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Matchwinner im Regen: Rodriguez macht einen Fan mit seinem Trikot happy. Bild: KEYSTONE

Россия, мы идём!* Die Schweizer WM-Teilnahme darf nicht mehr in Gefahr geraten

* Russland, wir kommen!

09.11.17, 23:05 10.11.17, 13:50

Ralf Meile, Belfast

Natürlich: Wer nur dank eines äusserst umstrittenen Penaltys mit 1:0 gewinnt, der ist noch kein Weltmeister. Aber der Schweizer Sieg im Barrage-Hinspiel in Nordirland ist hoch verdient. Die Nati ist dem Gegner in jeder Hinsicht überlegen. Wenn sie auch am Sonntag in Basel so konzentriert spielt, dann ist ihr die Teilnahme an der WM 2018 in Russland nicht zu nehmen.

Die Schweiz lässt es im kleinen Windsor Park mit seinen lauten Fans nie zu, dass Emotionen ins Spiel kommen. Sie ist schlicht zu gut für diesen Gegner, zu ballsicher, zu kombinationssicher. Und so kommt die primäre Qualität der Nordiren gar nie zum Zug: die Leidenschaft, der Kampf. Die Schweizer kontrollieren das Geschehen von A bis Z, sie lassen Ball und Gegner laufen – es ist wie in einem Cupspiel. Jeder weiss: Es kann schief gehen. Aber jeder weiss auch: Im Normalfall fällt der Ball irgendwann für den Favoriten rein. Und so kommt es glücklicherweise auch in Belfast. Nachdem die Schweiz in den ersten 20 Minuten einige viel versprechende Chancen auslässt, verwandelt nach knapp einer Stunde Ricardo Rodriguez im Pfeifkonzert einen Handspenalty souverän zum Siegtreffer.

Es ist kein rauschendes Spiel, das die Nati zelebriert. Aber das ist auch nicht nötig. Ihr Ziel ist nicht die Unterhaltung, sondern die Weltmeisterschaft. Dieser ist sie im Windsor Park, natürlich auch dank des umstrittenen Schiedsrichterpfiffs, einen gewaltigen Schritt näher gekommen. Nun reicht schon ein Unentschieden in Basel.

Die Schweiz zeigt im Regen von Belfast, dass die neun Siege in zehn Qualifikationsspielen kein Zufall waren und dass es schon den Europameister Portugal brauchte, um sie an der direkten WM-Qualifikation zu hindern. Sie zeigt auch, dass sie Gegnern vom Kaliber wie Nordirland, oder auch Ungarn in der Gruppenphase, überlegen ist. Beide spielten im Sommer 2016 wie die Schweiz an der EM.

Die Nati gehört nicht zu den allerbesten Teams der Welt. Aber sie hat in diesem Hinspiel der Barrage einmal mehr bewiesen, dass sie in die Kategorie 1b gehört: zu jenen, die nahe dran sind an der Elite. Bei allem Respekt vor Nordirland, bei aller Sympathie für ihre laute und singfreudige Green and White Army auf den Rängen: Was die Briten drauf haben, ist dann doch einfach zu wenig. Die folgende Aussage mag arrogant klingen. Aber dass die Schweiz gegen diesen Gegner die WM-Teilnahme noch verspielt, grenzt an die Unmöglichkeit. Russland, wir kommen!

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 10.11.2017 18:42
    Highlight Noch etwas hat mich am gestrigen Sieg der Schweizer Nationalmannschaft besonders gefreut:
    Multikulti und Religiös-Weltanschauliche Toleranz hat gesiegt über archaische Engstirnigkeit!
    Da konnten auch die vermutlich stockbesoffenen Nordirischen Fans auch mit furchteinflössenden Kriegsgesängen nichts ausrichten!
    Die Zeiten der Brutalo-Wikinger sind vorbei.
    Am Sonntag erleben wir hoffentlich einen begeisternden Ball-Zauber der "Roten Teufel" und dass sie endlich wieder mal ihren "Afro-Balkan-Turbo" zünden!
    Wenn das gelingt, wird nicht mal der Lichtsteiner reklamieren.
    2 7 Melden
  • Jokerf4ce 10.11.2017 18:41
    Highlight Die WM, alles was ich dazu sagen kann ist " Brot und Spiele "
    3 4 Melden
  • Irina Agapova 10.11.2017 13:36
    Highlight Liebe Watsons, der Titel sollte "Россия, мы идём" lauten. Dies als ein kleiner Verbesserungsvorschlag.

    ("Приходим" heisst "ankommen" oder "vorbeikommen".)
    6 0 Melden
  • piedone lo sbirro 10.11.2017 08:25
    Highlight ein verdienter sieg der schweizer, auch wenn es kein penalty war.
    russland 2018 kann geplant werden.

    akanji hat wesentlich mehr talent als djourou.

    denis zakaria gefiel mir sehr gut im mittelfeld - zusammen mit zuber, freuler und granit xhaka haben wir langfristig ein beachtliches mittelfeld.
    18 3 Melden
  • Triumvir 10.11.2017 08:21
    Highlight Ja unsere Nati ist besser und den Nordiren überlegen. Jetzt aber schon von "unmöglich zu verlieren" zu reden, finde ich aber schon ein wenig (zu) mutig. Denn man darf einfach nicht vergessen, dass unsere Nati in entscheidenen Spielen bislang fast immer versagt hat. Ich freue mich also erst dann auf Russland, wenn die 90 Minuten oder mehr in Basel zu Ende sind...und drücke unseren Jungs natürlich trotzdem fest die Daumen! Jetzt darf einfach nichts mehr schief gehen und sie sollen so weiterspielen, wie in Belfast...
    17 3 Melden
  • olmabrotwurschtmitbürli 10.11.2017 00:24
    Highlight Ist es möglich, dass der Autor gerade mit CH-Fans in einem Pub hockt und ein klein wenig "stimmungsgeleitet" ist?
    14 41 Melden
    • Ralf Meile 10.11.2017 01:16
      Highlight Nein, und wenn das jemand mit Sicherheit weiss, dann ich ;-)
      53 2 Melden
  • Bruno Sigrist 10.11.2017 00:18
    Highlight Forza Meile Fussballgott!
    34 3 Melden
  • sambeat 09.11.2017 23:25
    Highlight Uh, dieser Enthusiasmus immer :D Ich bin lieber ein wenig pessimistisch und habe am Schluss sicher recht ;)
    15 28 Melden
    • unkretkau 10.11.2017 08:13
      Highlight Hehe, a richtigi schwiizermentalität!
      22 0 Melden
    • urs_b 10.11.2017 09:57
      Highlight nein aus Erfahrung wird man klug
      6 1 Melden
    • rodolofo 10.11.2017 19:10
      Highlight Die Religiösen sagen: "Gottes Wille soll geschehen!"
      Wenn also der Fussball-Gott will, dass die Schweizer Mannschaft am Sonntag verliert, dann muss das halt so sein!
      Aber so etwas Grausames kann der Fussball-Gott doch nicht wollen, oder?
      2 2 Melden

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