Sport

Poisson prallte gegen einen Baum: «Als wir am Unfallort ankamen, war er bereits tot»

14.11.17, 11:33 14.11.17, 12:49

Am Tag nach dem tödlichen Unfall von Skirennfahrer David Poisson im Skigebiet Nakiska kommen erste Details über das Unfall-Drama ans Licht. Gemäss der Royal Canadian Mounted Police der nahen Ortschaft Kananaskis starb der 35-jährige Franzose, weil er nach einem Sturz durch die Sicherheitsnetze flog und dann gegen einen Baum prallte. Noch seien die Untersuchungen aber im Gang.

Adam Loria, Sprecherin vom Rettungsdienst Calgary, führt gegenüber dem kanadischen TV-Sender CBC aus: «Als wir am Unfallort ankamen, konnten wir nur noch feststellen, dass die Person bereits tot war. Der angeforderte Helikopter landete deshalb nicht. Es gab keine Verlegung in ein Spital.»

Poissons grösster Erfolg: 2013 gewann er WM-Bronze in der Abfahrt. bild: Keystone

Dem Blick schilderte ein Insider, der am Montag im Skigebiet Nakiska war, den fatalen Sturz des Franzosen wie folgt: «Poisson ist kurz vor dem Ziel mit rund 100 km/h ausgerutscht und ist dann durch zwei sogenannte B-Fangnetze hindurch in den Wald hineingeschossen. Dort dürfte er ziemlich frontal mit einem Baum kollidiert sein. Ein Rettungsteam hat danach rund eineinhalb Stunden erfolglos versucht, David wiederzubeleben.» 

Laut Augenzeugen sei die Strecke nicht ausreichend gesichert gewesen. Anstatt widerstandsfähigeren A-Fangnetzen seien in Nakiska nur B-Netze installiert gewesen, die teilweise nur einen Meter vom Wald entfernt gestanden hätten. Wegen der schlechten Sicherheitsvorkehrungen will das Schweizer Ski-Team gemäss «Blick» nicht mehr in Nakiska trainieren.

Der französische Trainer Patrice Morisod zeigte sich zutiefst betroffen: «Beim Ausüben seiner Leidenschaft zu sterben, ist ungerecht. Für die ganze Mannschaft ist es einfach nur schrecklich», erklärte er in der Equipe. (pre)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • RhabarBär 14.11.2017 12:33
    Highlight Wieso ist es ungerecht, beim Ausüben seiner Leidenschaft zu sterben? Ich finde es traurig, aber nicht ungerecht. Allen Sicherheitsmassnahmen zum Trotz: Poisson wusste genau, wie gefährlich Abfahrten sind. Und von allen möglichen Arten, finde ich die Vorstellung, in Ausübung seiner Leidenschaft zu sterben, irgendwie bewundernswert.
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    • Kommt schon gut 14.11.2017 14:39
      Highlight Natürlich hast du Recht. Aber warum werden, gerade in Kanada dem es zweifelsohne nicht an Bäumen mangelt, solch sicherheitsrelevante "Elemente" nicht entfernt? Ich gehe davon aus, dass sich die Verantwortlichen nach diesem Vorfall, den kanadischen Temperaturen entsprechend, warm anziehen sollten.
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  • Jaing 14.11.2017 11:56
    Highlight Der "Insider" und die Polizei erzählen unterschiedliche Geschichten.
    15 5 Melden
    • ands 14.11.2017 18:51
      Highlight Tun sie das?
      War das "Rettungsteam", von dem der Insider spricht, vom Rettungsdienst Calgary? Oder meint er ein Team der Pistenrettung?
      Weiter muss für die Feststellung des Todes in der Regel ein Arzt anwesend sein. Solange der nicht da ist, beendet der Rettungsdienst die Reanimation nicht.
      Und zum Schluss: Die "Feststellung des Todes" dauert nicht wie im Film 10 Sekunden. Ist der Tod nicht offensichtlich, wird erst alles versucht, bevor der Arzt den Tod erklärt.
      Es kann also schnell einmal 90 Minuten dauern.
      Du solltest in einen solchen Zeitungsartikel nicht zuviel hinein interpretieren.
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