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Bärtschi freut sich mit seinen Teamkollegen über einen Treffer, doch im Kopf hat er ganz anderes. Bild: X02835

Warum Bärtschi seinen grossen NHL-Abend gar nicht richtig geniessen konnte

24.11.16, 10:33 24.11.16, 11:05

Sven Bärtschi gelang für die Vancouver Canucks beim 4:1-Auswärtssieg in Scottsdale gegen die Arizona Coyotes das bislang beste Spiel seiner NHL-Karriere. Der Langenthaler erzielte einen Treffer und bereitete zwei vor. So richtig freuen darüber konnte er sich aber nicht.

Denn Bärtschis Gedanken sind bei Craig Cunningham, dem Captain des AHL-Teams Tucson Roadrunners, einem ehemaligen Teamkollegen von Bärtschi. Letzten Samstag brach Cunningham in Tucson nach der Hymne und unmittelbar vor dem ersten Bully auf dem Eis zusammen. Seither liegt er im Koma und kämpft um sein Leben. Bärtschi schrieb für das Spiel gegen Arizona «Cunny» auf seine Stockschaufel.

Auf dem Eis wirkte Bärtschi trotz trauriger Gemütslage nicht gehemmt. Mit seinem zweiten Saisontor und den Assists Nummer 6 und 7 in dieser Saison gelang ihm das bislang beste Spiel in der NHL seit dem Debüt im September 2011. Erstmals gelangen dem 24-jährigen Langenthaler drei Skorerpunkte im gleichen Spiel, erstmals konnte er mit einer Plus-3-Bilanz vom Eis. Und das, nachdem er vorher fünf Spiele lang nicht mehr geskort hatte.

Das zweite Saisontor von Sven Bärtschi. Video: streamable

«Aber richtig freuen kann ich mich nicht», so Bärtschi. «Da sind gemischte Gefühle. Das Drama um ‹Cunny› stellt die persönlichen Leistungen in den Schatten. Aber ich weiss: Craig Cunningham ist ein Fighter. Ich drücke ihm die Daumen, dass er es schafft.»

Dass ihm das Schicksal Cunningshams nahe geht, hat einen simplen Grund: «Als ich vor sechs Jahren als junger Schweizer nach Kanada wechselte, kümmerte sich Cunningham (damals 20) um mich. Wir spielten während zwei Saisons in der Western Hockey League bei den Portland Winterhawks zusammen. Er half mir, mich zurechtzufinden.» (pre/sda)

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