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Model-Shooting: Neff auf dem Säntis.
Bild: freshfocus

Mountainbikerin Jolanda Neff hat 2016 den Gipfel im Visier

Die erst 22-jährige Cross-Country-Gesamtweltcup-Siegerin und Saisondominatorin Jolanda Neff steht vor der grössten Herausforderung ihrer noch jungen Karriere.

15.12.15, 07:55 15.12.15, 08:57

Marcel Kuchta / Aargauer Zeitung

Atemberaubend. So präsentiert sich den Besuchern die Aussicht aus dem Panoramarestaurant auf dem Gipfel des Säntis. Atemberaubend verlief auch die letzte Saison von Jolanda Neff. Sie sicherte sich im Cross Country die Gesamtweltcup-Wertung und feierte drei Weltcup-Siege. Sie wurde Europameisterin und schloss das Jahr folgerichtig als Nummer eins der Weltrangliste ab.

Passend also, dass die 22-Jährige ihre Sponsoren, geladene Gäste und Medienvertreter auf den höchsten Gipfel der Ostschweiz einlud, um über ihre Ziele im kommenden Jahr zu sprechen. «Dies ist der symbolische Startschuss in mein erstes Olympiajahr. Höher hinaus geht nicht», sagte Neff. Sie blickt dem grossen Höhepunkt 2016 mit Spannung und Vorfreude entgegen: den Olympischen Sommerspielen in Rio vom kommenden August.

Das Olympia-Strassenrennen im Visier

In der brasilianischen Metropole will sie jedoch nicht nur in ihrer Paradedisziplin, dem Cross Country, an den Start gehen, sondern hegt auch Ambitionen auf der Strasse. Jolanda Neff bestätigte die Gerüchte, die sich seit Wochen hartnäckig hielten, wonach sie in Rio auch am Strassenrennen teilnehmen möchte – sofern sie sich einen Platz im maximal 62 Frauen umfassenden Teilnehmerfeld sichern kann.

Dass sie auch mit dem herkömmlichen Rennrad umzugehen weiss, bewies die Ostschweizerin im zu Ende gehenden Jahr besonders an der Schweizer Meisterschaft, wo sie ihre spezialisierten Landsfrauen allesamt in die Schranken wies und sich das Meistertrikot sicherte. Im September zeigte sie ihre Klasse dann auch noch mit dem neunten Schlussrang im WM-Rennen. Im kommenden März, wenn die Bike-Saison noch nicht begonnen hat, wird sich Jolanda Neff voll auf ihr Strassenprojekt konzentrieren und hoffen, dass sie sich in dieser Zeitspanne genügend Punkte sichern kann, die ihr einen Startplatz in Rio garantieren würden.

Ein gewohntes Bild: Neff fährt als Siegerin über die Ziellinie.
Bild: AP/The Canadian Press

Bedenken, dass sie sich bei ihrem ambitionierten Unterfangen, gleich auf zwei Disziplinen zu setzen, verzetteln könnte, wischt Jolanda Neff zu Seite. Die beiden Rennen sind innerhalb der Spiele terminlich optimal gelegen. Am ersten Wochenende gehen die Strassenrennen über die Bühne. Die Biker kommen erst zwei Wochen später, am letzten Olympia-Tag, zum Zuge. «Das Strassenrennen ist für mich gleichzeitig eine optimale Vorbereitung auf den Cross-Country-Wettbewerb.

Ein Kurs der ihr zusagt

Der Zeitpunkt der beiden Rennen ist ideal. Unter anderen Umständen hätte ich nicht so geplant. Mountainbike bleibt für mich klar die Nummer eins», stellt sie klar, dass sie keinerlei Risiken eingehen möchte. Ganz ohne Ambitionen wird Jolanda Neff aber auch auf der Strasse nicht an den Start gehen.

Der Rundkurs, den sie bereits vor Ort rekognosziert hat, passt der St.Gallerin, da er topografisch recht anspruchsvoll ist. «Der hügelige Parcours liegt mir, und das Gefälle bei den Frauen ist im Moment noch relativ gross. Es gibt nicht so viele Fahrerinnen, die die Beine haben, um zu siegen», zeigt sich die sympathische Ostschweizerin optimistisch.

Neff gibt Hobby-Bikern Trainingstipps.
YouTube/Stöckli

Sowieso überlässt die Senkrechtstarterin der Saison 2015 im Hinblick auf das kommende Jahr nichts dem Zufall. Die Vorbereitung läuft bereits auf Hochtouren. Und mit dem zurückgetretenen Spitzenbiker Ralph Näf holt sich Neff «einen Betreuer und eine Stütze auf dem Weg nach Rio» ins Boot.

Der 35-jährige Näf wird Teammanager im Stöckli-Team, wo Neff ihren Vertrag vorzeitig bis 2017 verlängert hat. Sie hofft auf eine entsprechend «gute Zusammenarbeit innerhalb des Teams». 2016 soll schliesslich ein unvergessliches Jahr werden. Denn: Jolanda Neff hat den Gipfel im Visier.

Der Fokus bleibt trotz Strasseneinsätzen beim Mountainbike.
Bild: KEYSTONE

Gigathlon 2015: Die besten Bilder

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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