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Raphael Wicky kennt die Stärken von Manchester United genau. Bild: AP/Keystone

FCB-Trainer Wicky über ManUnited: «Ihr individuelles Potenzial ist unglaublich»

Basels Champions-League-Kontrahent Manchester United ist ein Koloss und auf europäischer Ebene in zwei Wettbewerben seit 15 Partien ungeschlagen.

22.11.17, 13:54

Raphael Wicky (40) steht vor einer komplizierten Aufgabe. Im Interview mit der Nachrichtenagentur sda redet der Walliser Trainer über seinen charismatischen Amtskollegen José Mourinho und erklärt, weshalb er 122 Tage nach seinem FCB-Einstand gegen YB (0:2) eine erste Saison-Bilanz für verfrüht hält.

Wie hoch stufen Sie Manchester United ein?
Raphael Wicky: Zu den Top 6 Europas gehört diese Mannschaft auf jeden Fall. Ihr individuelles Potenzial ist unglaublich.

Eine Weltauswahl, aber nicht auf Platz 1 in England, sondern acht Punkte hinter dem Stadtrivalen City klassiert.
Das spricht in erster Linie für Man City. Im zweiten Jahr unter Pep (Guardiola) sind sie noch besser bestückt.

Ist die Premier League generell massgebend auf internationaler Ebene?
Schwierig zu sagen. In den letzten Jahren gehörte die englische Liga nicht permanent zur Spitze.

Aber in dieser Saison haben die fünf Premier-League-Vertreter in der Champions League nur eines von 20 Spielen verloren.
Ich würde die Knock-out-Phase im Frühling abwarten, dann erst ist eine seriöse Beurteilung möglich. Aber klar, ihnen stehen selbst im Vergleich zu den übrigen Top-Ligen unglaubliche finanzielle Mittel zur Verfügung.

Für Raphael Wicky gehört ManUnited zu den sechs besten Teams in Europa. Bild: EPA/EPA

Die Klubführung von Manchester United hat im ersten Quartal einen Umsatzrekord von umgerechnet 186 Millionen Franken veröffentlicht.
Aha.

An der Teamspitze steht José Mourinho. Was fällt Ihnen zu ihm ein?
Er ist eine grosse Persönlichkeit, seine Geschichte ist faszinierend. Er hat es immer und überall geschafft, Titel zu gewinnen, die Mannschaften auf seine Seite zu bringen. Mourinhos Einfluss auf den Spielstil ist enorm.

Teams von ihm sind generell schwer auszuspielen – aktuell hat Manchester die besten Defensivwerte der Liga zu bieten.
Bei ihm ist die Kunst des Verteidigens ein wichtiges Prinzip. Ich sehe das als FCB-Trainer ja eigentlich nicht anders. Seine Strategie gibt ihm recht: In der Premier League haben sie erst sechs Gegentore zugelassen, in der Champions League nur eines. Seine Mannschaften sind immer gut organisiert. Als Coach von Inter schaffte er es sogar, Samuel Eto'o die Mithilfe in der eigenen Platzhälfte schmackhaft zu machen.

Gibt es weitere Merkmale im Team der United, die Sie mit Mourinho in Verbindung bringen?
Die physische Komponente ist kein Zufall. Fünf oder sechs Akteure sind über 1.90 Meter gross, die anderen zwölf sind 1.85 oder länger. Da steckt eine Menge Athletik in dieser Mannschaft.

Zwei weitere Schränke sind zurück: Zlatan Ibrahimovic und Paul Pogba. Bild: AP/AP

Wie wird Ihr Team dieser Wucht und Weltklasse begegnen?
Jeder ist in der Lage, die Realität richtig einzuschätzen. Gegen solche Teams ist ein perfekter Tag nötig. Jeder Spieler muss sich am oder über dem Limit bewegen. Das Glück, das Selbstbewusstsein, die Leidenschaft, die Qualität im Kollektiv – alles muss hundertprozentig stimmen.

Wie sehr beeinflusst die Tatsache den Game-Plan, dass die Partie ZSKA Moskau – Benfica gleichentags schon um 18 Uhr angepfiffen wird und das Ergebnis vor dem Kick-off bekannt ist?
Sie und wir wissen doch jetzt schon, dass ihnen die Achtelfinal-Teilnahme kaum mehr zu nehmen sein wird. Das ist die Wahrheit! Da braucht keiner nach Moskau zu schauen. Und wir müssen uns vor einem Vergleich mit Manchester United nicht zusätzlich unter Druck setzen – das wäre der falsche psychologische Ansatz.

Ihr Einstand gegen YB (0:2) liegt 122 Tage zurück. Im Europacup sind Sie auf Kurs, in der Liga hingegen haben Sie gegenüber dem Leader aus Bern bereits sieben Punkte eingebüsst – fällt Ihre Bilanz zwiespältig aus?
Ich ziehe noch keine Bilanz. Vier Wochen vor dem Ende der Vorrunde ist nicht der ideale Zeitpunkt, um eine Analyse zu machen. Das können wir nach dem letzten Super-League-Match am 17. Dezember tun. Vorher bringt es meiner Meinung nach nichts.

Trotzdem: Nehmen Sie eine gewisse Unzufriedenheit wahr?
Ich verfolge die Berichterstattung nicht. Damit bin ich gut gefahren. Aber klar, nach Niederlagen oder Unentschieden in der Liga sind die Fans unzufrieden – wir selber auch.

Erstmals seit 2012 droht nach dem ersten Halbjahr der Verlust des Nummer-1-Status.
Dass uns der Rückstand von sieben Punkten auf YB nicht gefällt, ist logisch. Aber für ein Fazit ist es wie gesagt zu früh. (pre/sda)

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