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Ottmar Hitzfeld: «Es geht nicht um die einzelnen Personen, sondern um den Erfolg der Schweizer Nationalmannschaft als Ganzes.» Bild: KEYSTONE

Ottmar Hitzfeld vor dem Test gegen Jamaika

«Wir haben mehr Konkurrenzkampf im Team als vor der WM 2010»

Vor dem ersten Testspiel gegen Jamaika freut sich Ottmar Hitzfeld über die vielen Alternativen in seiner Mannschaft und trifft auf einen alten Bekannten, der ihm an der WM sehr viel zutraut.

29.05.14, 14:10 24.06.14, 13:18

Die meisten Menschen jammern gerne, wenn sie an Feiertagen arbeiten müssen. Ottmar Hitzfeld ist anders. Der Schweizer Nationaltrainer erscheint an Auffahrt gut gelaunt und fokussiert an der Medienkonferenz vor dem ersten Testspiel der WM-Vorbereitung gegen Jamaika.

Seine gehobene Stimmung hat wohl auch mit einem Überraschungsgast zu tun, den er im Schweizer Mannschaftshotel aufgegabelt hat: Weltenbummler Winfried «Winnie» Schäfer ist nach Stationen in der Bundesliga (Karlsruhe, Stuttgart), Kamerun, Aserbaidschan und Thailand als Nationaltrainer beim Gegner von morgen in der Karibik gelandet. Hitzfeld und er kennen sich seit Urzeiten – im deutschen B-Nationalteam haben sie früher ein Zimmer geteilt.

Mario Gavranovic braucht mit seiner Verletzung Geduld. Bild: KEYSTONE

Gavranovic braucht viel Geduld

Vor ihrem morgigen Duell in Luzern beschäftigt aus Schweizer Sicht in erster Linie die Frage nach den verletzten Sorgenkindern. Ottmar Hitzfeld: «Nach aktuellem Stand werden Mario Gavranovic, Steve von Bergen und Tranquillo Barnetta gegen Jamaika nicht auflaufen.» 

«Mario Gavranovic, Steve von Bergen und Tranquillo Barnetta werden gegen Jamaika nicht auflaufen.» 

Ottmar Hitzfeld

Vor allem Mario Gavranovic braucht weiter viel Geduld. Während Von Bergen und Barnetta kurz vor der vollständigen Rückkehr ins Mannschaftstraining stehen, muss sich der Angreifer nach seinem Sprunggelenkstrauma mit Laufeinheiten begnügen. Hitzfeld sieht seine WM-Teilnahme trotzdem nicht in Gefahr: «Gavranovic ist noch sehr jung, da geht der Heilungsprozess schnell voran.»

Testspiele als Bewährungschance

In den beiden Testspielen gegen Jamaika und Peru will der Nationaltrainer die WM-Partie gegen Honduras und Ecuador simulieren. Und er wird seinen Spielern die Chance geben, sich für einen Stammplatz aufzudrängen: «Wir werden sicher nicht zwei Mal mit der gleichen Mannschaft antreten. Es gibt verschieden Optionen. Der Konkurrenzkampf im Team ist definitiv höher als vor der WM 2010. Das macht mich sehr zufrieden.»

Konkret spricht Hitzfeld die zweite Offensivkraft neben Josip Drmic an: «Wir haben da Alternativen. Spieler wie Xhaka und Mehmedi haben sich im Ausland bewiesen, wir sind sehr stark besetzt. Das gilt auch für die Innenverteidigung.»

Einen Platz in der Startelf im Blick? Admir Mehmedi. Bild: Andreas Meier/freshfocus

Respekt und Teamspririt an oberster Stelle

Von den Akteuren, die am Ende ins zweite Glied zurücktreten müssen, erwartet der Nati-Coach absolute Solidarität: «Der Teamspirit und der gegenseitige Respekt stehen an oberster Stelle. Jeder hat die Rolle zu akzeptieren, die ihm zugeordnet wird. Es geht nicht um die einzelnen Personen, sondern um den Erfolg der Schweizer Nationalmannschaft als Ganzes.»

«Jeder hat die Rolle zu akzeptieren, die ihm zugeordnet wird.» 

Ottmar Hitzfeld

Hitzfeld hat seine Mannschaft auf einen engagierten Auftritt der Jamaikaner eingestellt: «Sie sind anfällig auf Fehler in der Defensive, aber haben ein grosses Kämpferherz und sehr viel Leidenschaft.» Eine Absprache über den Verzicht auf hartes Einsteigen zur Vermeidung von Verletzungen gibt es übrigens nicht. Hitzfeld: «Davon halte ich nichts. Solche Vereinbarungen werden meistens sowieso nicht eingehalten.»

Schäfer will Hitzfeld überraschen

Winfried Schäfers Mannschaft wird gegen die Schweiz nicht in Bestbesetzung antreten. Der deutsche Fusballlehrer erklärt wieso: «Viele unserer Spieler sind in der amerikanischen MLS engagiert. Da dort noch gespielt wird, haben nicht alle die Freigabe erhalten.» Mit an Bord sind dafür mit Wes Morgan (Leicester City) und Adrian Mariappa (Crystal Palace) zwei Defensivakteure, die ihr Geld in England verdienen.

«Die Namen haben gestimmt, aber beim System lag er deutlich daneben.»

Winnie Schäfer über Hitzfelds Erwartung.

Ottmar Hitzfeld und Winnie Schäfer vor dem Direktduell am Freitag. Bild: KEYSTONE

Der Jamaika-Coach will seinem Kumpel Hitzfeld einige Überraschungen bereiten. «Ich habe auf der Taktiktafel gesehen, wie er uns erwartet. Die Namen haben gestimmt, aber beim System lag er deutlich daneben», erklärt der 64-Jährige und lacht.

Winfried Schäfer will mit Jamaika an die WM 2018.  Bild: EPA

«Hey Leute, schaut mal aufs Kalenderblatt»

Schäfer arbeitet in der Karibik an einem Neuaufbau. Der Fokus seiner Mission liegt auf der WM-Qualifikation 2018. Das ist nicht ganz einfach, wie der Deutsche freimütig erklärt: «In Jamaika leben die Verantwortlichen in der Vergangenheit. Sie schwärmen noch von 1998, als man die Endrunde der WM in Frankreich erreicht hat. Da musste ich sagen: ‹Hey Leute, schaut mal aufs Kalenderblatt›. Das geht so einfach nicht. Ich bin kein Mann für den Strand, das sieht man schon an meiner Hautfarbe. Ich bin hier um zu arbeiten.»

Der Schweiz traut Schäfer eine erfolgreiche WM-Kampagne zu: «Das Kader ist nicht so breit wie bei den ganz grossen Nationen. Aber wenn es keine gravierenden Verletzungen gibt, dann kann Ottmar mit seinem Wissen und seiner Erfahrung in Brasilien ein Top-Resultat erreichen.»



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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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