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Mit seiner Mannschaft nur selten zufrieden: Bayern-Trainer Pep Guardiola. Bild: MICHAELA REHLE/REUTERS

Überraschendes Geständnis

Pep Guardiola: «Tiki-Taka ist Scheisse, eine Ersatzhandlung»

Tiki-Taka, das so erfolgreiche spanische Kurzpassspiel. Untrennbar ist es mit dem Namen Pep Guardiolas und seinen 14 Titel mit dem FC Barcelona verbunden. Nun überrascht der Erfolgscoach mit einem so nicht erwarteten Geständnis.

17.10.14, 08:53 17.10.14, 09:56

«Ich hasse dieses ewige Tiki-Taka! Lasst mich mit dem Tiki-Taka zufrieden. Tiki-Taka ist Scheisse, eine Ersatzhandlung: sich den Ball zuspielen, um sich den Ball zuzuspielen, ohne jede Absicht oder Drang nach vorne. Nichts! Nichts! Ich werde es nicht zulassen …»

Bayern-Trainer Pep Guardiola sitzt nach dem nicht gerade überragenden 2:0-Derbysieg gegen Nürnberg zu Beginn der Saison 2013/14 mit Marti Perarnau in einem Restaurant und isst genüsslich seine Kartoffelcrèmesuppe, als dem Bayern-Trainer diese Worte über die Lippen kommen. Nachzulesen auf Seite 213 der eben erst erschienenen Biographie «Herr Guardiola. Das erste Jahr mit Bayern München».

Pep Guardiola und seine Fussball-Philosophie sind in Marti Perarnaus Biographie «Herr Guardiola» eindrücklich nachzulesen. Bild: Bongarts

Die Aussage Guardiolas überrascht, war es doch er selber, der Tiki-Taka mit dem FC Barcelona zwischen 2008 und 2012 zum Mass aller Dinge im europäischen Klubfussball gemacht hat. 14 Titel gewann der Katalane in diesen vier Jahren mit der «Blaugrana». Warum also diese Kritik?

Es ist der Selbstzweck, der Guardiola ärgert. Der Fussball-Lehrer will kein ödes Ballgeschiebe. «Die Spieler müssen sich selbst sein. Von dem Moment an, wenn sie zusammen ins Mittelfeld vorrücken, möchte ich, dass sie sich lösen, dass sie ihre DNA freisetzen, dass sie laufen, sich befreien. Darin sind sie wie Monster. Das lieben sie. Und ich liebe es, wenn sie das tun.»

«Dass sie rennen. Dass sie über die Aussen das Spiel öffnen und nach innen flanken. Nicht um direkt aufs Tor zu schiessen, das geht nicht sofort, sondern um den gegnerischen Abwehrversuch auszunutzen und den zweiten Angriff zu starten, den wirklich gefährlichen. Wenn wir gemeinsam angreifen, kommt der abgewehrte Ball wieder zu uns, und dann werden wir der Abwehr wirklich weh tun, weil wir sie auf dem falschen Fuss erwischen.» So lässt der Autor Perarnau den Trainer Guardiola dessen Fussball-Philosophie erklären.

«Am wichtigsten Tag habe ich mich selbst verraten»

Die komplette vergangene Saison hat Perarnau die Bayern und seinen neuen Trainer aus Spanien begleiten dürfen. Guardiola gewährte dem Autor einen exklusiven Einblick in die innersten Dynamiken seiner Arbeit. «Herr Guardiola» überschreite zwar bisweilen die Grenze zur Heiligenverehrung, meint der «Tagesspiegel». Dennoch sei das Buch äusserst lesenswert.

Pep Guardiola muss bei der 0:4-Niederlage gegen Real Madrid im Champions-League-Halbfinal machtlos zusehen. Bild: AP

Eindrücklich beschrieben werden auch die Verwandlung von Philipp Lahm vom Aussenverteidiger zum defensiven Mittelfeldspieler sowie das Halbfinal-Aus gegen Real Madrid in der Champions League. «Ich habe mich geirrt, Mann. Ich habe mich total geirrt. Das ist eine grosse Scheisse. Die grösste Scheisse, die ich als Trainer je gemacht habe», ärgert sich Guardiola über das 0:4 im Rückspiel. «Am wichtigsten Tag des Jahres habe ich mich selbst verraten.»



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Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

Als sich Xherdan Shaqiri nach seinem 2:1 in der 90. Minute gegen Serbien dazu entschied, seine Hände zum Doppeladler zu formen, da wurde er innert Sekunden vom Helden zum Deppen. 

Zumindest für ganz viele Schweizer Fans. Die Freude über den Sieg wurde schnell gedämpft. Dürfen sich Schweizer da überhaupt noch freuen? Das war doch Hochverrat!

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