Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A man works on a new ropeway at Wanlong Ski Resort, which could host some Olympic skiing events, in Chongli county of Zhangjiakou July 29, 2015. Beijing, which hosted the 2008 Summer Olympics Games, hopes to beat Almaty, Kazakhstan, and win the 2022 Winter Olympics, when a decision is made on July 31 in the Malaysian capital, Kuala Lumpur. Zhangjiakou is jointly bidding with the capital Beijing to host the 2022 Winter Olympic Games. Picture taken on July 29, 2015. REUTERS/Jason Lee

Sowohl in Kasachstan als auch in China müsste noch viel gebaut werden. Bild: JASON LEE/REUTERS

Welches ist das geringere Übel? IOC wählt heute Peking oder Almaty als Veranstalter der Olympischen Winterspiele 2022

Peking oder Almaty wird die Olympischen Winterspiele 2022 durchführen. Der Entscheid fällt heute Freitag im Rahmen der 128. IOC-Session in Kuala Lumpur. Die Wahl ist alles andere als einfach, beide Kandidaturen haben ihre Mängel.



Fest steht bereits jetzt: Zwischen 2018 und 2022 wird dreimal in Folge in Asien und damit auf dem selben Kontinent olympisches Edelmetall vergeben. Das hatte es zuletzt zwischen 1936 und 1952 (Berlin, London, Helsinki) gegeben.

Peking gilt als leicht favorisiert, weil das Know-how in der Organisation von Events dieser Grössenordnung vorhanden ist. Dank wirtschaftlich fast unbegrenzter Möglichkeiten und einem Gesamtbudget von rund drei Milliarden Dollar will die chinesische Millionenmetropole zur ersten Stadt werden, die nach Sommer- auch Winterspiele ausrichtet.

Umfrage

Wo sollen die Olympischen Winterspiele 2022 stattfinden?

  • Abstimmen

358 Votes zu: Wo sollen die Olympischen Winterspiele 2022 stattfinden?

  • 14%Almaty
  • 10%Peking
  • 76%Am besten gar nicht

Olympische Spiele auf Kunstschnee

Um Medaillen soll in drei Zonen gekämpft und gefahren werden, zwei davon liegen weit ausserhalb der Stadt: die nordischen Resorts 150 km nordwestlich in Zhangjiakou, die alpinen und der Eiskanal 72 km nördlich in Yanqing. Die Wettkampfstätten von 2008 will Peking einerseits für Eissportarten und die Infrastruktur nutzen, andererseits um rund 300 Millionen Menschen den Zugang zum Wintersport zu ermöglichen. «Wir wollen ein möglichst mächtiges Erbe hinterlassen», sagte OK-Sprecherin Wang Hui.

FILE - In this Jan. 16, 2015 file photo, a man prepares to ski at a resort in Yanqing, a suburb of Beijing, where the speed mavens of Alpine skiing and the sliding events - bobsled, skeleton and luge - have been proposed to be held in the bid for the 2022 Winter Olympics.  Beijing has marketed its bid for the 2022 Winter Olympics as the reliable choice, despite concerns about a lack of natural snow, notoriously bad air pollution and warnings about the government’s treatment of political dissidents and minority groups. (AP Photo/Ng Han Guan, File)

So oder ähnlich könnten die Skipisten in Peking 2022 aussehen. Bild: Ng Han Guan/AP/KEYSTONE

Es gibt aber auch einen grossen Wermutstropfen. Die Chinesen wollen ihre Spiele ohne Naturschnee durchführen. Dieser fällt in der Region Peking nämlich kaum. Im technischen Dossier der Chinesen steht darum auch: «Es könnte ausserhalb der Wettkampfstätten keinen Schnee geben, was die visuelle Wahrnehmung dieser Winterspiele beeinträchtigen dürfte.» 

Die Organisatoren wollen aber ausreichend Kunstschnee produzieren – auf umweltfreundliche Art, wie versichert wird. Speicherseen dafür gibt es genug, die Leidtragenden könnten aber die lokalen Bauern werden. 

Keine Pisten und Hotels

In Kasachstan setzte das Organisationskomitee auf weniger hohe Ambitionen, dafür auf mehr Kompaktheit. «Keeping it real» lautet der Slogan der ehemaligen Hauptstadt Almaty für die Kandidatur, die nach der Nicht-Berücksichtigung für die Top 3 für die Winterspiele 2014 als erste eingereicht worden ist.

Die elf Wettkampfstätten liegen im Umkreis von maximal 40 Kilometern, nur eine müsste für Olympia neu gebaut werden. Wie in Peking fehlen die Anlagen für den Alpinsport noch komplett. Auch die Hotels mit rund 11'000 Betten für Sportler, Betreuer, Helfer und Journalisten existieren noch nicht.

FOR STORY 2022 BID - This photo taken on Tuesday, July  21, 2015, shows a general view of the Medeu ice rink outside Almaty, Kazakhstan.  The ex-Soviet nation of Kazakhstan in Central Asia will be the first majority-Muslim country to host an Olympics if Almaty defeats its rival, Beijing, in voting July 31 to select the host venue of the 2022 winter games. (AP Photo/Pavel Mikheyev)

Die Eissportanlagen stehen schon. Pisten für die Alpinen gibt es in Almaty und Umgebung allerdings noch nicht. Bild: Pavel Mikheyev/AP/KEYSTONE

Bach: «Zwei exzellente Kandidaturen»

«Wir haben zwei exzellente Kandidaturen», versicherte IOC-Präsident Thomas Bach trotzdem. «Es stehen zwei unterschiedliche Konzepte zur Wahl. Beide Städte haben – obwohl sie aus dem letzten Bewerbungsverfahren vor der Einführung der olympischen Agenda 2020 hervorgegangen sind – die Grundgedanken dieser Agenda in vielen Teilen schon aufgenommen.» 

epa04867119 Swiss Minister of Defense and Sport Ueli Maurer (C) speaks during the Presentations by the Candidate Cities for the Third Winter Youth Olympic Games in 2020 at the Convention Centre in Kuala Lumpur, Malaysia, 31 July 2105. Malaysia hosts the 128th International Olympic Committee executive board meetings from 28 July to 03 August where countries will be lobbying who will be host of the 2022 Olympic Winter Games and for the 2020 Youth Olympic Winter Games.  EPA/FAZRY ISMAIL

Auch Ueli Maurer weilt in Kuala Lumpur. Er wirbt für Lausanne als Ausrichter der Winter Youth Olympic Games 2020. Bild: FAZRY ISMAIL/EPA/KEYSTONE

Unter anderem sieht das vom Deutschen initiierte Programm vor, die immer gewaltiger werdenden Ausmasse zu redimensionieren. «Es geht darum, Spiele für Athleten unter wirtschaftlich vertretbaren Gesichtspunkten veranstalten zu können», so Bach.

Beobachter schliessen indes nicht aus, dass die Vergabe für das IOC zur Hypothek für die kommenden Jahre werden könnte. Sowohl Kasachstan (die Republik wird im Präsidialsystem regiert) als auch die Volksrepublik China (sozialistisches Einparteiensystem) stehen wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. (pre/si)

Abonniere unseren Newsletter

Themen
4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodman 31.07.2015 09:06
    Highlight Highlight Ich finde die zunehmende Globalisierung der olympischen Winterspiele interessant. Bis vor wenigen Jahren waren Winterspiele und deren Teilnahme faktisch den Alpenländern, den Skandinaven, Russen, Kanadiern und US-Amerikanern vorbehalten. Seit Kurzem legen z.B. Südkorea und China im Eishockey oder Japan im Skifahren zu. Aus meiner Sicht tut diese weltweite Konkurrenz dem Weltsport gut, um nicht zu stark zu Fussballmonokultur zu werden.

    Daher unterstütze ich es auch denm Globalisierungsgedanken, dass auch andere "Exotische Länder" die Winterspiele ausrichten sollen. Mein Favorit: Almaty.
  • Sveitsi 31.07.2015 08:21
    Highlight Highlight Wo ist das logische und ökonomische Denken auf der Strecke liegen geblieben?
  • MaskedGaijin 31.07.2015 07:49
    Highlight Highlight Katar wäre cool. Fussball WM im Winter und Winterspiele im Sommer.
    • Hierundjetzt 31.07.2015 08:32
      Highlight Highlight ...und die Piste liegt schön überdacht gleich um die Ecke (Dubai).

      Und wir in der Schweiz (8 Mio Einwohner) machen uns Gedanken wenn eine (1) Batterie im Abfall liegt. Wir sind schon unermesslich reich? Mehr Luxusgedanken geht echt nicht mehr

Bärtige Bobfahrer

Diese zwei Bobfahrer sind hoffentlich bald im Wrestling-Ring zu sehen

Wer gestern Abend den Zweierbob der Männer verfolgte, wurde mit dem Antlitz der Bobmannschaft Kanada 2 belohnt. Diese zwei sind ein absolutes Traumgespann und die Antithese zum Metrosexuellen-Trend. 

Wer sich ein Bildnis von männlichen Prototypen aus Kanada vorstellen müsste, hat wohl vor dem inneren Auge genau das Bild dieser zwei Zeitgenossen im Kopf. Christoph Spring und Jesse Lumsden sind aber keine Fantasieprodukte, sondern bilden gemeinsam die coolste Bobmannschaft in Sotschi.

Diese zwei Pfundskerle, aufgenommen beim gestrigen ersten Lauf, passen so gut zusammen wie wie Stan Laurel und Oliver Hardy, Bud Spencer und Terence Hill oder Tom und Jerry. So elegant wie sich die zwei Kolosse …

Artikel lesen
Link to Article