS EISHOCKEY-NATIONALTRAINER DURCH SEAN SIMPSON AM MONTAG, 3. MÄRZ 2014, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Der Schweizer Nationaltrainer Sean Simpson anlaesslich der Ankunft der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft am Montag, 20. Mai 2013 auf dem Flughafen in Zuerich Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

2013 genoss Silberschmied Simpson am Flughafen Zürich noch einen Heldenempfang. Bild: KEYSTONE

Wie geht es nun weiter?
Das weiss ich noch nicht. Wir sind um 2 Uhr nachts in Jaroslawl losgefahren, um rechtzeitig auf dem Flughafen in Moskau zu sein, und heute gegen 11 Uhr in Zürich angekommen. Ich muss mich jetzt erst einmal finden und die Dinge ordnen. Es ist das erste Mal seit 23 Jahren, dass ich im Oktober keine Arbeit im Eishockey habe.

Aber Sie bleiben in der Schweiz?
Ja, vorerst auf jeden Fall.​



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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Yotanke 04.10.2014 23:27
    Highlight Auch wenn kloten heute gegen rappi gewonnen hat: fige ist ein schlechter trainer. wie kann man mit einer so talentierten mannschaft eine solche performance abliefern? sean simpson wäre der richtige für kloten.
    2 0 Melden
  • buco 03.10.2014 22:08
    Highlight Gotteron könnte einen Erfolgstrainer gebrauchen.
    3 1 Melden
    • Senftube 04.10.2014 19:15
      Highlight Gebrauchen schon, aber bezahlen wohl eher nicht... *lol* ...und noch was: Gotteron sollte sich besser von ein paar "Stars" und "Sternchen" trennen, denn sonst nützt auch eine ganze Trainerlegion nichts. Der Kern bei Gotteron ist faul.
      0 1 Melden

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