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Das olympische Dorf sei noch überhaupt nicht bereit. Bild: RICARDO MORAES/REUTERS

Lecks an Leitungen und Wasserlachen neben Stromkabeln: Australier weigern sich ins olympische Dorf einzuziehen

Mit der Öffnung des Athletendorfes wurde am Sonntag in Rio de Janeiro die heisse Phase bis zu den ersten Olympischen Spielen in Südamerika eingeleitet.

24.07.16, 19:33 25.07.16, 07:25

Die Anlage mit 31 Hochhäusern liegt im wohlhabenderen Stadtteil Barra da Tijuca im Westen Rios, 1,5 Kilometer vom Olympiapark mit den meisten Sportstätten entfernt. Mehr als 10'000 Athleten aus aller Welt sollen hier während der ersten Spiele in Südamerika wohnen. Dazu kommen Trainer, Betreuer und Ärzte. In der Spitze wird mit rund 18'000 Bewohnern gerechnet.

Das olympische Dorf in Barra da Tijuca: Da wollen die Australier nicht einziehen. Bild: RICARDO MORAES/REUTERS

Die Eröffnung wird allerdings von einem Eklat begleitet. Nach Medienberichten sind mehrere Delegationen mit der Ausstattung ihrer Unterkünfte unzufrieden. Die Australier haben sich am Sonntag geweigert, einzuziehen. Delegationschefin Kitty Chiller beschrieb erbärmliche Zustände.

«Die Unterkunft ist einfach nicht sicher und nicht bezugsfertig.»

Kitty Chiller, Australien

Es gebe Lecks an den Leitungen, an einigen Stellen tropfe Wasser von der Decke, auf dem Boden würden sich Lachen neben Stromkabeln bilden. «Die Unterkunft ist einfach nicht sicher und nicht bezugsfertig», klagte Chiller.

Sie hatte schon seit Tagen gegenüber den Organisatoren und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) auf die Probleme aufmerksam gemacht und intensiv auf eine Lösung gedrängt. Es seien auch mehr als 1000 Reinigungskräfte sowie zusätzliches Personal verpflichtet worden, um der Probleme Herr zu werden. Aber die Mängel, insbesondere die sanitären, seien nicht gelöst worden. Die Australier haben ihre Quartiere nun in nahen Hotels.

Kitty Chiller ist unzufrieden mit dem olympischen Dorf.
Bild: EPA/AAP

OK verspricht rasche Lösung

Das Organisationskomitee von Rio 2016 räumte die Probleme ein und versprach eine rasche Lösung. In der Villa werde rund um die Uhr weitergearbeitet, bis alle Mangel behoben seien, hiess es. Leider werde das noch einige Tage dauern. Laut dem Fernsehsender «Globo» gab es ähnliche Probleme bei den Delegationen Neuseelands und Grossbritanniens.

Das sieht okay aus, aber so haben die Australier die Zimmer wohl nicht angetroffen.
Bild: RICARDO MORAES/REUTERS

Nach einem Bericht der Zeitung «Folha de São Paulo» hatten die Delegationen aus den USA, Italien und den Niederlanden die Instandsetzung ihrer Quartiere aus eigener Tasche bezahlt. Schon im Vorfeld hatte es Bedenken wegen der spartanischen Inneneinrichtung gegeben, in vielen Zimmern sollen unter anderen nur Plastikschränke stehen. (sda/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • MaskedGaijin 24.07.2016 22:28
    Highlight Plastikschränke? Was für ein Skandal! Mit einem Plastikschrank im Zimmer kann man sich doch nicht auf einen Wettkampf vorbereiten.
    17 4 Melden
    • 123und456 25.07.2016 09:29
      Highlight Habs auch grad gedacht. Die heutigen Sportler können sich wohl nur mit Mahagoni Möveln amständig vorbereiten..xD
      3 2 Melden
  • niklausb 24.07.2016 20:51
    Highlight Die soll mal chillen da in Brasilien geht alles ein bisschen lockerer zu
    Pun intended
    0 11 Melden
  • chrisdea 24.07.2016 20:23
    Highlight Gibt es zu den Spielen wieder einen "ignore"-Knopf auf Watson wie für die EM? Ich bin eigentlich ein absoluter Sportfanatiker, aber diese Grossanlässe sind mir einfach zuwider...
    12 2 Melden
  • giguu 24.07.2016 20:12
    Highlight Tja, der ist es wohl nicht chillig genug dort 😁
    6 1 Melden

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