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epa03895985 Foreign laborers work at the construction site for a new corniche road in Doha, Qatar, 04 October 2013. Recent media reports said immigrant workers on projects for the World Cup 2022 have been subject to abuse and harsh working conditions. An investigation by Britain's Guardian newspaper said 44 Nepalis had died in Qatar from 04 June to 08 August.  EPA/STR

Ausländische Arbeiter bauen in Doha an einer Strasse. Bild: EPA

90 Prozent des Lohns für Kim Jong Un

Zwangsarbeit für die Fussball-WM in Katar: Nordkoreaner schuften als Staatssklaven auf Baustellen

Exportschlager Mensch: Nordkorea schickt im grossen Stil Arbeiter nach Katar. Von ihrem Gehalt sehen die Beschäftigten kaum etwas – das meiste kassiert das Regime in Pjöngjang. Menschenrechtsorganisationen sprechen von moderner Sklaverei.

08.11.14, 11:46 08.11.14, 12:36

Ein Artikel von

Tausende von Wanderarbeitern aus Nordkorea schuften seit Jahren auf Baustellen in Katar – praktisch ohne Bezahlung. Sie werden in den neuen Vierteln eingesetzt, die 2022 das Herzstück der umstrittenen Fussball-WM bilden sollen. Nach einem Bericht des «Guardian» sind die Männer so etwas wie «staatlich geförderte» Sklaven. «Wir sind hier, um Devisen für unsere Nation zu verdienen», sagte ein nordkoreanischer Arbeiter der englischen Zeitung.

Die Gastarbeiter verbringen in der Regel drei Jahre in dem Golf Emirat. Bei ihrer Rückkehr nach Nordkorea erwarten sie, das volle Gehalt ausbezahlt zu bekommen. Doch nach einer Reihe von Zeugenaussagen erhalten die Arbeitnehmer meist weniger als zehn Prozent ihres mühsam erarbeiteten Verdienstes. Ihr Aufenthalt in Katar dient lediglich dem Regime. Dieses beschafft sich durch die Zwangsarbeiter neue Devisen.

North Korean leader Kim Jong Un smiles as he gives field guidance at the construction site of apartment houses for educators of Kim Chaek University of Technology, in this undated photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) in Pyongyang August 13, 2014. REUTERS/KCNA (NORTH KOREA - Tags: POLITICS) ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. NO THIRD PARTY SALES. NOT FOR USE BY REUTERS THIRD PARTY DISTRIBUTORS. SOUTH KOREA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN SOUTH KOREA

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un beim Besuch einer Baustelle in der Heimat. Bild: KCNA/REUTERS

Die Nordkoreaner arbeiten auch dann noch, wenn die anderen schon längst Feierabend haben

Nordkoreas Wirtschaft ist isoliert und gehört zu den schwächsten der Welt. Das nordkoreanische Regime unter der Führung von Kim Jong Un sieht sich derzeit internationalen Sanktionen ausgesetzt. Diese haben zum Ziel, das Regime in Pjöngjang zur Aufgabe des Atomprogramms zu zwingen.

In der weitläufigen Baustelle, wo die Nordkoreaner eingesetzt werden, in Lusail City, nördlich der Hauptstadt Katar, seien vier Grossbaustellen, sagte ein nordkoreanischer Arbeiter. In der Planstadt soll 2022 auch das WM-Finale stattfinden.

Die Nordkoreaner kämpfen schwer mit dem beissenden Wüstensand und arbeiten von früh morgens bis spät in der Nacht. Sie sind auch dann noch auf der Baustelle, wenn die Kollegen anderer Nationen sie längst verlassen haben, heisst es.

epa03956764 Foreign construction workers queue up for the bus back to their accommodation camp in Doha, Qatar, 19 November 2013. The previous day, football's ruling body FIFA said it will continue to put pressure on 2022 World Cup hosts Qatar over the conditions of migrant workers in the country's construction sector, but issued no deadline for improvement. Britain-based rights group Amnesty International said 17 November that workers in the oil- and gas-rich Gulf state suffered difficulties including 'non-payment of wages, harsh and dangerous working conditions, and shocking standards of accommodation.'  EPA/STR

Arbeiter in Katar warten nach ihrer Schicht in der brennenden Sonne auf den Bus, der sie in die Unterkunft zurückbringt. Bild: EPA

Bis zu 65'000 Staatssklaven in aller Welt

«Sie haben keinen einzigen Riyal für sich» und «leihen sich von uns Geld falls sie Kleinigkeiten wie Zigaretten benötigen», berichtete ein Projektmanager. Aidan McQuade, Direktor von Anti-Slavery International, der ältesten Menschenrechtsorganisation der Welt, sprach von «moderner Sklaverei».

Schätzungen zufolge arbeiten in Katar mehr als 3000 Nordkoreaner. Sie sind Teil einer weltweiten Armee von Arbeitern des nordkoreanischen Regimes, um dringend benötige Devisen heranzuschaffen. Bis zu 65'000 Nordkoreaner arbeiten im Ausland, überwiegend in Russland, China, der Mongolei und im Nahen Osten.

Arbeitern werden 90 Prozent des Lohns weggenommen

Kim Joo Il, ein im Jahr 2005 geflüchteter Armeeoffizier aus Nordkorea, schätzt, dass das Regime etwa 70 Prozent des Gehalts der Arbeiter im Ausland kassiert. Nach Abzug der fiktiven Kosten für Essen und Unterkunft sollen den Arbeitern lediglich noch zehn Prozent bleiben.

Zwei Mitarbeiter der vom nordkoreanischen Staat geführten Rekrutierungszentren in Katar bestätigten, dass die Arbeiter ihre Gehälter nicht persönlich erhalten. Ein Teil des Geldes würde den Familien in Nordkorea geschickt, hiess es dort.

Das Vorgehen des Regimes um Kim Jong Un zur Devisenbeschaffung ist kein grosses Geheimnis. Vor wenigen Monaten hatte das US-Aussenministerium die Behandlung ausländischer Arbeiter kritisiert, die für das Regime Fremdwährungen verdienten. In der Stellungnahme war auch von «Zwangsarbeit, Überwachung, Drohungen und Repressalien», seitens Nordkoreas die Rede.

epa03955188 An Amnesty International handout photo dated October 2012 shows a bedroom in PCSI Specialties Qatar (PCSI) construction company workers' accommodation in the Industrial Area of Doha, Qatar. Amnesty International on 17 November 2013 released a report blasting the conditions of migrant construction workers in Qatar, as the country prepares its infrastructure for the 2022 FIFA football World Cup. Workers in the oil- and gas-rich Gulf state suffer difficulties including “non-payment of wages, harsh and dangerous working conditions, and shocking standards of accommodation,” the Britain-based rights group said.  EPA/AMNESTY INTERNATIONAL/HANDOUT MANDATORY CREDIT: AMNESTY INTERNATIONAL HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die Behausung ausländischer Bauarbeiter in Katar auf einem Bild, das Amnesty International veröffentlicht hat. Bild: EPA

Katar: «Wir nehmen alle Fragen sehr ernst»

Die Situation von Gastarbeitern in Katar hatte sich zuletzt verbessert, nachdem im vergangenen Jahr der «Guardian» über zahlreiche Todesfälle und Missbrauch der Menschen auf den Baustellen berichtet hatte. Im Mai dieses Jahres hatte das Emirat eine Reihe von Reformen angekündigt, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter zu verbessern.

Ein Sprecher des Ministeriums für Arbeit und Soziales sagte: «Wir nehmen alle Fragen rund um die Bezahlung der Arbeiter sehr ernst. Derzeit seien 2800 nordkoreanische Gastarbeiter in Katar registriert, Beschwerden über ihre Bezahlung oder Behandlung liegen uns nicht vor. Katar ist entschlossen, die Arbeitsbedingungen für alle, die im Land arbeiten, zu verbessern.» (ram/mhu)



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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hans der Dampfer 08.11.2014 18:41
    Highlight Ich bin auch der Meinung das die FIFA der Schweiz schadet und sie unterstützt ein Schneeball artiges System wo einige wenive profitieren und viele für den Wohlstand einiger schufzen müssen. Leider wagt es aber die Politik nicht ein Zeichen zu setzen - Zu gut wird wohl daran verdient.
    14 0 Melden
  • Markus Noach Meister 08.11.2014 18:25
    Highlight Wenn ich den Namen Mr.Sepp Blatter wird mir einfach nur schlecht!
    10 0 Melden
  • Zeit_Genosse 08.11.2014 15:50
    Highlight Katar-ISIS-Nordkorea-FIFA-Connection. Unheilvolle Verbindungen. Nur damit die FIFA noch mehr Gewinn machen kann. Der Fussball ist längst Mittel zum Zweck.
    22 0 Melden
  • Lumpirr01 08.11.2014 14:51
    Highlight Absolut skandalös! Als Schweizer muss man sich schämen, dass sich der Sitz der FIFA in Zürich befindet! Weiter deprimierend sind auch die beiden Umstände, dass der sehr reiche Weltfussverband in der Schweiz keine Steuern bezahlen muss und dass der machtgeile Sepp Blatter sein Amt keinem Nachfolger überlassen will...........
    19 1 Melden
  • Mia_san_mia 08.11.2014 14:33
    Highlight Unglublich das dieses Turnier immer noch nicht abgesagt worden ist!
    27 0 Melden
  • roger.schmid 08.11.2014 14:13
    Highlight Sklaven, Konzentrationslager, Hungersnot. Was sich dieses Regime in Nordkorea alles erlauben kann ist unglaublich.. aber alles geht, solange man von China beschützt wird. Es ist zum #!?*%!
    21 2 Melden
    • Joe putz 08.11.2014 22:05
      Highlight Und damit die schweiz etwas gegen china unternehmen kann braucht sie geld, das bekommt sie indem sie am fach religion an kantonsschulen geld spart. Besonders in willisau. Den nordkoreanischen arbeitern zuliebe!
      Lg schilliger
      2 5 Melden
  • jbaur 08.11.2014 13:14
    Highlight wer wäre dabei, politisch gegen die Fifa in der Schweiz vorzugehen? zb mit einer Initiative?
    32 0 Melden
    • kuhrix 08.11.2014 13:47
      Highlight Genau, wir sollten dieses Pack aus der Schweiz werfen. So etwas ist nicht mit unseren Werten vereinbar. Natürlich müsste man dann konsequenterweise auch das Turnier boykottieren.
      25 1 Melden
    • manhunt 08.11.2014 14:49
      Highlight bleibt anzumerken das diese verdammte bande trotz milliardenumsätzen kaum steuern zahlt. und der kleine giftzwerg sagt dann wieder: "äs geit doch nur um dr füäsball".
      20 0 Melden
    • Hans der Dampfer 08.11.2014 18:43
      Highlight Ist mir offen gesagt auch durch denk Kopf. Aber ich frage mich ob das wirklich per Initiative möglich wäre.
      7 0 Melden
  • DerWeise 08.11.2014 12:28
    Highlight ....wohlgemerkt auch das Katar, welches jahrelang die ISIS finanziell unterstützt hat. Die FIFA ist ein Witz ...
    36 1 Melden

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