Sport

Vor zwei Wochen in Japan gab Lüthi alles, jetzt hat es nicht gereicht. Bild: KIMIMASA MAYAMA/EPA/KEYSTONE

Tom Lüthi verspielt in Sepang WM-Chancen – Zarco krönt sich mit Sieg zum Weltmeister

Der Zweikampf ist entschieden, Tom Lüthis Aufholjagd zu Ende. Johann Zarco gewinnt den GP von Malaysia und krönt sich zum Weltmeister.

30.10.16, 07:28 30.10.16, 16:50

Tom Lüthi kann heuer nicht mehr Moto2-Weltmeister werden. Der Berner hielt im GP von Malaysia nicht mit der Spitze mit und wurde nur Sechster. Der Franzose Johann Zarco verteidigte mit seinem sechsten Saisonsieg den Moto2-Titel souverän. Mit drei Siegen in Silverstone, Motegi und auf Phillip Island hatte sich Tom Lüthi in den vergangenen Wochen zurück ins Titelrennen gefahren. Vor dem zweitletzten Saisonrennen in Sepang lag der 30-jährige Berner als WM-Zweiter nur noch 22 Punkte hinter Leader Johann Zarco zurück. Ende August hatte der Abstand von Lüthi zum französischen Titelverteidiger noch 75 Zähler betragen.

Johann Zarco (Mitte) gewinnt das Rennen und die Weltmeisterschaft. Bild: Lim Huey Teng/AP/KEYSTONE

Doch im Grand Prix von Malaysia, bei welchem kurz vor Beginn des Moto2-Rennens der Regen einsetzte, fand sich Lüthi von Anfang an in der Defensive wieder. Beim Start fiel der vierfache Saisonsieger an Position 7 zurück. In Kurve 2 kam es zwischen ihm und dem Italiener Lorenzo Baldassarri zu einer folgenlosen Berührung. Danach verhielt sich Lüthi vorsichtig. Er tastete sich in einer Fünfer-Verfolgergruppe und bei abtrocknenden Bedingungen nur langsam ans Limit heran. Andere Fahrer wie Sam Lowes, Mattia Pasini und Alex Pons hingegen stürzten früh.

Erste Moto2-Titelverteidigung

Zarco, der Dominator des bei ähnlichen Verhältnissen stattfindenden Qualifyings, jedoch hielt nicht viel von Abwarten. Zusammen mit dem Italiener Franco Morbidelli und dem Deutschen Jonas Folger setzte er sich sofort von der Konkurrenz ab. Der Vorsprung dieses Trios wuchs anfänglich pro Runde um fast zwei Sekunden an. In der siebentletzten Runde übernahm der immer stärker werdende Franzose erstmals die Spitze und gab diese nicht mehr ab.

Mit seinem 15. GP-Sieg, dem sechsten in dieser Saison, kürte sich Zarco auf höchst souveräne Art und Weise zum Weltmeister. Der 26-jährige Franzose ist der erste Fahrer in der 2010 gegründeten Klasse, dem die Titelverteidigung gelingt. Mit drei Sekunden Rückstand wurde Morbidelli in Sepang Zweiter. Der Italiener klassierte sich damit im vierten Rennen hintereinander in den Top 3. Dritter wurde Folger, der wie Zarco und Alex Rins 2017 in der MotoGP-Klasse fahren wird.

Lüthi elf Punkte vor Rins

In der WM-Wertung führt Zarco vor dem 18. und letzten Saisonrennen uneinholbar mit 251 Punkten. Lüthi (211) liegt um elf Zähler vor dem Spanier Rins (203), der sich in Sepang nur als 14. klassierte. Auf den WM-Vierten Morbidelli (197) beträgt Lüthis Vorsprung vor dem GP von Valencia am 13. November noch 17 Punkte.

Jesko Raffin gelang in Sepang ein guter Start. Der nur an Position 27 gestartete Zürcher erschien nach wenigen Kurven schon als 15. Am Ende klassierte sich Raffin jedoch nur im 16. Rang, zu einem WM-Punkt fehlten ihm rund zweieinhalb Sekunden. Der Freiburger Robin Mulhauser, der in zwei Wochen in Valencia seinen letzten Moto2-GP bestreiten wird, gab das Regenrennen mangels Selbstvertrauen früh auf. (sda/rwy)

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Eine Tragödie – aber auch neue Hoffnung für Dominique Aegerter

Noch ist der Schock nicht überwunden. Aber es muss weitergehen. Für Dominique Aegerter zeichnet sich nach dem Tod seines Teamchefs Stefan Kiefer eine überraschende Lösung ab, die ihn 2018 zum Titelkandidaten machen würde – mit KTM.

Dominique Aegerters Manager Robert Siegrist musste am Telefon immer wieder mit den Tränen kämpfen. Der Tod von Stefan Kiefer – er ist im Alter von 51 Jahren völlig überraschend an einem Herzversagen gestorben - hat auch ihn tief getroffen. «Ich habe in 15 Jahren in diesem Geschäft keinen ehrlicheren Geschäftspartner kennen gelernt.»

Dominique Aegerters Teamchef Stefan Kiefer war einer der letzten Aufrechten in einem rauen, oft rücksichtslosen Geschäft. Bescheiden, freundlich, kompetent und. Ein …

Artikel lesen