Sport

Zicken-Krieg um Olympia-Unterkünfte: «Soll ich ein Känguru herumhüpfen lassen, damit sich die Australier zuhause fühlen?»

25.07.16, 11:46 25.07.16, 13:38

Die australische Delegation ist mit der Qualität der Olympia-Unterkünfte für die ihre Athleten unzufrieden und weigern sich bislang einzuziehen. «Die Unterkunft ist einfach nicht sicher und nicht bezugsfertig», so Delegationschefin Kitty Chiller. Es gebe Lecks an den Leitungen, an einigen Stellen tropfe Wasser von der Decke, auf dem Boden würden sich Lachen neben Stromkabeln bilden.

Bei Eduardo Paes, dem Bürgermeister von Rio, kommt die Kritik nicht gut an:

«Es ist klar, dass wir noch einige Dinge anpassen müssen. Ich hätte beinahe Lust, ein Känguru vor dem Gebäude herumhüpfen zu lassen, damit sich die Australier zuhause fühlen.»

Eduardo Paes (24.07.2016)
quelle: folha

Eduardo Paes, Bürgermeister von Rio.
Bild: Silvia Izquierdo/AP/KEYSTONE

Das wiederum wollte Mike Tancred, Sprecher des australischen olympischen Komitees, nicht unkommentiert stehen lassen:

«Wir brauchen keine Kängurus, sondern Sanitärinstallateure für die vielen Wasserlachen in unseren Wohnungen.»

Mike Tancred (24.07.2016) quelle: folha

Mike Tancred, Sprecher des australischen olympischen Komitees. bild via twitter

Die Sache mit den Kängurus könnte noch als Witz durchgehen, doch Bürgermeister Paes behauptete im gleichen Atemzug, Rios olympisches Dorf sei besser als das von Sydney aus dem Jahr 2000. Viele Bilder von damals sind nicht mehr vorhanden, um diese Behauptung zu überprüfen. Auf diesen beiden vom Februar 2000 macht das olympische Dorf in Newington keinen schlechten Eindruck:

Bild: KEYSTONE

Bild: KEYSTONE

Zumindest nicht schlechter als die Unterkünfte in Rio:

Bild: RICARDO MORAES/REUTERS

Wie dem auch sei, am Ende wird es schon gut kommen. Wie wir aus Sotschi wissen, gehört die Nörgelei an den Unterkünften irgendwie dazu. (kri)

Die Wettkampfstätten der Olympischen Spiele 2016 in Rio

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    Alle Leser-Kommentare
  • Olf 25.07.2016 22:14
    Highlight Der Spruch war cool, das muss man ihm lassen.
    9 4 Melden
  • manhunt 25.07.2016 16:08
    Highlight es ist dies die zweite grosse umverteilungsaktion von geld in Brasilien innert kurzer zeit. weg vom einfachen steuerzahler hin zu den reichen. und wenn die ganze Infrastruktur, welche milliarden verschlungen hat, nach dem kurzen gebrauch weiter unterhalten werden muss, verschlingt das ganze jahr für jahr weitere steuermillionen. und verdient an der ganzen sache haben eine handvoll eh schon stinkreicher unternehmen und unternehmer.
    22 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 25.07.2016 12:13
    Highlight Endlich hat die Rio-Propagandaschlacht so richtig angefangen. Wie damals bei der WM halt.
    Aber wenn Streiks und Demos während der EM in Frankreich passieren, dann schweigen unsere Schreiberlinge natürlich.
    Wenn französische Polizisten Demonstranten niederknüppeln ist es Demokratie, in Brasilien ein Polizeistaat...
    19 41 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.07.2016 12:19
      Highlight Wer nicht vermummt demonstriert, wird wohl kaum niedergeknüpelt. Wer vermmumt demonstriert, wird anschliessend ins Spital eingeliefert und von der GGR-Liste gestrichen...
      17 23 Melden
    • saukaibli 25.07.2016 12:39
      Highlight Mich stört eher, dass man schon lange nichts mehr gelesen hat, wie es in der lokalen Bevölkerung brodelt weil Milliarden für Olympia rausgeschmissen werden während Millionen Menschen in heruntergekommenen Favelas dahinvegetieren.
      38 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.07.2016 12:57
      Highlight @saukaibli: Na zum Glück brodelts in Frankreich nicht und es vegetieren dort auch keine Menschen in vergammelten Vorstädten....;)
      27 11 Melden
    • Kimbolone 25.07.2016 13:28
      Highlight Darf man nur über Brasilien schreiben, wenn man das auch über Frankreich tut? Gibt es da eine Zeichenvorgabe, die erfüllt werden muss? Darf ich nur um die Opfer von Nizza trauern, wenn ich auch um die Opfer von Kabul trauere?
      33 4 Melden
    • DailyGuy 25.07.2016 13:30
      Highlight @geshitstomt: Ich weiss du willst deinem Namen nur alle Ehre machen, aber jetzt mal halblang. Es ist jetzt numal so, dass die Olympischen Spiele ein logistischer Albtraum sind und riesige Kosten verursachen. Kosten welche durch die Stadt und den Staat bzw. Sponsoren gedeckt werden müssen. Dieses Geld fehlt in Rio an ganz wichtigen Orten. Etwa in den Spitälern und bei der Sicherheit. Die EM brauchte auch viel Geld, jedoch konnte auf bestehende Infrastruktur zurückgegriffen werden (was die Kosten senkt). In Rio musste alles aufgebaut werden um nachher nicht benutzt zu werden.
      17 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.07.2016 13:41
      Highlight @Kimbolone: Wenn man ausgeglichene Berichtserstattung betreiben will ja. Wenn man Propaganda betreiben möchte ist man so wie jetzt auf dem richtigen Weg...
      6 24 Melden

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