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epa04142315 Sevilla FC's Colombian striker Carlos Bacca (C white) scores before Real Madrid's goalkeeper Diego Lopez (L), midfielder Asier Illarramendi (R) and defender Daniel Carvajal (rear) during the Spanish Liga Primera Division soccer match between Sevilla FC and Real Madrid played at Ramon Sanchez Pizjuan stadium in Sevilla, southern Spain, 26 March 2014.  EPA/Jose Manuel Vidal

Carlos Bacca erzielt gegen Real Madrid ein Doppelpack. Bild: EPA/EFE

Real Madrid abgeschossen

Tellerwäscher war gestern – dieser Goalgetter wurde vom Fischer zum Fussball-Millionär

Real Madrid hat seinen Vorsprung in der Primera Division mit zwei Niederlagen in Serie verzockt. Grossen Anteil daran hat Sevillas Spätzünder Carlos Bacca, der sich vor wenigen Jahren noch als Fischer durchschlagen musste.

28.03.14, 13:21 28.03.14, 14:08

Bis vor fünf Tagen konnten die Fans von Real Madrid beim Blick auf die Tabelle noch zufrieden nicken. Drei Punkte Vorsprung auf Stadtrivale Atlético, gar vier auf den Erzfeind Barcelona.

Zwei Spieltage und zwei Niederlagen später sieht die Lage für die Königlichen schon viel ungemütlicher aus. Acht Runden vor Schluss der Primera Division ist die Tabellenführung futsch.

Zwei Goalgetter sind schuld an Reals Krise

Mit seinen drei Toren beim verrücktesten Clásico der Neuzeit hat Lionel Messi einen grossen Anteil am Real-Einbruch. Noch viel bemerkenswerter ist aber der zweite Hauptverantwortliche für die königliche Krise: Der 27-jährige Kolumbianer Carlos Bacca vom FC Sevilla schoss die Madrilenen beim 2:1 am Mittwoch mit einem Doppelpack ab.

Sevillas Carlos Bacca trifft nach toller Vorarbeit von Ivan Rakitic zum 2:1 gegen Real Madrid. GIF: Bleacherreport

Mit seinen wichtigen Saisontreffern Nummer 13 und 14 hat sich Bacca auf Platz 8 der Torschützenliste geschoben. Er ist damit der beste Neuling der Liga – noch vor den Superstars Gareth Bale (10 Tore) und Neymar (9 Tore).

Vom Fischer zum Fussballstar

Dass Bacca heute überhaupt in einer Top-Liga spielt, grenzt an ein Fussballwunder. Als 20-Jähriger hatte der gläubige Katholike sich eigentlich schon damit abgefunden, dass ihm der Durchbruch nicht gelingen würde. Der Kolumbianer verdiente seinen kargen Lohn als Fischer und Busticket-Kontrolleur in seiner Heimatstadt Puerto Colombia.

Besser spät als nie

Erst mit 22 Jahren sprang der Mittelstürmer doch noch auf den Erfolgszug auf – und hat seither nicht mehr Halt gemacht. Nachdem er im kolumbianischen Unterhaus mit seinem Heimatverein Barranquilla FC Torschützenkönig geworden war, unterschrieb er beim Erstligisten Atlético Junior seinen ersten Profivertrag.

Im Alter von 25 Jahren warf der Fischer seine Angel erstmals in Europa aus. Nach seinem Wechsel zum FC Brügge im Januar 2012 buchte er in 54 Pflichtspielen 31 Tore und wechselte anschliessend für 7 Millionen Euro zu Sevilla.

Sein unglaublicher Lauf in der Primera Division könnte den Spätzünder am Ende sogar bis an die WM führen. Kolumbien sucht noch immer einen treffsicheren Ersatz für seinen verletzten Superstar Radamel Falcao. Wenn Carlos Bacca in Spanien weiter trifft, wird Nationalcoach José Pekerman an der WM kaum um ihn herumkommen. 

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schaufi 28.03.2014 14:14
    Highlight Endlich ein Gif von Rakitics Vorbereitung!
    3 0 Melden
    • Schaufi 28.03.2014 14:39
      Highlight Der Lupfer über Pepe ist ja das Grossartige an diesem Tor, nicht der Sprint bis zum Strafraum oder der Kurzpass.
      2 0 Melden
    • droelfmalbumst 28.03.2014 15:24
      Highlight Rakitic ist top! Der würde super zu Real passen. Modric ist zwar ein super Fussballer aber mir scheint es als würde er hi und da viel zu lange brauchen und sich vom Ball zu lösen. Als Dreh- und Angelpunkt im Team muss einer wie er schon wissen wohin er spielt bevor er den Ball hat... well done Rakitic!
      0 0 Melden
    • Schaufi 28.03.2014 16:18
      Highlight Eine grosse Qualität von Iniesta ist übrigens, sich erst spät vom Ball zu trennen, um so die Gegenspieler auf sich zu ziehen und den Mitspielern mehr Raum zu verschaffen. Modric macht das auch.

      Und was Modric diese Saison für Real leistet, ist sehr beachtlich. Klar, Rakitic spielt auf einem sehr hohen Niveau, aber bei Real das Tempo zu diktieren ist doch schwieriger als bei Sevilla, da die individuelle Klasse grösser ist und Modric von mehr Spielmachern umgeben ist.
      2 0 Melden

Ich studiere am Undenkbaren herum: Braucht der Fussball auch Playoffs?

Nie hätte ich einen Gedanken an diese absurde Möglichkeit verschwendet. Aber beim langweiligen Bayern-Kantersieg gegen Dortmund durchfährt mich ein Geistesblitz: Was, wenn es im Fussball auch Playoffs gäbe?

Ich wollte nie Playoffs im Fussball. Meister soll das Team werden, das ein ganzes Jahr lang das beste ist. Und nicht bloss während weniger Wochen im Frühling.

Aber was, wenn so viele Ligen keine spannende Schlussphase mehr kennen? Wenn die Meister schon mit dem Blühen der Osterglocken bekannt sind? Muss man da nicht etwas ändern, um die Attraktivität zu steigern? Soll der Fairness-Gedanken der Belohnung für den besten Klub einer ganzen Saison zugunsten von mehr Spannung geopfert werden? …

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