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Die Geste, die die Gemüter erhitzt: Julija Jefimowa freut sich mit erhobenem Zeigefinger über ihren Halbfinal-Sieg über 100 m Brust. Bild: EPA/AAP

Zickenkrieg am Beckenrand: US-Favoritin zeigt Russin, was sie von Doping-Sündern hält

08.08.16, 12:32 08.08.16, 12:46


Der erste Auftritt der russischen Schwimmerin Julija Jefimowa verlief gestern ziemlich ungemütlich. Erst wurde die 24-Jährige im Olympic Aquatics Stadium von Rio bei ihren Vorläufen über 100 m Brust vom Publikum gnadenlos ausgebuht und ausgepfiffen, wenig später kam's am Beckenrand auch noch zum kleinen Zickenkrieg mit Konkurrentin Lilly King.

Aber zunächst die Vorgeschichte: Jefimowa ist bereits zweimal als Doperin überführt worden. 2013 wurde sie positiv auf ein verbotenes Steroid getestet. Nach Absitzen der 16-monatigen Sperre wurde im März 2016 bekannt, dass sie wie zahlreiche weitere russische Sportler Meldonium zu sich nahm.

Zweimal mit Doping erwischt und trotzdem in Rio dabei: Julija Jefimowa. Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE

Vom Schwimm-Weltverband FINA wurde sie deshalb provisorisch gesperrt, es drohte gar eine lebenslange Sperre. Im Juli wurde sie von der FINA von den Spielen in Rio ausgeschlossen, doch Jefimowa zog vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) und erkämpfte sich dort auf den letzten Drücker ihr Startrecht. Erst am Sonntagmorgen tauchte ihr Name erstmals in den offiziellen Startlisten auf.

Ein Zeigefinger gegen Doping

Jefimova liess sich von all dem nicht beirren. Die Buhrufe lächelte die Russin eiskalt weg und sie zeigte sich sogleich in Topform: Mit der zweitbesten Zeit qualifizierte sie sich über 100 m Brust für den Final. Ihren Sieg im Halbfinal feierte die Russin noch im Becken mit einem erhobenen Zeigefinger: «Seht her, ich bin die Nummer 1», sollte das wohl heissen.

Das passte Lilly King, ihrer Hauptkonkurrentin um Olympiagold, überhaupt nicht in den Kram. Die 19-jährige Amerikanerin sah die Geste vom Beckenrand aus und zeigte mit dem Zeigefinger sogleich an: «Nein, du bist nicht die Nummer 1.»

Im Interview mit NBC erklärte King ihre Geste: «Mit dem Finger anzuzeigen, man sei die Nummer 1, nachdem man als Dopingsünderin überführt wurde – davon bin ich kein Fan.» Der hatte gesessen.

Für Zündstoff ist vor dem Final in der Nacht auf morgen Dienstag (3.54 Uhr Schweizer Zeit) also gesorgt. Erwartet wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen. King schwamm in den Vorlaufen mit 1:05.70 nur zwei Hundertstel schneller als Jefimova. (pre)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • c_meier 08.08.2016 19:56
    Highlight Merke: Es nicht ethisch, Whistleblower und 1 Dopingsperre zu haben, aber 1 Dopingsperre & 1 positiver Test sind völlig ok für Rio...
    Meine Güte liebes IOC...
    28 1 Melden
    • Radiochopf 08.08.2016 21:22
      Highlight @c_Meiet 1. meldonium ist erst seit diesem Jahr auf der Dopingliste und durfte vorher genutzt werden
      2. mittlerweile gibt es anscheinend neue wissenschaftliche Erkenntnis dir meldonium gar nicht so leistungsteigernde Wirkung hat, darum wurden einige Dopingsperren verkürzt
      3. wäre das IOC Konsequenz bezüglich Doping würde wohl ein Deutscher noch 100/200m Olympiasieger bei den Sprints und nicht ein Amerikaner/Jamaikaner..
      2 17 Melden
  • Ruffy 08.08.2016 18:09
    Highlight Unabhängig von der Geschichte ums Staatsdoping, wieso zu Hölle darf jemand der bereits 2x des Dopings überführt wurde noch an Olympischen Spielen mitmachen? Das ist doch ein schlechter Witz und ein Schlag ins Gesicht jedes ehrlichen Sportlers!
    46 1 Melden
    • Radiochopf 08.08.2016 21:29
      Highlight @Ruffy da bin ich absolut deiner Meinung! Ich bin sogar dafür das schon eine einzige Dopingsperre zum automatischen Ausschluss bei Olympia/WM usw. führen sollte, lebenslang und für jede Nation genau gleich! Ein Greg van Amermat wäre dann jetzt nicht Olympiasieger geworden beim Rad und bei den 100/200m Sprints würde wohl das Finale auch ganz anders aussehen... Hier ein Artikel von 2013, einige davon werden in Rio im Finale sein http://m.spiegel.de/sport/sonst/a-933189.html
      8 2 Melden

Fit wie ein Turnschuh! Donghua Li lässt mit 48 Jahren nochmals seine Muskeln spielen 

Anno 1996 holte Donghua Li für die Schweiz olympisches Gold am Pauschenpferd. 20 Jahre später in Rio liefert er den Beweis, dass er noch immer topfit ist und nichts verlernt hat.

Ach, wir erinnern uns doch zu gerne 20 Jahre zurück, an die Olympischen Spiele in Atlanta, wo Donghua Li für die Schweiz Gold am Pauschenpferd holte. Mit grossen Augen haben wir den Olympiasieger 1996 aber auch gestern beobachtet, als er an einer Galavorstellung in Rio seinen Auftritt hatte. Zu Beginn haben wir ihn sogar kaum wiedererkannt:

Donghua Li konnte es dann aber doch nicht lassen, auch noch mit dem Schweizer Dress sein Können zu zeigen. Er zog sich kurzerhand auf dem Pferd um.

Ein zweites …

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