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Fußball: Europa League, 1. FC Köln - FC Arsenal, Gruppenphase, Gruppe H, 5. Spieltag am 23.11.2017 in Köln (Nordrhein-Westfalen). Arsenals Per Mertesacker bedankt sich nach der Partie bei den Fans. (KEYSTONE/DPA/Marius Becker)

Per Mertesacker beendet im Mai seine Karriere – und darf sich nun endlich frei fühlen. Bild: DPA dpa

AUFWACHEN! Warum wir alle von Per Mertesacker lernen müssen

Per Mertesacker sprach in einem vielbeachteten Spiegel-Interview über den immensen Druck, den er als Fussballer während seiner gesamten Karriere verspürte. Es sind nicht die ersten Aussagen eines Profis, die uns wachrütteln sollten. 



Die Worte von Per Mertesacker liessen aufhorchen. Wieder einmal hat ein Fussballer gewagt, zu erzählen, was wirklich in ihm vorgeht. Es ist zugleich berührend und schockierend, wenn ein Weltmeister wie Mertesacker gesteht, dass der Druck bisweilen so gross war, dass er nach dem Ausscheiden an der WM 2006 erleichtert war, dass es vorbei war. Weil er nicht noch ein Spiel ausgehalten hätte. 

Der 1,99 Meter grosse Per Mertesacker ist ein Modellathlet. Ein kompromissloser, harter Verteidiger. Einer, dem man von aussen vieles zutraut, aber keine Schwächen – schon gar nicht mentale. Dafür wirkt er ja viel zu stark.

Doch gerade dieser Hüne ist es, der als einer der ersten Weltklasse-Fussballer ehrliche, brutale und vor allem detaillierte Einblicke in das Innenleben eines Profis gibt. Über seine Einsamkeit, den Druck, die Einfältigkeit. Alles versteckt hinter der Glitzerwelt des Fussballs.

Weshalb die Hürde, über seine Schwächen zu sprechen, so hoch ist, zeigt sich auch im Fall des Per Mertesacker. Die Akzeptanz für wahre Grösse, das Eingestehen von Schwächen, fehlt in der Gesellschaft noch weitgehend.

Germany's Per Mertesacker, left, and teammate Christoph Kramer celebrate after  the World Cup final soccer match between Germany and Argentina at the Maracana Stadium in Rio de Janeiro, Brazil, Sunday, July 13, 2014. Germany beat Argentina 1-0 to win its fourth World Cup title. (AP Photo/Frank Augstein)

Weltmeister Per Mertesacker mit Christoph Kramer. Bild: AP/AP

Reaktionen wie «Augen auf bei der Berufswahl», «Weichei» oder «unnötige Jammerei» sind noch die anständigeren Kommentare, die in den sozialen Medien über Mertesacker nach seinem offenen Interview umhergeistern. Für Aufsehen sorgte auch eine Expertenrunde bei «Sky Sport» mit Reiner Calmund, Christoph Metzelder und Lothar Matthäus, bei der vor allem Letzterer wenig Empathie zeigte:

«Er kann ja sagen, ich bin jetzt froh, dass es vorbei ist, ich starte ein neues Leben. Weniger Druck da, vielleicht ein bisschen mehr Zeit für mich, für meine Familie – alles in Ordnung, aber doch nicht so. Wie soll der weiterhin im Fussball tätig bleiben? Wie will er einem Fussballspieler diese Professionalität vermitteln, wenn er sagt, da ist zu viel Druck. Das geht nicht.»

Lothar Matthäus. 

Nach der Sendung relativierte Metzelder immerhin: 

Dass Feingefühl in den Medien manchmal noch fehlt, zeigt auch folgendes Beispiel des RTL-Mittagsjournals «Punkt 12», bei dem aber schnell zurückgerudert wurde. 

«RTL» änderte seine Meinung ziemlich schnell, als sich ein Shitstorm anbahnte. 

Weitgehend wird das Interview von Mertesacker aber sowohl von Fans, als auch von den Medien beklatscht. Die Frage ist bloss, wie lange es uns in Erinnerung bleiben wird. Wer denkt, wenn morgen bereits wieder die Champions-League-Hymne gespielt wird, noch an solche Probleme? An die Angst, welche die Spieler in diesem Moment vielleicht haben, während wir nur die Fassade sehen?

Der Druck existiert auch in der Schweiz, das Interview mit Ex-Profi Benjamin Lüthi:

Ist es denn normal, unter den Augen von Millionen von Zuschauern, diesem Druck standzuhalten? Oder ist es nicht eher normal, daran zu zerbrechen? Es gibt wahrscheinlich viel mehr Fussballer, die ähnliche Probleme haben wie Mertesacker, als wir überhaupt zu glauben wagen.

Dabei sollte doch alles anders werden. Anders als damals, als sich Robert Enke 2009, von schweren Depressionen geplagt, das Leben nahm. Als ein Jahr später seine berührende Biografie «Ein allzu kurzes Leben» die Fussball-Welt für einen Moment aufrüttelte. 

Das Thema Druck, welches Enke in die Depression trieb, sollte fortan kein Tabu-Thema mehr sein. Sollte. Doch die Show muss weitergehen, die Fussballer-Bubble wird grösser und grösser. Wenn Spieler als Ware für über 100 Millionen hin- und hergeschoben werden, wer sieht dann noch den Menschen hinter dem Spieler mit dem teuren Namen auf dem Trikot? 

epa06585393 Juventus' goalkeeper Gianluigi Buffon attends a press conference in London, Britain, 06 March 2018. Juventus will face Tottenham Hotspur in their UEFA Champions League round of 16 second leg soccer match on 07 March 2018.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA

Buffon in einer Netflix-Doku: «Ich weine oft und ich weine alleine.»  Bild: EPA/EPA

Immer wieder öffnen sich Fussballer, es lässt sich an ihren Worten meist aber nur erahnen, was sie durchmachen. Gianluigi Buffon erwähnte in der kürzlich erschienenen Netflix-Serie über Juventus Turin, dass er sehr oft weine. Alleine. Zuhause. Er, der Welttorhüter, die Legende. Er, der ebenfalls an Depressionen litt. Es sind Warnzeichen, die ignoriert werden. 

Denn spätestens beim nächsten Fall wie Robert Enke dürfen wir uns dann fragen: Haben wir das nicht kommen sehen?

Betrinken und Beklagen mit Quentin

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Video: watson/Quentin Aeberli, Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • AJACIED 13.03.2018 17:45
    Highlight Highlight Wer ist wir??🤦‍♂️
  • James R 13.03.2018 10:56
    Highlight Highlight Was mich hier interessiert: Per Mertesacker ist angestellt bei einem Klub. Dort bezieht er seinen Lohn und der Klub erwartet dafür Leistung, logisch. Dies setzt Ihn offensichtlich sehr unter Druck. Trotzdem wählt er aber zusätzlich und freiwillig den zusätzlichen Druck im National-Team zu spielen. Dies hat Ihn offenbar extrem belastet, laut Interview. Für mich ist das Thema hier Eigenverantwortung. Er hatte die Wahl, seinen Druck zu verringern, hat dies aber aus unbekannten Gründen (Geld? Ruhm? Ehrgeiz?) nicht getan und beklagt sich danach über den grossen Druck. Seltsam!
  • Chesus80 12.03.2018 20:57
    Highlight Highlight Verstehe seine Aussagen, definitiv. Nur hat er mit seinem Gehalt ausgesorgt. Auch wenn ich mich mit meinem Gehalt im der Fimanzbranche nicht beklagen will, erscheint mir das doch sehr heuchlerisch. Wenn ich mit 50+ entlassen werde, dann werde ich bald zum Sozialfall... und dass mit ständigem Druck und Fame war auch keiner da... welcome to the real life
  • Ruffy 12.03.2018 19:42
    Highlight Highlight Ich denke das ist jedem klar wie hoch der druck ist, aber entsprechend ist auch die entlöhnung. Und es machts immer noch jeder freiwillig.
  • FrancoL 12.03.2018 19:17
    Highlight Highlight Ich sage es mal überspitzt: Es hat nicht mit den Summen die man für Spieler bezahlt zu tun, nichts mit dem Fan sein und dergleichen.
    Das etliche das nicht akzeptieren wollen dass Stars Schwächen zeigen hat viel damit zu tun, dass man selbst Schwächen hat diese kaschiert und versucht sich mit anderen Menschen die keine Schwächen haben sollen dies zu maskieren.
  • locogoa 12.03.2018 18:07
    Highlight Highlight 2/2
    Denke die Mehrheit der Kritiker würde bei einem Rollentausch sehr schnell zurück in ihr altes Leben wollen trotz x- fachen Gehalt....
  • locogoa 12.03.2018 18:06
    Highlight Highlight 1/2 Finde schade dass viele heutzutage Sportler aufs Geld reduzieren, klar sie kriegen ne Menge Kohle, kommen in den Medien, posten pictures aus den coolsten Locations, etc. Aber die Kehrseite davon kann sich glaub niemand von uns vorstellen. Auf Schritt und Tritt verfolgt, jeder kleine Fehltritt gleich auf der Titelseite, nicht tun können was man gerne möchte, der ständige Erwartungsdruck, ( nicht nur wie bei uns vom Chef, sondern von tausenden oder gar Millionen Fans ), die ständigen Anfeindungen von wurbürgern auf Social Media,...
    • Yotanke 12.03.2018 21:40
      Highlight Highlight Mimimi. Wein doch.
  • Jol Bear 12.03.2018 17:57
    Highlight Highlight "82 Mio. Deutsche waren unendlich traurig..." als die Deutschen im WM-Semifinale 2006 ausschieden, schrieb RTL. Hier fängt die Misere schon an. Wer will schon der Schuldige für 82 Mio. Trauernde sein? Kann das einer aushalten? Da nützen auch Millionensaläre nichts. Fussball ist bekanntlich die schönste Nebensache. Wird er zur Hauptsache hochstilisiert, nicht nur von den Medien, dann sind Tragödien aller Art umvermeidlich.
  • Danyboy 12.03.2018 17:54
    Highlight Highlight Ich hätte da eine Vermutung: Kommerzialisierung, Löhne und Transferwahnsinn stoppen. Bis zu einem gewissen Grad hat jeder Spieler selber die Wahl, wie weit er in seiner Karrier gehen will, wo er spielt und wie viel Geld er verdienen will. Letztlich hat der Druck einen direkten Zusammenhang mit Geld, Lohn, Sponsoren, Mäzenen und Öffentlichkeit. Also muss man dort die Spirale stoppen. Alles andere ist Heuchelei oder nicht ernst gemeint.
  • Scaros_2 12.03.2018 17:07
    Highlight Highlight Ach der soll aufhören zu jammern. Der verdient MILLIONEN für das was er tut. Ich bekomme schlappe 100k Jährlich und hab auch extremen Druck weil auf meinen entscheidungen viel lastet und liege ich falsch kann das in nachgelagerten Prozessen schwere Folgen haben oder gar Menschen das Leben kosten wenn ich falsch liege. Gleich geht es Leuten im Spital oder Ingenieure etc. die einen Tunnel bauen oder was weis ich. Jeder hier hat Druck und wird schlussendlich für das ausgebildet und bezieht Teils viel weniger Lohn. Hätte sein Geld halt mal in einen Mentaltrainer investieren sollen.
    • bokl 12.03.2018 17:36
      Highlight Highlight @Scaros
      Bis zu welchem Jahreslohn darf man denn jammern? Ein Ingenieur in Bangladesch findet vielleicht auch 100000 Franken im Jahr sei kein Grund zum jammern, bei seinem Einkommen.
  • Hans der Dampfer 12.03.2018 16:41
    Highlight Highlight Für einen kleinen Moment habe ich wirklich mitgefühlt. Doch dann aber ich wieder auf die Millionenbezüge dieser Leute geschaut und gedacht: Komm lass uns tauschen.. Als ob jemand der kaum Geld hat um seine Family über Wasser zu halten weniger Probleme hätte. Die armen Fussballer aber auch..
    • Baeri19 12.03.2018 23:23
      Highlight Highlight Wenn er in jedem Spiel schwere Patzer hat, gibt es schnell mal keine Millionen mehr.
    • asdf asdf 12.03.2018 23:49
      Highlight Highlight Würden Sie diesen Kommentar auch Teresa Enke ins Gesicht sagen? Sie solle doch nicht traurig sein über den durch Depressionen herbeigeführten Selbstmord ihres Mannes? Schliesslich hat er ihr Millionen hinterlassen und sie muss sich keine (finanziellen) Sorgen mehr machen. Wohl kaum oder?
      Es gibt nicht umsonst das Sprichwort Geld macht nicht glücklich.
  • CharlesE 12.03.2018 16:30
    Highlight Highlight
    Play Icon
  • IchSageNichts 12.03.2018 15:53
    Highlight Highlight verstehe ich alles aber wie ich diese Leute hasse die zuerst den ganzen Scheiss mitmachen und auch zu verantworten haben oder hat Per M. bei der Lohnverhandlung immer gesagt ach 50% davon reicht schon...? Nein er hat das System angetrieben noch kommerzieller zu werden um all die teuren Spieler zu bezahlen... Das ist in vielen Branchen so: Irgendwelche Altgedienten, die dir erzählen sie würden dass nicht mehr nochmals machen wenn sie sehen wie die Jungen heute arbeiten müssen um vorwärts zu kommen... Das ist doch krank. Das sind genau die, welche das System so geformt haben.
    • locogoa 12.03.2018 16:28
      Highlight Highlight Per Mertesacker hat die Auswüchse im Fussball genauso wenig verursacht wie jeder Arbeiter die Auswüchse des kapitalismus in jetziger Form....
    • IchSageNichts 12.03.2018 16:55
      Highlight Highlight Sorry wir sind alle gierig und deshalb alle ein wenig Mitschuld an der Gier aller andern. Zahlst du mehr Steuern als du musst? Verlangst du weniger Lohn als du kannst? Oder zahlst du in der Migros extra mehr als du musst? Nein. Also kriegt die Migros Kostendruck und holt das bei den Lieferanten oder dem Personal... die wiederum haben weniger Geld für Ihren Konsum und fliegen in den Türkei für 499.- All Inclusive etc etc...
      Der Unterschied zu Per und dem Arbeiter ist dass Per einfach sich hätte ausklinken können mit 30 und der Arbeiter nicht.
    • bokl 12.03.2018 17:07
      Highlight Highlight @ISN
      Er hat ja nicht den Lohn als Ursache für den Druck genannt. Warum sollte er also auf Lohn verzichten?

      Er hat auch nicht gesagt " ... ich würde es nicht nochmals machen ...", ganz im Gegenteil.

      Aber Hauptsache kritisieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • droelfmalbumst 12.03.2018 15:44
    Highlight Highlight Es ist egal ob Profisportler oder normaler Büetzer. Es wird immer mehr Leistung erwartet. Immer schneller, besser, grösser...der Druck ist enorm und nicht alle können gleich damit umgehen. Das Leben geniessen wird leider vernachlässigt und der ganze Alltag wie auch die Freizeit leidet darunter... viele müssten sich auch mal überlegen ob ein bisschen weniger nicht auch schon mehr als genug wäre...
    • ThePower 12.03.2018 16:43
      Highlight Highlight Natürlich könnte man das, aber das würde halt Verzicht bedeuten. Und man will ja das grössere Haus als der Nachbar, das beste Auto, das neusten iPhone und und und..Wer da nicht mitmacht, ist schnell mal isoliert und ausgeschlossen aus unserer Leistungsgesellschaft.
    • droelfmalbumst 12.03.2018 16:53
      Highlight Highlight Traurig aber leider Tatsache... habe mich vor einiger Zeit selber erwischt wie ich in diese Spirale geraten bin... war schon lässig ende Monat als das Salär kam... aber was bringt mir all das wenn alles andere nicht mehr vorhanden ist... unser Körper macht das schon lange mit, aber irgendwann macht es boom und dann ist es zu spät...
    • ThePower 12.03.2018 17:19
      Highlight Highlight Genauso ist es. Also rechtzeitig die Reissleine ziehen. Ich habe das verpasst und es hat gedauert, bis ich wieder auf die Beine gekommen bin. Ich wünsche dir, dass du den für dich passenden Weg findest👍
  • bcZcity 12.03.2018 15:42
    Highlight Highlight 90min pro Woche darf man doch noch erwarten dass ein hochbezahlter Profi den Druck aushält, sonst ist er eben schlicht nicht bereit für das oberste Level.

    Dass an Turnieren der Druck steigt ist nur logisch, sonst wären diese auch nicht so spannend.

    Wenn ich mitbekomme wie Profifussballer trainieren und ab und zu ein Spiel bestreiten müssen (Wohlgemerkt nachdem man es zum Profi geschafft hat, was viel Arbeit ist), dann hält sich mein Mitgefühl in Grenzen.

    Aber evtl. fehlt es an Lockerheit, bei den Spielern, bei den Fans und vor allem den Clubs.

    Das Geld macht eben viel kaputt.
    • bokl 12.03.2018 16:02
      Highlight Highlight @bcZcity
      Du hast keine Ahnung, wie heute die Anforderungen an Profifussballer sind. Mit 1x Training am Tag plus 1-2 Spiele ist es nicht getan.

      Eigentlich ist es ein 24h Job. Regeneration, Ernährung, PR-Termine, usw. gehören auch dazu.

      Die Zeiten, wo sich ein talentierter Spieler während der Saison ein ausschweifenden Lebensstil leisten konnte, sind definitiv vorbei.
    • bcZcity 12.03.2018 16:39
      Highlight Highlight Dann ist jeder Job ein 24h Job, ich muss ja auch regenerieren, an Sitzungen, genug schlafen etc.
    • bokl 12.03.2018 17:12
      Highlight Highlight Stell dich nicht dümmer als du bist. In einem Bürojob kannst du mit 4h Schlaf und einem Kater zu Arbeit ohne aufzufallen. Ausser du machst es täglich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Crack&Polenta 12.03.2018 15:36
    Highlight Highlight Die Jungs mit dem Lohn sind Söldner, Söldner für unsere Spiele. Wenn jemand so viel Kohle kriegt und in der höchsten Arena kämpft um die Kohle das kleinen Mannes zu kriegen, dann soll er kämpfen, leiden, bluten und die Schnauze halten. Jederzeit darf er gerne gehen.

    Hier mein Mimimimimi zum Mitnehmen für den Herren.
  • isky 12.03.2018 15:19
    Highlight Highlight Es ist immer einfach die Schuld für sein Elend bei den Anderen oder dem System zu suchen.
    Ja es herrscht z. T. massiver Druck auf Fussballern, Managern, Ärzten aber auch auf 'einfachen' Angestellten ect. Wem der Druck zu gross wird, muss handeln und sein Glück woanders suchen. Der Unterschied ist einfach, dass dieser Wechsel mit Millionen auf dem Konto weitaus leichter gelingt als ohne. Daher hält sich mein Mitleid in Grenzen.
    • Blutgrätscher 12.03.2018 15:46
      Highlight Highlight Ohhh wie ich diese Menschen liebe, die bei jeder Gelegenheit erklären müssen, dass sie kein Mitleid mit erfolgreichen Menschen haben.
      Cool für dich.
      Bist du auch so einer, der ziemlich häufig "selbst schuld" und "nicht mein Problem!" sagt?
    • isky 12.03.2018 17:36
      Highlight Highlight Eigentlich gehts hier ja nicht um mich aber nun gut: Nein ganz im Gegenteil, ich ergreife gerne Partei für Leute die ungerecht behandelt werden. Drum finde ich es sehr fragwürdig wenn sich Millionäre über ihr Leben beschweren... Alleinerziehende Geringverdiener haben genau die selben Probleme mit weit weniger Optionen und kommen sich nach so etwas recht verhöhnt vor.
      Zusätzlich wird im Artikel sehr Problem- und nicht Lösungorientiert geschrieben, was auch keinem was bringt.
      Mit ganz vielen coolen Grüssen und Liebe zurück! ;)
  • rodman 12.03.2018 15:16
    Highlight Highlight Spitzenfussball ist halt (wie andere Sportligen auch) der Inbegriff von Leistungsshow. Auch wenn sich die Beteiligten noch so Mühe geben würden - das schiere Spektakel ist auch einer der hauptsächlichen Erfolgsfaktoren. Von daher wirst Du den Druck nicht aus dem Spitzenfussball nehmen können. Es stellt sich lediglich die Frage, wie Berufskollegen mit dem vorhandenen Druck umgehen können und dass Funktionäre, Nachwuchs und Fans diesen Druck wahrnehmen und würdigen.

    Dafür gilt Merte die grösste Hochachtung. Ebenso Arsenal, welchen ihn zum Chef der Nachwuchsabteilung berufen.
  • ThePower 12.03.2018 14:45
    Highlight Highlight Es ist halt so, dass die Popularität des Fussballs auch gewisse Auswirkungen auf die Spieler hat; immer mehr Spiele, mehr Kohle im Spiel (ergo mehr Druck), riesige Medienpräsenz und der Pöbel, der ihnen via Social Media alles ungefiltert an den Kopf kann. Ich bin aber realistisch genug zu wissen, dass sich das kaum mehr ändern wird, dazu müssten nämlich alle die Glotze ausschalten und die Streamingdienste kündigen, also keine PL, BuLi, CL ect mehr schauen und keinen Merchandising-Plunder der Topclubs mehr kaufen. Also werden die Spieler künftig damit klarkommen müssen. Bedauerlich.
  • ChiefJustice 12.03.2018 14:42
    Highlight Highlight Kann eigentlich auf jegliche Branche transferiert werden. Oftmals sind es gerade die (vermeintlich) starken und mental stabilen, die letztendlich irgendwann unter dem - vor allem sich selbst auferlegten - Druck zusammenbrechen.
    Mir selbst vor kurzem widerfahren.
    Rührend und unerwartet zu sehen ist danach, dass eigentlich alle grosses Verständnis aufbringen - sind sie doch auch im selben Hamsterrad drin. Allerdings zeigt dies, dass mehr darüber geredet werden sollte und früher. Noch immer wird es als Schwäche angesehen, wenn bei jemandem die Psyche mal ‘nein’ sagt zum Leistungskarrussell.
    • Eifach öpis 12.03.2018 16:33
      Highlight Highlight Was du schreibst stimmt natürlich zu 100%.
      Jedoch ist der druck im fussballgeschäft nochmals ein grosses stück grösser als in den meisten anderen branchen. Da kommt die ganze öffentliche aufmerksamkeit dazu. Alle wissen alles besser und egal was die ganze woche lang geleistet wurde, nur die 2 stunden am samstagnachmittag zählen am ende. Zudem können sich fussballer keine auszeiten nehmen, weil sie ja auch privat immer und überall unter beobachtung stehen.
  • Zarzis 12.03.2018 14:23
    Highlight Highlight Ist das nur im Profi Fussball so?
    Nein, ich bin Ing. auf dem Bau. Bei uns in der Firma ist bei vielen 4 Augengespräche der Druck und der Umgangston, ein grosses Thema. Es geht bei uns fast allen so. Und dass trotzdem das ich den besten Chef meiner 25 j. Karriere habe. Das beste Team. Bei uns kann jeder Anruf eine Mentale Katastrophe auslösen.
    Ich fühle mich häufig wie ein Krieger der jeden Tag in die Schlacht zieht und nur noch ermattet und erschöpft bin. Es ist bitter das selbe auch bei Leute wie Per M. zu sehen. Wir sollten uns alle mal fragen, geht dieses System noch lange gut?
    • Raembe 12.03.2018 15:13
      Highlight Highlight Mal einen Schritt zurücktreten, nen 80% Job suchen oder viel darüber reden hilft evtl.
    • Ms. Song 12.03.2018 16:24
      Highlight Highlight Stimmt, aber Du stehst nicht in der Öffentlichkeit. Die bekannten Sportler bekommen medial und via Social Media noch einiges mehr zu hören. Ich bin froh, dass meine beruflichen Fehler nicht auch noch im Internet diskutiert werden. Es reicht, wenn ich vor meinem Chef den Kopf hinhalten muss. Diese Aufmerksamkeit erhöht den Druck noch um ein vielfaches.
    • Zarzis 12.03.2018 16:30
      Highlight Highlight @Raembe
      Danke für die Tipps.
      Habe gerade am Wochenende eine Stelle mit weniger Druck angeboten bekommen. Weniger Lohn und weniger Druck. Werde es annehmen.
      Man muss teilweise grosse schritte gehen damit es einem besser geht.
      In Kumpel hat 20 J. lang eine Firma Aufgebaut. WOW Cool, dann beim 4 Augen Gespräch. Er isst täglich Anti-Depresiva, Trinkt 1-2 Flaschen Wein, weiss nichts mit seiner Tochter anzufangen. Er ist Erfolgreich aber vom Druck für seine Angestellten zuschauen, erdrückt.
      Hat seine Firma Abgegeben und ist jetzt angestellter. Vor allem er fühlt sich Glücklich und zufrieden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • mxpwr 12.03.2018 14:22
    Highlight Highlight Prinzipiell ein schöner Kommentar. Ob und wie Depressionen und der Tod von Robert Enke mit dem von Merte beschriebenen Druck zusammenhängen, ist aber meiner Meinung nach nicht so einfach zu sagen. Deshalb finde ich den Vergleich etwas unpassend. Unnötig ausserdem, weil auch die von Merte beschriebenen Symptome dafür ausreichen sollten, das gewisse Fans ihr Verhalten überdenken.
    • Sandro Zappella 12.03.2018 14:29
      Highlight Highlight In seiner Biografie hat Robert Enke eben diesen Leistungsdruck, die Angst vor Fehlern, mehrmals thematisiert. Das hat ihn fertig gemacht. Natürlich waren da noch eine Menge weiterer Faktoren, aber der immense Druck war sicher einer davon.
    • mxpwr 12.03.2018 14:43
      Highlight Highlight "Natürlich waren da noch eine Menge weiterer Faktoren, aber der immense Druck war sicher einer davon." Kann sein. Vielleicht auch nicht. Eine Depression ist eine sehr komplexe Erkrankung, über deren Ursachen man noch nicht viel weiss. Man sollte meiner Meinung nach aber immer vorsichtig sein, äussere Umstände mit der Entwicklung einer Depression zu verknüpfen, selbst wenn das der Betroffene selbst so erlebt.
  • Iltis 12.03.2018 14:15
    Highlight Highlight Zu viel Geld. Es zieht Entscheidungsträger an wie z.B im Fall Raiffeisenbank. Diese glauben Dinge tun zu dürfen, welche jedem 6 Jährigen unrecht erscheinen......
    Wenn man so mit dem 100Mio Spielzeug umgeht, gehts halt kaputt.
    • Crack&Polenta 12.03.2018 15:39
      Highlight Highlight Erst spielt es eine Weile, DANN geht es kaputt, und dann schmeisst man es weg. Denn augemusterte Fussballer taugen eigentlich nur noch als Trainer und Alkoholiker.
    • locogoa 12.03.2018 16:32
      Highlight Highlight Was das ganze jetzt mit dem Thema zu tun hat ist mir schleierhaft....

Daniela Ryf und Nino Schurter sind die Schweizer Sportler des Jahres

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