Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Canada's Milos Raonic serves during his men's singles fourth round match against Japan's Kei Nishikori on day eight of the 2014 Wimbledon Championships at The All England Tennis Club in Wimbledon, southwest London, on July 1, 2014. Raonic won 4-6, 6-1, 7-6, 6-3.  AFP PHOTO / ANDREW COWIE  - RESTRICTED TO EDITORIAL USE

Der Aufschlag ist Raonics grosse Stärke. Bild: AFP

Milos Raonic fordert den «Maestro»

Die Statistik spricht für Federer – doch heute will ihn der kanadische Aufschlagkönig stürzen

Roger Federer und Wimbledon – das ist seit elf Jahren eine Liebesgeschichte. Noch nie hat der König des Rasens hier einen Halbfinal verloren. Heute testet allerdings Milos Raonic, der König der Aufschläger, den Schweizer Maestro.

04.07.14, 06:34 04.07.14, 10:36

Die Dominanz der so genannten «Big 4» bröckelt bereits seit einigen Monaten. Im Januar schlug Stan Wawrinka beim Australian Open ein grosses Loch in die lange unüberwindliche Mauer, als erstmals seit 2009 (Juan Martin Del Potro am US Open) nicht einer aus dem Quartett Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray einen Grand-Slam-Titel gewann.

Was soll der lange Ärmel am Schlagarm?

Roanic trägt den Armling am rechten Arm nicht etwa zum Wärmen der Muskeln oder als Hommage an NBA-Star Allen Iverson, sondern weil er im März allergisch auf eine Salbe reagierte und einen Ausschlag bekam. Mittlerweile zieht ihn sich der Kanadier aus Gewohnheit über, wie er sagt. Bild: Reuters

In den Wimbledon-Halbfinals von heute geht dieser Angriff auf die Festung weiter, wenn Djokovic und Federer von Grigor Dimitrov (ATP 13) respektive Milos Raonic (ATP 9), beide 23-jährig, herausgefordert werden.

Mit 17 Jahren steht Roger Federer zum ersten Mal in Wimbledon auf dem Platz. In nur fünf Jahren klettert er von Platz 64 auf den ersten Platz der Weltrangliste. Jetzt – 16 Jahre später – kämpft er um seinen 18. Grand-Slam-Titel. Wir drücken die Daumen. Video: Youtube/watson

Zwei Statistiken sprechen für einen klaren Erfolg Federers gegen Raonic. Erstens hat der Schweizer seine bisherigen acht Halbfinals in Wimbledon alle gewonnen – und dabei einzig vor zwei Jahren gegen die damalige Weltnummer 1 Djokovic einen Satz verloren. Zum andern hat er auch alle vier Duelle mit dem Kanadier für sich entschieden, wenn auch meistens knapp.

Die bisherigen Duelle Bild: Screenshot ATPWorldTour

Das wird diesmal kaum anders. Raonic hat in diesem Jahr bereits 550 Asse geschlagen, alleine in den fünf Partien in Wimbledon 147 (Federer 63). Breaks werden also eine Seltenheit sein. Da müsste dem 32-jährigen Basler eine weitere Statistik Hoffnung machen: In fünf Tiebreaks in seinen Wimbledon-Halbfinals seit 2003 ist er noch ungeschlagen – und auch gegen Stan Wawrinka im Viertelfinal gewann er im zweiten Satz eine eminent wichtige Kurzentscheidung.

Tennis-Boom dank Bouchard und Raonic

Raonic spielt hingegen seinen ersten Halbfinal überhaupt auf Grand-Slam-Stufe. Es ist der vorläufige Höhepunkt eines grandiosen Aufstiegs des kanadischen Tennis. Die «Ahorn-Blätter» brillieren ansonsten fast nur in den diversen Eissportarten, doch Raonic und Eugenie Bouchard sorgen nun auch mit Rackets für Furore.

Eugenie Bouchard und Milos Raonic wurden bereits 2013 zu Kanadas Sportlern des Jahres gewählt. Bild: AFP

Im vergangenen Jahr führte der in Montenegro geborene Raonic das Davis-Cup-Team in den ersten Halbfinal überhaupt (Niederlage gegen Serbien), in Wimbledon erreichte die Québecerin Bouchard als erste Kanadierin den Halbfinal, Raonic als zweiter nach Robert Powell 1908 (!).

Raonic kam im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern aus Titograd (das heutige Podgorica) nach Kanada. «Meine Eltern waren hoch qualifiziert (beide Ingenieure mit Universitätsabschluss; d. Red.), aber in Montenegro lebten wir in einem winzigen Apartment mit den Grosseltern», erzählt der Fan des FC Barcelona und der Toronto Maple Leafs.

Die Queen auf Rogers Seite?

Raonic: «Ich will die Nummer 1 werden»

«In Kanada erhielten wir die Möglichkeit zu einem komfortablen Mittelklasse-Leben in einem Vorort von Toronto.» Der Bruder und die Schwester sind mittlerweile wieder nach Montenegro gezogen, und auch Milos Raonic besucht seine ursprüngliche Heimat oft.

Ein Nationenwechsel ist für ihn jedoch kein Thema. «Ich glaube, es gibt nicht viele Orte auf der Welt, die einem eine solche Chance geben wie Kanada», sagt er. «Dafür bin ich sehr dankbar.» Heute möchte Roger Federer allerdings verhindern, dass diese Dankbarkeit Raonic als ersten Kanadier in einen Wimbledon-Final führt.

Dieses Bild will Milos Raonic  Bild: Getty Images Europe

Doch dieser gibt sich selbstbewusst. «Ich will die Nummer 1 werden», sagt er ohne Umschweife. Ein erster Schritt dazu wäre, den König von Wimbledon zu eliminieren. (pre/si)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • george 04.07.2014 10:54
    Highlight Hoffe sehr, dass RF nochmals den Titel in Wimbledon holen kann - wird allerdings sehr schwer.
    2 0 Melden

Roger Federer ist wieder die Weltnummer 1 – weil Thiem Nadals Monsterlauf stoppt

Rafael Nadal verliert im Viertelfinal in Madrid gegen Dominic Thiem erstmals nach 21 Siegen wieder eine Partie auf Sand – und macht damit Roger Federer wieder zur Nummer 1.

Die Weltnummer 7 zeigte ein nahezu perfektes Spiel und setzte sich nach knapp zwei Stunden 7:5, 6:3 durch. Letztmals hatte Nadal auf Sand vor fast einem Jahr in Rom verloren – auch da im Viertelfinal gegen Dominic Thiem. Zwischen diesen beiden Niederlagen hatte Nadal auf Sand 50 Sätze in Folge gewonnen und damit einen Uralt-Rekord von John McEnroe (49 gewonnene Sätze in Folge auf Teppich) gebrochen.

Nachdem der Spanier in Madrid im vergangenen Jahr den Titel gewonnen hatte, verliert er nun so …

Artikel lesen