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Bild: Waldemar Da Rin/freshfocus

Tom Lüthi nach seinem Podestplatz: «Wir sind nach wie vor in einer Lernphase»

Tom Lüthi über eine fast schlaflose Nacht und den überraschenden Saisonauftakt beim GP von Katar in Doha.

29.03.15, 21:01 30.03.15, 08:27

Klaus Zaugg, doha



So überraschend dieser 3. Platz auch sein mag – wäre bei einem besseren Start nicht sogar ein Sieg möglich gewesen?
Tom Lüthi: Ich mag dieses hätte und wäre nicht. Ja, ich habe ganz am Anfang einen schweren Fehler gemacht. Ich bin auf die Aussenbahn geraten und habe zu viele Plätze verloren. Aber ein Sieg? Ich konnte noch nicht so spät bremsen wie ich mir das sonst gewohnt bin und hatte deshalb Mühe, mich nach vorne zu kämpfen. Als ich dann auf einmal Zarco vor mir sah, da wusste ich, dass ein Podestplatz möglich ist.

Vor einem Jahr «erbten» Sie den 3. Platz nach der Disqualifikation von Nakagami. Das Gefühl dürfte jetzt besser sein.
Definitiv. Schon weil es schöner ist, oben auf dem Podest zu stehen als hinterher zu erfahren dass man nachgerutscht ist.

Die Schweizer Fahrer in der Moto2-WM 2015

Sie stürzten im Warm-Up. Offensichtlich hat dieser Sturz Ihr Selbstvertrauen nicht angeknackst.
Überhaupt nicht. Ich wusste was passiert ist. Wegen einer Bodenwelle ist mir das Vorderrad weggerutscht. Die Reifenhaftung des Vorderrades ist jetzt noch das Problem.

War es denn nötig, im Warm-Up schon so Gas zu geben?
Ja, wir haben im Vergleich zum Abschlusstraining noch etwas probiert und ich musste im Warm-Up ans Limit gehen. Ein riesiges Kompliment an mein Team, das die Maschine wieder perfekt hergerichtet hat.

Tom Lüthi feiert seinen dritten Platz. Bild: Waldemar Da Rin/freshfocus

Auf der Zielgeraden hat Sie Alex Rins beinahe eingeholt.
Ich wusste, dass ich nicht meilenweit auf weiter Flur bin. Aber ich wusste nicht, dass er so nahe an mir dran ist. Ich habe einfach am Schluss alles getan, dass keiner vorbeikommen kann und auf einmal habe ich gespürt, wie hinten etwas meine Maschine berührt. Das war Rins.

Der Schlussspurt eines alten Fuchses?
Die Erfahrung hilft. Vor der letzten Runde lasse ich mir an der Box nur noch die letzte Runde anzeigen. Ich konzentriere mich dann in einem solchen ganz darauf, niemanden mehr vorbeizulassen.

Das mahnt an Anita Weyermann: Nicht Gring abe u seckle, aber Grind abe u Gas gä.
Nein, den Vergleich möchte ich nicht lesen. Es ist aber schon so, dass ich in der letzten Runde hart kämpfen musste.

Ihren Steigerungslauf könnten wir auch so interpretieren: Je später der Abend, desto besser der Lüthi.
Ich bin tatsächlich kein Frühaufsteher und schlafe spät. 

Die Folge des neuen Lebenswandels seit Sie wieder Single sind? 
Nein, überhaupt nicht. Ich bin einfach kein Morgenmensch. Ich bin in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag erst gegen 04.30 Uhr endlich eingeschlafen. 

Tom Lüthi strahlt nach dem gelungenen Saisonauftakt. Bild: Waldemar Da Rin/freshfocus

Was haben Sie beim wach liegen getan? Hundertmal die Strecke abgefahren? 
Nein, nein. 

Schäfchen gezählt? 
Nein, auch nicht. Ich habe mich einfach entspannt. 

Sie sind noch lange nicht am Limit und trotzdem schon auf den dritten Platz gefahren. Das verspricht für diese Saison einiges. 
Ja, es ist sehr erfreulich, dass ich mit einer Maschine, die ich ja noch gar nicht ganz kenne bereits so weit nach vorne gefahren bin. Wir sind nach wie vor in einer Lernphase. Dieses Resultat tut uns gut und wir werden jetzt gemeinsam noch besser.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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