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Members of the Swiss beach volleyball women's team Joana Heidrich, Nadine Zumkehr, Anouk Verge-Depre and Isabelle Forrer, from left, during the welcome ceremony of the Team Switzerland in the Olympic Media Village in Rio de Janeiro, Brazil, prior to the Rio 2016 Olympic Summer Games, pictured on Tuesday, August 2, 2016. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Die Schweizer Beachvolleyballerinnen wurden in Rio den Erwartungen gerecht. Bild: KEYSTONE

Ihr habt uns begeistert! Grosse Beachvolleyball-Euphorie von der Copacabana bis ins Wohnzimmer

Was war das gestern für eine emotionsgeladenes Spiel am Strand von Rio. Das Schweizer-Duo Heidrich/Zumkehr brachte die einheimischen Larissa Franca Maestrini und Talita Antunes da Rocha, die Nummern 1 der Welt, an den Rand einer Niederlage. In einem Hexenkessel setzen die Schweizerinnen das letzte Ausrufezeichen hinter eine starke Olympia-Bilanz.



Um das weniger schöne direkt vorweg zu nehmen: Gestern Abend kurz nach 23 Uhr war das Schweizer Beachvolleyball-Abenteuer an der Copacabana von Rio de Janeiro vorbei. 23:21, 25:27, 13:15 verloren Nadine Zumkehr und Joana Heidrich im Viertelfinal gegen die Gold-Favoritinnen Larissa/Talita. Die Enttäuschung bei beiden Schweizerinnen – und bei der ganzen Nation – war riesig.

Ihr könnt Stolz auf euch sein!

Doch die Enttäuschung sollte sich schnell in Stolz und Genugtuung wandeln, denn was Heidrich/Zumkehr und das zweite Beachvolley-Duo Isabelle Forrer und Anouk Vergé-Dépré im brasilianischen Sand gezeigt haben, war stark. 

Das Feuer entfacht

Es war auch alles angerichtet für spannende Spiele in der Arena de Vôlei de Praia Copacabana. Der eindrückliche Beachvolleyball-Palast direkt am Prachtsstrand von Rio. SRF-Mann Sascha Ruefer schwärmte: «Das ist wohl der schönste Arbeitsplatz, den man aktuell haben kann.»

Switzerland's Anouk Verge-Depre and Isabelle Forrer, right, in action during the women's Round of 16 beach volleyball match against Germany's Laura Ludwig and Kira Walkenhorst in the Beach Volleyball Arena on Copacabana Beach at the Rio 2016 Olympic Games in Rio de Janeiro, Brazil, on Saturday, August 13, 2016. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Den Meerblick gibt's inklusive. Bild: KEYSTONE

Da wird man doch etwas neidisch, wenn man im watson-Büro die Spiele nur am TV mitverfolgen kann – aber immerhin. Drei Gruppenspiele standen für die beiden Schweizer Paare an und der Sprung unter die besten 16 Teams sollte zu schaffen sein. 

Hach, nur Gruppenspiele dachten alle und schauten einfach so mit einem Auge etwas mit – alle ausser SRF-Kommentator Sascha Ruefer. Dieser ging schon bei den ersten Ballwechseln voll mit und vor dem Bildschirm hatte man das Gefühl, dass der TV-Mann kaum mehr zu halten ist. 

Mitbibbern bei jeder Challenge, emotionale Aus-Rufe und der schon fast legendäre «Moooonsterblock» waren bei jeder Live-Schaltung mit dabei. Die Art und Weise, wie Ruefer die Spiele verfolgte, war irgendwie ansteckend – auch wenn einigen der emotionale Kommentar gar nicht passte. 

Pflicht erfüllt 

Die Schweizerinnen trugen dann ihrerseits dazu bei, dass wohl selbst das grösste Faultier oder der grösste Sportmuffel auch nach Mitternacht noch mitfieberte. Bereits im ersten Spiel fanden Heidrich/Zumkehr auf die Siegerstrasse und liessen den Gegnerinnen aus Deutschland keine Chance – am gleichen Tag zogen Forrer/Vergé-Dépré nach und merzten ihre Startniederlage mit einem Sieg gegen die Australierinnen aus. 

2016 Rio Olympics - Beach Volleyball - Women's Preliminary - Beach Volleyball Arena - Rio de Janeiro, Brazil - 06/08/2016. Isabelle Forrer (SUI) of Switzerland and Anouk Verge-Depre (SUI) of Switzerland during the game. REUTERS/Ruben Sprich FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS.

Anouk Vergé-Dépré (links) und Isabelle Forrer schafften den Sprung ins Achtelfinal. Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Letztere zwackten dem topgesetzten US-Duo Walsh Jennings/Ross im letzten Gruppenspiel in extremis den zweiten Satz ab und qualifizierten sich somit genau wie Heidrich/Zumkehr für die Achtelfinals. Ab da war alles weitere noch Zugabe – die Pflicht war erfüllt.

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Ein Zückerchen aus dem Viertelfinal streamable

«Wann flippst du eigentlich mal aus?»

Kollege Ruefer war übrigens – für alle die es nicht gemerkt haben – nicht alleine am Mikrofon. Martin Laciga, einer der erfolgreichsten Schweizer Beachvolleyballer, sass jeweils neben ihm. Laciga war der Gegenpol zu Ruefer und setzte seine fachlichen Inputs gezielt ein, ohne die grossen Emotionen.

Sascha Ruefer

Das Studio hat Sascha Ruefer mit der Copacabana getauscht. srf

Selbst als Sascha Ruefer seinen Co-Kommentator während eines Gruppenspiel ohne Schweizer Beteiligung etwas aus der Reserve locken wollte, blieb Laciga cool. «Wann flippst du eigentlich mal aus?», fragte Ruefer. «Es sind ja erst Gruppenspiele und die Schweiz spielt nicht», antwortete der einstige Olympia-Fünfte von 2004 ruhig. 

Eine ruhender Pol neben Ruefer – das war schon gut so, denn zwei Energiebündel mit ordentlich Freilauf hätte die aufgebaute Beachvolleyball-Euphorie in der Schweiz wie ein Smash zerschmettert. So aber war das Duo Ruefer/Laciga ein wenig wie Heidrich/Zumkehr. 

An der grossen Sensation gekratzt

Denn Joana Heidrich lief spielerisch sowie leidenschaftlich zu Höchstform auf, während Nadine Zumkehr ihr ruhig und abgeklärt den Rücken freihielt. Zusammen hechteten, smashten und blockten sich die Bernerin und die Zürcherin in den Viertelfinal – und Ruefer kaufte sich eine zweite Ration Ricola für die angeschlagene Stimme. 

Isabelle Forrer und Anouk Vergé-Dépré scheiterten zwar vorher in ihrer Achtelfinal-Partie gegen die klar favorisierten Laura Ludwig und Kira Walkenhorst aus Deutschland – doch der Euphorie konnte das nichts anhaben. 

Unsere Beach-Duos in Bildern 

Heidrich/Zumkehr bekam die Ehre, in der Runde der letzten Acht auf die Brasilianerinnen Larissa/Talita zu treffen. «Etwas Schöneres kann einem nicht passieren, als hier in Rio gegen Brasilianerinnen zu spielen», sagte Zumkehr vor der Partie. 

«Schön» war es dann auch, und spannend und dramatisch. Die beiden Schweizerinnen kratzten an der Sensation und am Einzug in den Halbfinal. Ruefer auf der Zielgerade seines Steigerungslaufs bei dem man gerne auch mal zugeschaut statt nur zugehört hätte:

Dazu kam es dann nicht, der letzte Smash der Linie entlang von Talita besiegelte das Ende und versetzte der Schweiz einen kurzen Nackenschlag.

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Der letzte Punkt mit Schweizer Beteiligung an der Copacabana von Rio. streamable

Aber nochmals: Jetzt sollen wir stolz sein auf die starken Leistungen von Isabelle Forrer und Anouk Vergé-Dépré sowie von Nadine Zumkehr und Joana Heidrich. DANKE für tolle Ballwechsel, monströse Blocks und viele schöne Emotionen. Danke auch an Sascha Ruefer und Martin Laciga, ihr habt euch den aktuell schönsten Arbeitsplatz verdient. 

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Snooja 15.08.2016 12:49
    Highlight Highlight Wird Zeit, dass das SRF Beachvolleyball auch ausserhalb von Olympia zeigt. Wir haben nämlich neben Heidrich/Zumkehr und Isa/Anouk mit Hüberli/Betschart noch ein drittes Gespann das auf dem gleichem Niveau mithalten kann.
    22 2 Melden
  • The oder ich 15.08.2016 12:10
    Highlight Highlight Was man Sascha Ruefer zugute halten muss: er hat sich seit seiner erbärmlichen Leistung in London vor vier Jahren immerhin etwas über Beachvolleyball kundig gemacht. Trotzdem überzeugt mich seine "emotionaler" Kommentarstil nicht; es wirkt alles immer etwas aufgesetzt.

    Aber eigentlich geht's hier ja um unsere Beachvolleyballerinnen, UND DIE SPIELTEN SPITZE
    14 9 Melden
    • SilWayne 15.08.2016 14:59
      Highlight Highlight Finde ich eine interessante Aussage. Habe jetzt schon oft gelesen, dass der Kommentarstil von Ruefer zu emotional war. Dabei wurden genau "fehlende" Emotionen jeweils den Schweizer Kommentatoren vorgeworfen.
      5 1 Melden
  • 's all good, man! 15.08.2016 11:50
    Highlight Highlight Das war ein wirklich tolles, emotionales und äussserst packendes Spiel gestern. Stark, was die Schweizerinnen da erreicht haben. Schade, hat es nicht für die Sensation gereicht.

    Aber wieder sind alle Schweizer »Stolz« in der ehrenvollen Niederlage - das nervt schon auch ein bisschen. Wenn du drei Matchbälle hast und nachher noch verlierst, ist es schon saumässig ärgerlich, auch wenn die Gegnerinnen die Nummer 1 der Welt sind...

    Ruefer / Laciga aber grandios, das darf man auch mal sagen!
    40 3 Melden
    • Schreiberling 15.08.2016 16:37
      Highlight Highlight Natürlich sind wir stolz in der ehrenvollen Niederlage, war ja auch ein sensationelles Spiel. Und natürlich waren wir auch als Fans genervt dass es nicht gereicht hat. Das eine schliesst das andere nicht aus.

      Und dass Heidrich/Zumkehr den Sieg um jeden Preis wollten, zeigten wohl auch die Szenen nach dem Spiel und das Interview im SRF. Daran lag's nicht. Dass es gestern nicht reichte, ist wohl einerseits auf die Klasse der Gegnerinnen, andereseits und vor allem auch auf das fehlende Quäntchen Wettkampfglück zurückzuführen.
      5 0 Melden
  • Boogie 15.08.2016 11:40
    Highlight Highlight Beachvolleyball ist für mich bisher das klare Highlight dieser olympischen Spiele. Hab nun schon einige unglaublich spannende Spiele gesehen und auch wenn die brasilianischen Fans nicht gerade fair sind, im Stadion ist wenigstens etwas los, nicht wie leider bei vielen anderen Disziplinen wo tote Hose auf den Rängen herrscht. Und Sascha Ruefer und Martin Laciga machen das tip top!
    35 1 Melden
  • John McClane 15.08.2016 11:14
    Highlight Highlight Mir gehen die Zuschauer in Rio so dermassen auf den Sack, dass ich immer hoffe, dass die Brasilianer scheitern. Dieses ewige ausbuhen, wenn der Gegner am Aufschlag ist, ist einfach nur erbärmlich.
    Schade hat es gestern nicht gereicht für die toll spielenden Schweizerinnen.
    73 3 Melden
  • buehler11 15.08.2016 10:58
    Highlight Highlight Hammer Leistung! Grandios dieses Spiel gestern Abend :)
    38 0 Melden

Lieber Arno, ich glaube leider, es ist wirklich an der Zeit zu gehen

Auch nach der Nationalmannschaftspause scheint der HC Davos immer noch tief in einer Krise zu stecken. Es ist Zeit für einen drastischen Schritt.

Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Satz mal so schreibe. Aber es scheint tatsächlich, als wäre es an der Zeit, dass du, Arno Del Curto, den HCD verlassen musst.

Seit 1996, seit 23 Jahren, stehst du in Davos oben an der Bande. Du hast viele Erfolge gefeiert, gewannst sechs Mal die Meisterschaft und fünf Mal den Spengler Cup. Du hast auch einige schwierige Momente, gar Krisen durchlebt. Doch so ratlos wie in diesen Tagen haben du und dein ganzes Umfeld noch nie gewirkt.

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