Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Heisse Szene: Feuz war während seiner Fahrt oft am Limit. Bild: AP/AP

Beat Feuz: «Unser Kind turnte während meiner Fahrt im Bauch meiner Freundin herum»

Was denkt Beat Feuz selbst über seine Bronze-Medaille bei der Olympia-Abfahrt? Direkt nach der Fahrt ist er noch skeptisch, dass es zur Medaille reicht. Mittlerweile freut er sich über den Erfolg. Und verrät, welche Gratulationen er schon erhalten hat.

15.02.18, 08:22 15.02.18, 09:13

martin probst / nordwestschweiz

Beat Feuz, haben Sie die Medaille abgeschrieben während Ihrer Fahrt?
Abgeschrieben würde ich nicht sagen. Aber ich merkte schon während ich unterwegs war, dass ich mich nicht wohl fühle. Der Fluss hat gefehlt. Ich habe mich mit der veränderten Piste schwer getan – aber den anderen ging es nicht anders, sonst wäre ich nicht Dritter geworden. Am Schluss war es eine knappe Geschichte. Die Norweger haben den Sieg verdient, sie waren am cleversten.

Es sollte Gold werden. Wie sehr freuen Sie sich über Bronze?
Die Freude ist da. Eine Medaille ist eine Medaille. Ob Silber oder Bronze ist dann nicht mehr matchentscheidend. Klar: Es wäre mehr möglich gewesen heute. Aber das sagen sich wohl viele im Ziel. Eine Medaille ist nie eine Selbstverständlichkeit.

Am Ende kann sich Feuz doch über Bronze freuen. Bild: EPA/EPA

Was ist jetzt möglich im Super-G?
Das schauen wir dann morgen. Ich freue mich darauf! Es wird noch ein langer Tag. Der erste Druck ist weg. Ich kann befreit fahren, Medaillen-Druck habe ich jedenfalls keinen mehr.

Sagten Sie zu Ihren Team-Kollegen tatsächlich, es sei eine «Gugus-Fahrt» gewesen?
Ja, es war einfach nicht gut, nicht perfekt. Fakt ist: Ich habe von mir etwas anderes erwartet von der Fahrt. Am Ende sagten mir auch viele: «Boah, du hast ja voll riskiert!» Mir kam das während der Fahrt nicht so vor.

Kurz nach seiner Fahrt schaut Feuz noch skeptisch. Bild: EPA/EPA

Was sagte Ihr Bauchgefühl, als Sie im Ziel waren?
Dass ich sicher nicht gewinnen werde. Es war ein zwiespältiges Gefühl. Als sich herauskristallisierte, dass die Norweger wirklich super fuhren, ich nur 18 Hundertstel dahinter lag und viele Fahrer nicht an uns herankamen, konnte ich mich wieder ein bisschen mehr freuen.

Haben Sie schon Gratulationen erhalten?
Bis jetzt war ich eher im offiziellen Teil unterwegs. Mit meiner Freundin konnte ich kurz SMS schreiben, das ist ja schon einmal schön. Und ich habe gehört, dass unser Kind im Bauch von Katrin während meiner Fahrt etwas herumgeturnt hat.

Team Schweiz reagiert auf die Bronze-Medaille von Beat Feuz

Video: srf

Alle Olympiasieger von Pyeongchang 2018

Unvergessene Olympia-Momente: Winterspiele

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Pirmin Zurbriggen krönt seine Karriere mit dem Abfahrts-Olympiasieg in Calgary

Steven Bradbury schreibt das schönste Olympia-Märchen überhaupt 

Mit Full-Doublefull-Full springt Sonny Schönbächler zum Olympiasieg

Strassenbauer, Pistencowboy, Pechvogel, Stehaufmännchen, Olympiasieger

Die Geburtsstunde einer Legende: Jamaika hat 'ne Bobmannschaft!

Tanja Frieden freut sich schon über den silbernen «Plämpu», da schenkt ihr Jacobellis Gold

26.02.1988: Vreni, vidi, vici

27.02.2010: Alles scheint nach dem Sturz verloren – da schwimmt sie einfach übers Eis und rettet Deutschland in den Final

26.02.2002: Hexerei, von der Putzfrau geweihtes Wasser und Doping – Johann Mühlegg läuft, bis er auffliegt

20.02.2014: Ein Sturz produziert das beste Photo-Finish aller Zeiten – zumindest für Profiteur Armin Niederer

25.02.1994: Am Ende strahlt die Schöne Nancy Kerrigan und das Biest Tonya Harding vergiesst bittere Tränen

Liechtenstein ist so klein, dass es fast in eine Gondelbahn passt. Wieso uns der Nachbar 1980 trotzdem abgetrocknet hat

23.02.1980: Das zweite «Miracle on Ice» – in neun Tagen fünfmal Olympiasieger

Strassenbauer, Pistencowboy, Olympiasieger, Pechvogel, Stehaufmännchen

18.02.2006: Als die «Eisgenossen» kanadischer spielen als die Kanadier und sich für eine uralte Schmach rächen

Der historische Schrei des berühmtesten Münstertalers

17.02.2006: Tanja Frieden freut sich schon über den silbernen «Plämpu», als Lindsey Jacobellis ihr Gold schenkt

16.02.2002: Der krasse Aussenseiter Steven Bradbury schreibt das schönste Olympia-Märchen überhaupt 

10.02.2002: Simon Ammann, der voll geile Harry Potter der Lüfte, wird Olympiasieger

Heinzers Bindung bricht – was für eine Blamage für den Olympia-Favoriten

12.02.2006: Die Ösi-Reporter reiben schon gierig die Hände – da klaut ein Franzose doch tatsächlich noch «ihr» Abfahrts-Gold

Der Adler ist gelandet – «Eddie the Eagle» springt in die Herzen der Fans

11.02.1972: Wie die DDR dem Vogelmenschen die Flügel stutzte 

03.02.1972: «Ogis Leute siegen heute» wird zum Motto einer ganzen Nation

04.02.1932: Eisschnellläufer Jack Shea wird Olympiasieger und ahnt nicht, was er damit auslöst

09.02.1964: Die Schweiz erlebt mit der «Schmach von Innsbruck» ein historisches Debakel

07.02.1972: Wie «Aroma-Kaffee» Bernhard Russi zum Abfahrts-Olympiasieger machte

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Endlich die Krönung

Keine litt mehr als Gisin – der goldene Schlusspunkt einer unendlichen Verletzungsgeschichte

Dominique Gisin hat es geschafft: Die 28-jährige Engelbergerin holt in Sotschi Olympiagold in der Abfahrt und schüttelt damit das Image des ewigen Pechvogels endlich ab.

127 Weltcuprennen, 3 Siege, 4 weitere Podestplätze. 10 WM-Rennen, keine Medaille. 2 Olympia-Rennen, keine Medaille. So lautete die magere Ausbeute von Dominique Gisin vor der grossen Befreiung von Sotschi. Endlich das erste Edelmetall bei einem Grossanlass. Bei Olympia, in der Königsdisziplin Abfahrt.

Dass Gisin an Grossanlässen bisher ohne Glück und Medaillen geblieben ist, hat vor allem einen Grund: ihre beinahe ewig anmutende Verletzungsmisere. Neun Knieoperationen hat die 28-jährige …

Artikel lesen