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Tom Lüthi hat es doch noch zum MotoGP-Piloten geschafft. Bild: KEYSTONE

Tom Lüthi: «Ein absoluter Traum, eine solche Rakete fahren zu dürfen»

Vor dem Abflug zum Grand Prix von Grossbritannien in Silverstone hat Tom Lüthi mit der Nachrichtenagentur sda über seinen Ende Jahr bevorstehenden Aufstieg in die Königsklasse MotoGP gesprochen.

25.08.17, 08:40

Tom Lüthi, «endlich MotoGP» – dies dürften nicht zuletzt auch Sie gedacht haben. Haben Sie nach der Unterschrift am Dienstag einen Freudenschrei losgelassen?

Nein, das dann doch nicht. Ich wusste ja schon einige Tage vorher, dass es gut kommt. Aber natürlich habe ich eine Riesenfreude. Das war ein cooles Gefühl nach der Unterschrift.

Wann gab es den ersten Kontakt mit Ihrem nächstjährigen Team Marc VDS?
Michael (Bartholemy – der Teammanager, Anm.d.Red.) rief mich an. Das war in der Sommerpause, kurz nach dem Rennwochenende auf dem Sachsenring.

Es dauerte danach weniger als sechs Wochen bis zum unterschriftsreifen Vertrag. Weshalb hat es in früheren Jahren nie mit dem Aufstieg geklappt?
Letztlich lag nie ein konkretes Angebot zum Verhandeln vor. Es waren meistens nur informelle Gespräche. Auch handelte es sich nie um ein solches Topteam wie jetzt mit Marc VDS.

Können Sie mehr zu den Eckpunkten des Vertrages sagen?
Die Dauer ist ein Jahr mit Option. Ich erhalte also die Möglichkeit, Fuss zu fassen.

Lohn gibt's auch?
Ja, natürlich. Ich musste mich nicht einkaufen, es gibt keine Mitgift. Diese Chance habe ich mir hart erarbeitet.

Eine Chance kann aber auch schnell vorbei sein.
Dessen bin ich mir bewusst. Nach Ende der Saison in Valencia muss ich deshalb schnell lernen und möglichst schnell den Umstieg schaffen. Die MotoGP ist ein anderes Kaliber, es ist ein anderes Töfffahren. Ohne die elektronischen Fahrhilfen wären diese Motorräder nicht fahrbar. Das habe ich letztes Jahr bei meinen Testfahrten mit KTM erlebt. Damals kam ich damit aber schnell gut zu recht. Natürlich ist es ein absoluter Traum, eine solche Rakete nun regelmässig fahren zu können.

Was wird möglich sein?
Das ist schwer abzuschätzen. Vertrauen gibt mir das starke Abschneiden der diesjährigen Rookies Johann Zarco und Jonas Folger. Das zeigt mir, dass die Moto2-Kategorie ein guter Grundstein für eine MotoGP-Karriere sein kann. Mit 31 Jahren bin ich nicht zu alt, um nochmals ein Rookie zu sein.

Tom Lüthi im Januar 2017 im Windkanal: Auch für die kommenden Saison gibt es viel zu testen. Bild: KEYSTONE

Konkreter ...
... geht es zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Natürlich will ich dann auch meinen zukünftigen Teamkollegen Franco Morbidelli schlagen.

Sie erwähnen Morbidelli. Dieser ist heuer noch Ihr grosser Konkurrent im Moto2-Titelkampf.
Ja. Er ist flott unterwegs. Mit seinen vielen Siegen hat er sich den MotoGP-Aufstieg schon etwas früher erarbeitet. Ihn gilt es auch in diesem Jahr möglichst zu schlagen. Aber es gibt in der Moto2 nicht nur uns zwei.

Ihre Zukunft ist geregelt. Werden Sie den Kopf also gänzlich frei haben für den Titelkampf?
Daniel (Epp – der Manager, Anm.d.Red.) wird sich um alle MotoGP-Angelegenheiten kümmern. Mein Fokus gilt ganz der Moto2. Da ist noch alles möglich, gibt es noch extrem viel zu gewinnen. Für mich, aber auch für mein aktuelles Team mit der Crew um Gilles (Bigot – der Chefmechaniker, Anm.d.Red.). Auch dank ihnen bin ich nun so weit gekommen.

Lüthi will jetzt Morbidelli jagen. Bild: EPA/EPA

Freut es Sie, dass Sie wie zu Karrierebeginn eine Honda fahren werden?
Irgendwie schliesst sich dadurch ein Kreis. Aber ich habe keine spezielle Beziehung zu Honda. Ich ging zehn Jahre andere Wege. (pre/sda)

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