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Die Spieler von Zuerich jubelt nach Gavranovic's 3:0 Goal im Fussballspiel der Super League zwischen dem FC Zuerich und dem Grasshopper Club Zuerich, am Samstag, 1. Maerz 2014, im Letzigrund Stadion in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Analyse des 236. Zürcher Derbys

Lücken in der GC-Formation führen zum klaren Sieg der Stadtzürcher

Der FC Zürich gewinnt das Zürcher Stadtderby gegen die Grasshoppers klar mit 3:1. Die Taktikanalyse klärt, welche Lücken das System der Grasshoppers offenliess – und wie der FC Zürich diese mithilfe von Chikhaoui und Schönbächler nutzte.

02.03.14, 09:22 02.03.14, 13:14
Tobias Escher, spielverlagerung.de

Caio konnte da Costa nur selten in Schwierigkeiten bringen. Bild: Andreas Meier/freshfocus

Das dritte Zürcher Stadtderby der Saison war von einer besonderen Spannung belegt: Können die Stadtzürcher vom FC Zürich ihre Siegesserie fortsetzen? Oder springen die Grasshoppers heran an den Tabellenführer aus Basel? Der FCZ begann das wegweisende Duell in einem 3­-5-­2-­System, GC­-Coach Michael Skibbe schickte sein Team in einem 4­-2-­3-­1 aufs Feld. GC­-Angreifer Dabbur pendelte in der Formation zwischen der Rolle des Zehners und der des Angreifers, wodurch die Formation der Grasshoppers manches Mal zu einem 4­-4-­2 wurde.

Die Formationen beider Teams: Dabbur stiess immer wieder in den Angriff vor, manchmal tauschten er und Ben Khalifa auch die Positionen. Auf der anderen Seite wich FCZ-­Angreifer Chikhaoui oft nach rechts aus.

Das Team von Skibbe erwischte den besseren Start in die Partie. Es bespielte das Mittelfeld des Gegners mit schnellen Kombinationen. Ben Khalifa bot sich vorne als Fixpunkt an und liess den Ball mit dem Rücken zum Tor klatschen. Er bediente dadurch seine Mitspieler im Doppelpass, welche von den Flügeln in die Halbräume starteten.

GC kam dadurch sehr gut in die Halbräume, auch weil das Mittelfeld des FCZ nicht nachrückte und die Dreierkette ihre Position hielt. Nach einigen wackligen Minuten stand das Team von Urs Meier jedoch kompakter, auch die Verteidiger rückten öfters heraus und stellten Khalifa und den nach vorne rückenden Dabbur im Zweikampf. Das Pass­Klatsch­-Spiel der Grasshoppers funktionierte gegen die robusten Verteidiger nur noch selten.

Der FCZ geht in Führung

Fortan war es das Heimteam, welches das Spieldiktat übernahm. Fast all ihrer Angriffe leiteten sie über die rechte Seite ein. Rechtsverteidiger Schönbächler agierte äusserst offensiv. Sein Gegenspieler Caio stand oftmals nicht nahe genug bei ihm, da er – seiner Spielweise entsprechend – ins Zentrum einrückte. So konnte Schönbächler in der 15. Minute vom rechten Flügel frei ins Zentrum dribbeln, Gavranovic versenkte im Nachschuss.

Auch danach verteidigten die Grasshoppers die Angriffe ihres Gegners nicht optimal. Skibbes Team stand nicht immer kompakt. So blieb die Abwehr oftmals tief, obwohl die Angreifer vorne ein Pressing spielten. So fand der FCZ grosse Lücken im Mittelfeld vor, die sie schnell und präzise bespielten.

Die Szene vor dem 2:0: GC steht recht tief und nicht kompakt. Die Gefahr scheint eher eine FCZ­-Kombination durchs Zentrum zu sein als ein langer Ball hinter die Abwehr – schliesslich steht die GC-­Viererkette bereits am eigenen Strafraum. Trotzdem kann Koch den nach rechts gerückten Chiumento hinter die Abwehr schicken, auch weil kein Gegenspieler ihn angreift. Chiumientos erste Flanke wird noch abgefangen, seine zweite köpft Rikan ein.

Nach der 2:0­-Führung zog sich der FCZ etwas zurück und kontrollierte das Mittelfeld. Beide Teams spielten nun ein aggressives Mittelfeldpressing – in manchen Situationen war es vielleicht etwas zu aggressiv. Die letzte Viertelstunde der ersten Halbzeit war geprägt von vielen Fouls und Verletzungspausen.

Löcher auf der rechten Seite der Grasshoppers

Die Grasshoppers kehrten aus der Kabine mit einem neuen Spieler zurück: Ngamukol kam für Dingsdag und ging auf die rechte Seite. Er agierte dabei nicht als Rechtsverteidiger, sondern vielmehr als sehr offensiver Rechtsaussen. GC hatte damit praktisch keinen Rechtsverteidiger mehr auf dem Platz, die Abwehrreihe, die de facto eine Dreierkette war, verschob sich allerdings nicht konsequent nach rechts.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der FCZ in dieses Loch stossen würde. Chikhaoui bewies hierbei sein feines Gespür für freie Räume. Während er in der ersten Halbzeit noch oft auf der rechten Flanke zu finden war, orientierte er sich nun in jenen Raum, den Ngamukol mit seiner offensiven Spielweise freiliess.

Die Szene vor dem 3:0: Ngamukol steht sehr hoch. Toko fällt in die Abwehr, um die Viererkette herzustellen. FCZ­-Stürmer Chikhaoui wittert das Loch auf der halblinken Seite und Schönbächler bedient ihn mustergültig. Chikhaoui kann aus dem Rückraum freistehend das Tor von Gavranovic vorbereiten.

Das 3:0 besiegelte das Spiel. Der FCZ konzentrierte sich fortan darauf, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Die Grasshoppers taten sich schwer gegen die immer enger werdende Verteidigung des Gegners. Caio und seine Mittelfeldkollegen gingen weit nach hinten und versuchten, das Spiel aus den Halbräumen aufzubauen. Allerdings fehlte dem Team im letzten Drittel die Präsenz, sodass sich die Grasshoppers oft an der Mittellinie festspielten. In der 67. Minute gelang Dabbur nach einem Corner allerdings noch ein Tor, doch es blieb die letzte grosse Möglichkeit der Grasshoppers. Der FCZ gewinnt das Derby verdient, weil er immer genau wusste, wo die Schwachstellen des Gegners liegen – in der ersten Halbzeit kam er über die rechte Seite, in der zweiten über die linke. 



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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sven 02.03.2014 14:06
    Highlight Love it!
    0 0 Melden
  • Stephan Widmer 02.03.2014 10:21
    Highlight Was hat das mit fussball zu tun? Gut gabs kein stadion...
    5 6 Melden

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