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epa05885188 Roger Federer of Switzerland poses for photographers, with the downtown Miami skyline behind him, after defeating Rafael Nadal of Spain during the men's singles final match at the Miami Open tennis tournament on Key Biscayne, Miami, Florida, USA, 02 April 2017.  EPA/ERIK S. LESSER

Derzeit ganz klar der gefragteste Mann auf der ATP-Tour: Roger Federer. Bild: ERIK S. LESSER/EPA/KEYSTONE

Federers Bilanz und der Grund, warum Mirka mit den Kids Mathe-Aufgaben machen sollte

Roger Federer wird bis zum French Open wohl kein Turnier mehr bestreiten. Der Fokus gilt Wimbledon – und seiner Familie, wie er nach seinem Finalsieg über Rafael Nadal in Miami erklärte. 



Nach seinem dritten Turniersieg in diesem Jahr, kündigt Roger Federer (35) an: Ich mache jetzt erst mal Pause. «Mein Körper und mein Kopf brauchen das und die Familie braucht mich auch. Ich will bei ihr sein, darauf freue ich mich jetzt.» Auch aus Angst, sein im letzten Jahr operiertes linkes Knie könnte auf den Belagwechsel auf Sand schlecht reagieren, schont sich der Baselbieter nun.

Er mache jetzt zehn Wochen Pause, frohlockt Federer. Seine Rückkehr terminiert er auf das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres, die French Open (ab 28. Mai). Zehn Wochen? Wir rechnen nach und stellen fest: bis zum Kräftemessen in Paris bleiben «nur» acht Wochen Pause. Und hoffen, dass im Hause Federer Ehefrau Mirka die Mathe-Hausaufgaben mit den Zwillingsmädchen erledigt.

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Federer erklärt, dass er erst in Paris wieder spielen werde. Video: streamable

Vielleicht kommt Federer aber auch auf seinen Entscheid zurück. Das Masters-1000-Turnier in Monte Carlo (ab 16. April) findet sicher ohne ihn statt, wohl auch jenes in Rom ab dem 14. Mai. Für das Turnier in Madrid, das er schon vier Mal gewonnen hat, steht er zwar auf der Meldeliste, eine Teilnahme ist aber unwahrscheinlich, wie der 35-Jährige durchblicken lässt.

Mit Blick auf die Weltrangliste hat sich Federer die Pause allerdings mehr als verdient. Nachdem er das Jahr als Nummer 17 in Angriff genommen hatte, wird er nun bereits wieder im vierten Rang geführt. Die Jahresrangliste führt er überlegen vor seinem Finalgegner Rafael Nadal an, Dritter ist Stan Wawrinka. Die Rechnung mit der siebenmonatigen Auszeit ist voll aufgegangen.

Das Race to London:

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Roger Federer, können Sie sich erklären, warum das Comeback dermassen gut verläuft?
Ich kann es nicht. Beim Warm-up vor dem Final sagte ich zu Severin (Lüthi – Red.), meinem Coach: Hätte ich nur diesen Final in Miami, kein Indian Wells, kein Australian Open - ich wäre trotzdem sehr glücklich. Doch ich habe viel mehr. Es ist traumhaft auf den Courts herumzurennen und zu sehen, dass der Körper gut darauf reagiert. Ich könnte nicht glücklicher sein.

Federers Saisonstarts seit 1999:

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Wie geht es weiter?
Jetzt mache ich eine Pause. Weil der Körper eine Pause braucht, der Kopf eine Pause braucht und die Familie mich braucht. Ich will bei ihr sein, darauf freue ich mich jetzt.

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Federers Rede bei der Siegesfeier. Video: streamable

Das Resultat gegen Nadal sieht deutlich aus.
Es war ein enges Spiel. Wenn du es nicht gesehen hast, nur das Resultat, denkst du vielleicht: Okay, aus einem Guss, ein paar Pausen und das wars. Das ist nicht die ganze Geschichte. «Rafa» hatte seine Chancen im ersten und im zweiten Satz, es war knapp. Ich war wohl bei den Big Points ein bisschen besser. Warum, kann ich auch nicht sagen. Die Dinge liefen gut für mich. Ich war heute im Kampfmodus und wollte mich irgendwie über Wasser halten. Es war körperlich und mental eine auslaugende Woche.

Was haben Sie in den drei Monaten seit dem Comeback über sich gelernt?
Dass die offensive Art, wie ich seit der Rückkehr spiele, die richtige für mich ist. Der Sieg an einem grossen Turnier wie das Australian Open gibt natürlich Selbstvertrauen, dieses hilft dir durch eine Menge harte Spiele. Ich profitiere zurzeit definitiv vom Selbstvertrauen und der richtigen Einstellung im Kopf. Ich bin in jedem Match fokussiert.

Sie sagten nach dem Final, das French Open sei das nächste Turnier. Blicken Sie schon Richtung Rasensaison?
Im Moment denke ich eher daran mich auszuruhen, dafür zu sorgen, dass ich eine Pause kriege. Am 10. April spiele ich den «Match for Africa», in den Wochen danach bleibe ich wohl auf Hartplätzen. Der Plan ist, zwei Wochen vor dem French Open auf Sand zu wechseln. Für mich fängt die Saison nach Paris erst richtig an. Klingt verrückt, aber so sah ich das schon immer.

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Die Highlights des Finals gegen Nadal. Video: YouTube/TheGiggetto

Ist Wimbledon das grösste Ziel 2017?
Wahrscheinlich schon. Wimbledon muss in der näheren Zukunft das grosse Ziel sein. Dann kommen die amerikanischen Hardcourts und dann die ATP Finals. Das French Open davor ist Zugabe. Mal sehen, was sich ergibt – überhaupt kein Druck. Die zweite Saisonhälfte hat jetzt Priorität, auch darum nehme ich eine Auszeit.

Mirka Federer, rear, wife of Roger Federer, of Switzerland, uses her phone to take photos of him after he defeated Rafael Nadal, of Spain, during the men's singles final tennis match at the Miami Open, Sunday, April 2, 2017, in Key Biscayne, Fla. (AP Photo/Wilfredo Lee)

Immer dabei: Mirka fiebert mit Roger auf der Tribüne mit. Sogar beim Interview. Bild: Wilfredo Lee/AP/KEYSTONE

Reizt es es Sie nicht, vor Roland Garros öfter zu spielen, jetzt wo es so glänzend läuft?
Wie gesagt, ich bin nicht mehr 24, ich muss mir meine Momente herauspicken. Ich muss auf meine Gesundheit schauen und darauf, dass ich in allen Belangen meines Lebens glücklich bin. Der Verzicht kann sich als gute Sache erweisen. Ich nehme lieber eine Auszeit und komme voller Energie und Zufriedenheit zurück, als dass ich irgendwo bin und die Leute sehen, dass ich nur weg will. So einer will ich nicht sein, wirklich nicht.

Nur Jimmy Connors und Ivan Lendl haben mehr Turniere gewonnen als Sie mit ihren 91. Haben Sie das im Kopf?
Es wäre schön, 100 zu schaffen – einfach, weil es eine schöne Zahl ist. Aber ich suche mir deswegen keine kleinen Turniere aus. Wie gesagt, die Gesundheit kommt vor jedem Rekord. (sih/sda)

Tennisspieler mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln (seit 1968)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Christian Pröckl 03.04.2017 10:54
    Highlight Highlight Klar wird Roger wiedee Nummer 1. Rafa, Nole und Andy sind einfach in einem Seuchenjahr. Die brauchen noch einiges an Zeit um wieder in Form zu kommen was Roger, auch wenn er bis auf Paris alle Sandplatzturniere auslassen würde, immer noch schaffen kann.Finde es sehr gut das er mehr für Rasen und Hartplatz was tut, so wirds noch schwerer ihn zu schlagen. Ich bin mir 100% sicher das Roger nochmals die Nummer 1 wird. Auch wenn er ohnehin die ewige Nummer 1 ist und bleibt 😀😎💪
    • recto 03.04.2017 12:53
      Highlight Highlight Welcher Genuss, den Tennis-King spielen zu sehen. Wir sollten einfach nur dankbar sein und wenn Du Christian recht behalten solltest, umso schöner!

      Aber: der Rafa ist weit weg von einem schlechten Jahr... der wird nach Paris wohl auf eins der JAHRESwertung stehen.
    • Marshawn 03.04.2017 13:07
      Highlight Highlight Zustätzlich kann er dank dieser Pause erholt und vorallem wieder ohne Druck in Paris antreten. Hätte er es in einem der Sandplatz-Masters in den Final geschafft, wäre er als Favorit gehandelt worden.

      Klar, wird sein Name auf der Favoritenliste auftauchen, aber wohl eher als dark horse und nicht als Topfavorit. Er kann alles auf die Karte French Open setzen, was womöglich ein genialer Schachzug ist.
  • Sagitarius 03.04.2017 08:46
    Highlight Highlight Einfach zurücklehnen und so lange wie möglich geniessen! Danke Roger!
  • Sloping 02.04.2017 23:51
    Highlight Highlight Roger hat sich auch dank immer wieder neuer Trainer technisch und taktisch über die Jahre weiter entwickelt. Er spielt so offensiv wie nie zuvor und steht viel weiter im Feld drinn wie früher. So kann er die Bälle im Aufsteigen nehmen wodurch er Zeit gewinnt, respektive der Gegner verliert. Damit kann er die durch das Alter abnehmende Fitness kompensieren. Bei Nadal sehe ich (aus Schweizer Sicht zum Glück) keine solche Evolution. Er spielt in etwa wie zu Beginn seiner Karriere. Nur, dass er wegen des Alters und diversen Verletzungen nicht mehr so schnell ist und auch darum mehr Fehler begeht.
  • Capoditutticapi 02.04.2017 22:40
    Highlight Highlight Merci Roger. Sein Kommentar an der Siegerehrung, dass er hofft, die Fans irgendwo auf der Saison wiederzusehen, zeigt aber, dass er Ende Jahr wohl aufhört.
    • TheDoc 02.04.2017 23:26
      Highlight Highlight Ich hatte denselben Gedanken. Schon in Indian Wells gab es nichts von "see you next year" oder ähnlich.
    • Toerpe Zwerg 03.04.2017 02:19
      Highlight Highlight Bin zum selben Schluss gekommen. Wäre schon jetzt die perfekte Saison, um Ende Jahr aufzuhören... aber er nimmt noch den GS inkl WT Finals mit und tritt als no1 zurück. 😎
    • Raembe 03.04.2017 05:27
      Highlight Highlight Das passt aber nicht zu seinen Aussagen das er noch 5 Jahre spielen möchte.

      Ich denke Federer hat gelernt das es nur eine Verletzung braucht, um ihn lange ausser gefecht zu setzen. Darum verspricht er den Fans nicht, das er wiederkommt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • cedricf 02.04.2017 21:55
    Highlight Highlight Das Märchen um das Traumcomeback geht weiter. Dritter Saisontitel und vierter Sieg in Folge gegen Rafa!

    Schade, dass er mit grösster Wahrscheinlichkeit bis zu den French Open pausieren wird. Schade ist dies aber nur für die Fans.

    Roger Federer hat in seiner gesamten Karriere gezeigt, dass er seinen Körper richtig einschätzen kann. Und ich denke, dass er diese Pause braucht, um wieder topfit in die nächste, wichtige Saisonphase zu steigen. Auch wenn ihm die Müdigkeit heute kaum anzusehen war.

    Keep the FedExpress rolling, please! Danke, Maestro, für weitere unvergessliche Tennisaugenblicke!
  • Jokaero 02.04.2017 21:34
    Highlight Highlight Wochenende schon wieder vorbei, aber trotzdem ist man happy. Fedi sei Dank :-)
    Und jetzt lässt er das Schweizer Tennisherz auch noch von weiteren Rekorden träumen. Go Roger!
  • Marshawn 02.04.2017 21:20
    Highlight Highlight Danke Roger!

«Diese Ekstase macht süchtig» – Federer holt den neunten Titel in Basel

Roger Federer (ATP 3) ist nicht ganz Hundert. An den Swiss Indoors in Basel feierte er seinen 99. Turniersieg, den 9. in Basel und den 4. hintereinander. Den Final gegen Marius Copil (ATP 93) gewann Federer nach Rückstand in beiden Sätzen in 94 Minuten 7:6 (7:5), 6:4.

Die Siegerehrung zog sich in die Länge. Roger Federer dankte allen - in englisch, französisch und schweizerdeutsch. Er verdrückte am Ende Freudentränen und meinte, er sei der glücklichste Mensch der Welt. Federer war bewegt und bewegte die Massen. «Es ist immer sehr emotional hier», so Federer.

In seiner Dankesrede blieb Federer bei den Offiziellen hängen. Bei jenen Leuten, die hinter den Kulissen arbeiten - wie beispielsweise den Verantwortlichen fürs «Hawkeye» - das «Adlerauge», das die …

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