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Sie siegen, aber begeistern nicht: Kevin Durant und seine Kollegen stehen in der Kritik. Bild: MARKO DJURICA/REUTERS

Die Antastbaren – US-Basketballer bei Olympia noch kein «Dreamteam»

Die US-Basketballer sind mit einem B-Team zu den Olympischen Spielen gereist – und wirken anfällig. Gegen Frankreich überzeugten sie zum dritten Mal nacheinander nicht. In der bevorstehenden K.o.-Runde muss sich der Goldfavorit dringend steigern.

15.08.16, 08:02 15.08.16, 08:26

Hendrik Buchheister / spiegel online

Ein Artikel von

Der französische Basketball-Nationalspieler Nicolas Batum hat nach der 97:100-Niederlage gegen die USA einen Satz gesagt, den man oft von Sportlern hört. Es war ein Satz, der zum Interview-Baukasten jedes Profis gehört. Dennoch war es ein erstaunlicher Satz, zumindest nach diesem Spiel.

«Natürlich wollten wir gewinnen», so lautete der Satz, mit dem Batum sein Statement bei der Pressekonferenz im Erdgeschoss der Carioca-Arena im Olympiapark von Rio de Janeiro eröffnete. So weit ist es also schon: Dass die Gegner gegen die USA gewinnen wollen.

Kevin Durant ist der grosse Superstar im US-Team, spielt bislang aber noch nicht überragend. Bild: JORGE ZAPATA/EPA/KEYSTONE

Die Amerikaner peilen bei den Spielen in Brasilien ihren 15. Olympiasieg an, den dritten nacheinander. Weniger wäre eine nationale Katastrophe. Wie bei den vergangenen Spielen sollte den Gegnern des «Dreamteams» auch diesmal eigentlich nur die Aufgabe zukommen, Spalier zu stehen beim Triumphzug der US-Profis. Doch die Gegner merken so langsam, dass vielleicht doch etwas gehen könnte. Das Team von Trainer Mike Krzyzewski wirkt anfällig.

Immer wieder Schwächephasen

Die ersten beiden Vorrundenspiele gegen China und Venezuela gewannen die Amerikaner deutlich, doch schon gegen Australien taten sie sich schwer. Die Partie gegen Serbien wäre beinahe in die Overtime gegangen. Und gegen Frankreich gelang zwar der fünfte Sieg im fünften und abschliessenden Gruppenspiel, doch es war ein Sieg, der die Zweifel an der Unantastbarkeit des Teams nährte – nicht nur wegen des erneut knappen Ergebnisses.

Tabelle der Gruppe A

Nach Abschluss der Vorrunde. bild: screenshot srf

Es ist die Sorglosigkeit seiner Mannschaft, die Trainer Krzyzewski Sorgen machen muss. Die Amerikaner waren nie ernsthaft in Bedrängnis, sie führten zeitweise mit 16 Punkten. Doch im letzten Viertel liessen sie nach, die Franzosen – ohne ihren wichtigsten Spieler Tony Parker angetreten – starteten eine Aufholjagd und kamen dem US-Team in den letzten Minuten bedenklich nahe. «Wir hatten das Gefühl, dass das Spiel schon gewonnen war. Mit unseren Ballverlusten haben wir Frankreich aufgebaut. Aber wir haben unter Druck gut reagiert», sagte Krzyzewski. Die USA unter Druck? In der Vorrunde? Das war so nicht geplant.

Zwischendurch passt alles: Herrlicher Alley-Oop-Dunk von Durant nach einem Irving-Pass. streamable

Die Amerikaner haben die maximale Punktzahl geholt und sind immer noch der alles überstrahlende Favorit auf Gold. Doch sie wissen, dass sie sich in der K.o.-Phase steigern müssen, um nicht böse überrascht zu werden wie zum Beispiel bei den Spielen in Athen vor zwölf Jahren. Da holte das Team nur Bronze. «In einigen Phasen waren wir richtig stark, in anderen nicht. Wir müssen mal ein ganzes Spiel dominant bleiben», forderte Guard Paul George. «In der Offensive haben wir Fortschritte gemacht. Aber in der Defensive müssen wir uns steigern, ganz klar», sagte Trainer Krzyzewski. Die Amerikaner haben noch einiges zu tun.

Durant erwartet weiter «mühsame» Spiele

Ganz überraschend sind die Probleme nicht. Das US-Team ist mit einer Zweitbesetzung nach Rio gereist, weil viele Spieler absagten, darunter LeBron James und Stephen Curry. Aus dem Zwölferkader haben nur zwei Profis Olympia-Erfahrung – Carmelo Anthony und Kevin Durant. Grosse Töne haben die Amerikaner im Vorlauf des Turniers in Rio nicht von sich gegeben, und auch nach fünf Siegen aus fünf Spielen bleiben sie zurückhaltend.

«Jeder erwartet von uns, dass wir mir vielen Punkten Abstand gewinnen. Aber so wird es diesmal nicht laufen. Wir müssen uns auf mühsame Spiele einstellen», sagte Durant, als er nach dem knappen Erfolg gegen Frankreich seinen 2.05 Meter grossen Körper auf die Barriere in der Interviewzone der Carioca-Arena stützte.

Die US-Boys beim Beachvolleyball: DeAndre Jordan, Kevin Durant, Draymond Green und Jimmy Butler. Bild: Marcio Jose Sanchez/AP/KEYSTONE

Aus Sicht der Gegner sind die Amerikaner in diesem Jahr weniger überdimensional als gewohnt. «Sie sind immer noch Favorit, ganz klar, aber der Abstand ist nicht ganz so gross», sagte der Franzose Batum. Er hat einige Mannschaften identifiziert, die den USA Probleme machen könnten. Spanien, Serbien, Litauen, vielleicht seine Franzosen bei einem Wiedersehen im Laufe des Wettbewerbs. «Eine Überraschung ist möglich», sagte Batum. «Warum denn nicht?» Nach den jüngsten Auftritten der Amerikaner muss man sagen: Ja, warum denn nicht?

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Amadeus 15.08.2016 08:46
    Highlight Für mich gab es nur ein richtiges Dream Team. 1992 an der Olympiade in Barcelona. Ich habe als Kind damals jedes Spiel gesehen. Jordan, Johnson, Bird, Malone, Drexler...das war Basketball der Extraklasse.
    22 2 Melden
    • Tiny Rick 15.08.2016 09:54
      Highlight Wahre Worte! 👆🏾
      10 0 Melden
    • Dä Brändon 15.08.2016 10:07
      Highlight Wäre der Jugoslawien Krieg nicht ausgebrochen hätten sie die Welt im Basketball bis 2000 dominiert (vieleicht bis Heute). Ich bin selbst ein Basketballer und sogar wir in der Schweiz kannten alle Namen wie Divac, Paspalj, Petrovic, Obradovic. Sie waren nicht nur der Stolz Jugoslawiens sondern auch Europas.
      7 13 Melden
    • greeZH 15.08.2016 15:52
      Highlight @Brändon: Ähm nein. Kukoc zum Beispiel war DER Starspieler bei Kroatien, er wurde nachher Spieler Nr. 6 bi den Bulls.
      Die Aufstellung Jordan, Pippen, Barkley, Malone, Stockton war so ziemlich unschlagbar. Johnson und Bird waren eigentlich nur noch auf Grund ihres Namens da. Ausser Laettner sind heute alle Spieler des Dreamteam in der hall of fame.

      1996 gesellten sich Shaq, Miller, Olajuwon dazu. Da hätte es auch für Jugoslawien nichts zu holen gegeben.
      3 1 Melden
    • Dä Brändon 15.08.2016 20:42
      Highlight Sie haben das Team mit Alonzo Mourning geschlagen. Jugoslawien hat damals die unschlagbarste infield Statistik gehabt. An der Dreierlinie sah es nicht anderst aus. Die Allstars waren für's Auge gut aber technisch waren die Balkan Jungs überlegen.

      Stimmt Kukoc war nicht mitdabei, es war ein anderer der auch in der NBA gespielt hat, fällt mir aber nicht mehr ein wer es war.
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